Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1929)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 110 (sequence 2)
- Language
- German
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entsprossen war und die ja im Lande selbst noch bis zum heutigen Tage ziemlich zahlreich repräsentiert ist, aber vielfach auch seitens der Arbeiterschaft selbst, über die Hölle des Kampfes um Arbeitspositionen außerhalb der Küche und der Wäscherei, in die man sie wiederum hineinstoßen wollte, im Kampf mit Hunger und Arbeitslosigkeit, von denen sie mehr und öfters bedroht ist als ihr männlicher Genosse, im Kampf um die primitivsten sozialen Rechte und schließlich — last, not ieast — im Kampf mit sich selber, um in sich das jahrhundertelange Gefühl der Zweitrangigkeit auszurotten und ein gleichberechtigter Faktor im historischen Prozeß des Aufbaues einer freien Arbeitsgesellschaft in Palästina zu werden, durch all diese Etappen des neuzeitigen Golgatha ist die jüdische arbeitende Frau in Palästina gewandert, bis sie den heutigen Zustand erreicht hat, der ja auch in vielen Hinsichten keineswegs ideal genannt werden kann. Der Geschichte dieses Martyriums ist das Werk Ada Fischmanns gewidmet. Kurz, möglichst objektiv, tendenziös im besten Sinne des Wortes. Schildert die Entwicklung der Bewegung von den ersten mit bitterer Verzweiflung durchtränkten Erlebnissen in den Arbeiterküchen bis zu den Farmen und den Siedlungen in Dorf und Stadt, wo die Frau als Arbeiterin in der Landwirtschaft, in der Industrie und bei den öffentlichen Arbeiten tätig ist, von den ersten geschlossenen Berätungen, wo die Frau nicht den Mut aufbringen konnte, in der Anwesenheit von Männern zu sprechen, bis zur letzten Konferenz der jüdischen Arbeiterinnen Palästinas, bei der Tausende von Zuhörern die Möglichkeit hatten, die gewaltige Erscheinung der freien kämpfenden Frau zu bewundern. Heute ist die arbeitende Frau in Palästina die freieste und am vollsten gleichberechtigste Frau auf der Welt, der gar nichts fremd und gar nichts unerreichbar ist. Das Buch des historischen Werkes der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina hat sich um noch ein Blatt vermehrt, und zwar um eines der bedeutendsten. So kämpft nur die wahre stolze Menschheit. Das Büchlein von Ada Fischmann ist kein Werk dieses oder jenes Teils der Gesellschaft, auch kein Werk dieser oder jenen Epoche. Es hat eine allgemein menschliche Bedeutung und wird sie auch immer wahren. Es bedeutet ein Manifest an das ganze Volk und an die ganze Menschheit. Es wird auch hoffentlich einen dementsprechenden Widerhall bei all denen finden, die für eine bessere und würdigere Zukunft zu kämpfen entschlossen sind. Dr. Arieh Tartakower, Lodz. Schluß des redaktionellen Teiles. VORANZEIGE! Die nächste Nummer erscheint alsSonderheft »SA N1TÄT« mit Originalbeiträgen folgender palästinensischer Ärzte, den Doktoren Buchmann, Grünfelder, Kazuelson, Majer, Peller, Wunderlich u. a. Die Redaktion.