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Palästina · 1929-12-01 · Heft 12 (Dezember 1929) · p. Seite 37

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 12 (Dezember 1929)
Article
Boykott [Nachricht]
Date
1929-12-01
Page
Seite 37 (sequence 1)
Language
German
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Boykott. Noch immer gehen arabische Trupps durch die Straßen der Städte und verhindern Araber, in jüdischen Geschäften zu kaufen. Die Regierung hat scharfe Maßnahmen getroffen. Eine Konferenz arabischer Kaufleute in Haifa beschloß einen Boykott gegen jüdische Industrieunternehmungen. Neue Überfälle. Vereinzelte Überfälle kamen auch im November vor. Am 1., 4. und 5. wurden einige Juden in Jerusalem verwundet. Am 12. November wurde der bekannte jüdische Augenarzt Dr. Ticho in Jerusalem von rückwärts überfallen und durch Messerstiche verletzt. Ein Preis von 200 £ wurde für Ermittlung des Täters von der Regierung ausgesetzt. In Jaffa wurde am 1. November ein Jude verletzt. Zwischen Jerusalem und Newej Jakob wurden Juden aus dem Hinterhalt beschossen. Am 8. drangen Plünderer in die Kolonie Mizra bei Afuleh und raubten Kühe. Am 13. November wurden in der Nähe von Chedera eine jüdische Frau getötet und ein Jude schwer verletzt. Beide waren auf dem Heimweg nach Kerkur. Die mutmaßlichen Täter wurden verhaftet. Am 14. wurde das Jerusalemer Stadtviertel „Makor Chajim" beschossen. Im westlichen Teil von Safed hatten die Araber eine Schießerei begonnen, wobei ein englischer Soldat getroffen wurde. Das Mitglied der Zionistischen Exekutive, Mr. Harry Sacher, begab sich zu Chancellor, um energische Maßnahmen zu verlangen. Zwei Araber wurden in der Nähe von Petach Tikwah von Arabern getötet. Es soll sich um Racheakte handeln. Am 24. wurde der Generalstaatsanwalt Norman Bentwich, ein Jude, durch Schüsse am Bein leicht verletzt. Der Täter ist ein jugendlicher arabischer Polizeidiener. Zahlreiche andere Überfälle ohne schwere Folgen sind zu verzeichnen. Vom 5. September, an welchem Tage die Regierung erklärt hatte, daß sie die Zügel fest in der Hand halte, bis 15. November waren insgesamt 59 Fälle von Angriffen auf Juden zu verzeichnen gewesen. Straßenkämpfe in Jaffa. Bei Verhaftung einiger Rädelsführer der Boykottpropaganda kam es am 25. November in Jaffa zu Kämpfen zwischen Polizei und der arabi* sehen Menge, wobei Militär eingriff. Die Ladenbesitzer veranstalteten einen Protest« streik. Verschärftes Aufruhrgesetz. Der Oberkommissär hat das frühere ottomanische Aufruhrgesetz, das sehr scharfe Bestimmungen enthält und auch den Besitz von Feuerwaffen mit lebenslänglicher Gefängnisstrafe bedroht, wieder in Kraft gesetzt. Die Untersuchungskommission. Diese hat am 24. Oktober ihre Arbeit aufgenommen. Für die Jewish Agency funktionieren als Vertreter Viscount Erleigh und Sir Boyd Merriman, für die Araber William Henry Stocker, für die britische Administra« tion Mr. Kenelm Preedy. Die Kommission bereiste die von den Unruhen betroffenen Gebiete. (Über die Verhandlungen vor der Kommission haben die zionistischen Wochenblätter detailliert berichtet. Wir verweisen in bezug auf das bisherige Ergebnis auf die Rundschau: Politik. — Die Red.) Die Gerichtshandlungen. Bis 26. Oktober waren von den drei Gerichtshöfen erster Instanz (Jerusalem, Jaffa und Haifa) 201 Fälle behandelt worden. Von diesen betrafen Juden nur 49, von denen 39 mit Freispruch, eine Reihe anderer mit Geldstrafen, meist wegen Waffenbesitz, endeten, ferner wurden von Juden einer wegen Diebstahls zu sechs Monaten, einer wegen versuchten Diebstahls zu zwei Monaten Gefängnis und einer „wegen Verwundung eines Arabers'4 bei Tel-Aviv zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Von den 152 Arabern sind mehrere zum Tode, viele zu langjährigem, einer

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