Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1929)
- Article
- Die Gerichtsverhandlungen [Nachricht]
- Date
- 1929-12-01
- Page
- Seite 38 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden. Die weiteren Verhandlungen ergeben neun Todesurteile, davon eines für einen Juden, weil er noch bei Eintreffen der Polizei geschossen hatte. Da die Verhandlungen noch fortdauern Und die Verurteilten Berufung eingelegt haben, wobei bisher das Berufungsgericht fast immer die Strafen erheblich milderte, läßt sich eine endgültige Zusammenstellung in diesem Zeitpunkte nicht geben. Im britischen Parlament wurde mitgeteilt, daß gegen 792 Araber und 76 Juden Anzeigen verhandelt werden. Von jüdischer Seite, unter anderen von Martin Buber, wird angeregt, die Regierung zu ersuchen, die Todesurteile nicht zu vollstrecken. Die Schwarze Liste. „Dawar" veröffentlichte am 4. November ein Geheimdokument der Regierung, eine sogenannte „Schwarze Liste" von des Kommunismus' verdächtigten 24 Personen. Neben jüdischen und arabischen Kommunisten stehen auf der Liste auch die Namen des Mufti und seines Sekretärs Djemal Husseini sowie einiger Scheichs, darunter El Tadschi el Faruki, ferner Hamdis el Husseini, der nicht der gleichnamigen Familie des Mufti angehört. „Dawar" wurde daraufhin verboten. (Siehe Rubrik „Presse".) Anfragen im Unterhaus. In den letzten Wochen erfolgten vielfach Anfragen an den Unterstaatssekretär der Kolonien, Mr. Lunn. Einige seiner Angaben über die Streitkräfte usw. bringen wir unter den betreffenden Titeln. Lunn ergriff die Gelegenheit einer solchen Anfrage, um die Gerüchte, daß die Juden die Omar-Moschee angegriffen hätten, als völlig aus der Luft gegriffen zu erklären. Eine Untersuchung werde nur über die Beschuldigung geführt, die Juden hätten auf eine moslemitische Grabstätte im Viertel Sichroi) Moscheh in Jerusalem Zerstörungen angerichtet. Am 21. November erklärte Lunn, die britische Regierung beabsichtige nicht, das Mandat aufzugeben oder seine Bestimmungen abzuändern. Konsulate. Mr. Harry Trautmann wurde zum amerikanischen Konsul in Jerusalem, Herr Robert Stutz zum tschechoslowakischen Vizekonsul in Haifa ernannt. Unser Mitarbeiter Dr. Kurt Grunwald, Tel-Aviv, wurde zum Konsul Jugoslawiens für Palästina bestellt. Dies ist das erste Konsulat, das den Sitz in Tel-Aviv hat. Die Verordnung über die Kollektivstrafen. Die Regierung erließ eine Ergänzung zu dieser Verordnung aus dem Jahre 1926, daß diese auch auf Ortschaften angewendet werden kann, die bei Ausbruch der Unruhen noch nicht in ihren Anwendungsbereich einbezogen gewesen waren. — Das arabische Dorf Aschod, das gemeinsam mit elf anderen Dörfern die jüdische Kolonie Ber Tobiah angegriffen hatte, wurde mit 3000 £ Kollektivstrafe belegt. Auch die anderen Dörfer wurden in ähnlicher Weise bestraft. Mr. Luke beurlaubt. Chefsekretär Mr. Luke tritt am 4. Dezember einen mehrmonatigen Urlaub an. Der Oberkommissär von Syrien in Jerusalem. Mr. Ponsot traf am 21. Oktober in Jerusalem ein und verweilte einige Tage im Lande. Trans Jordanien. Das Parlament. Dieses wurde am 5. November eröffnet. Der Emir berichtete über seinen Briefwechsel mit dem Oberkommissär. (Der Brief des Emirs ist nicht veröffentlicht worden.) In der Antwort sagte der Oberkommissär, daß die Wiederherstellung friedlicher Beziehungen zwischen Juden Arabern seine Hauptsorge sei. Bezüglich der Klagemauer werde nichts geändert werden, bis eine Sachverständigenkommission endgültige Bestimmungen getroffen haben werde. Der Emir sprach die Hoffnung aus, daß