Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1929)
- Article
- Die Julitagung der Mandatskommission [Nachricht]
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 89 (sequence 5)
- Language
- German
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über 18 Jahre registriert. Seitdem wurden weit größere Eintragungen vorgenommen. Von der jüdischen Gesamtbevölkerung aller Altersklassen in der Gesamtzahl von 162.000 wurden 89.985 registriert, die sich wie folgt verteilen: Jerusalem 23.945, Tel-Aviv und Jaffa 29.336, Haifa 9864, Tiberias 2823, Petach-Tikwah 3900, andere Kolonien Südpalästinas 8305, Kolonien Nordpalästinas 8824, andere Städte und Dörfer 2988. Die Zahl der Juden, die der Gesamtgemeinde nicht angehören wollen, ist noch nicht endgültig bekannt; sie scheint aber unbedeutend zu sein. VIII. Finanzen. Das Gesamtbudget der zionistischen Organisation wird aus freiwilligen Beiträgen von Juden aus allen Teilen der Welt gedeckt. In dem am 20. September geschlossenen Finanzjahr wurden von der zionistischen Organisation und ihren Tochtergesellschaften in Palästina 715.000 Pfund ausgegeben, davon vom Keren Hajessod 420.880, Jüdischer Nationalfonds 156.000, Haddasah 118.500, WIZO 20.000 Pfund. Der Bericht der Regierung. Dieser lautet in den Hauptzügen: Die wirtschaftliche Lage in Palästina war während des Berichtsjahres nicht befriedigend. Trockenheit und Heuschreckeninvasion drückten auf die Landwirtschaft, die Wirkungen der Viehseuche des Jahres 1926 waren noch nicht überwunden. Regenknappheit im Winter 1927/28 und heiße Luftströmungen zu Frühlingsbeginn verschuldeten zu einem großen Teil den Rückschlag in den Winter- und Sommerernten im nördlichen Distrikt und in der Jerusalemer Region. Die Lage der Farmer war ernst genug, um ein großes Maß von Hilfe seitens der Administration zu rechtfertigen. In Einzelfällen wurde die Leistung des Zehent, der durch eine entsprechende Steuer abgelöst ist, fast ganz erlassen; wo der Rückschlag weniger ernst war, wurde die Zehentleistung zum Teil gestundet. Ferner beschloß die Administration, in solchen Fällen auf Zahlung von Raten für landwirtschaftliche Anleihen nicht zu drängen. Von Zinsenberechnung für verzögerte Zahlungen des abgelösten Zehent wurde abgesehen. Diese Maßnahmen wurden ergänzt durch positive Hilfeleistung in der Form der Vergebung von Baranleihen und Warenvorschüsesn an Landwirte im Gesamtbetrage von 20.000 Pfund, die aus der Ernte zuzüglich 5% Zinsen rückzahlbar sind. Die jüdischen Bauern erhielten Anleihen im Ausmaße von 2500 Pfund. Nach anderer Richtung hin litt Palästina in den Winter- und Vorfrühlingsmonaten immer noch unter den Nachwirkungen der unökonomischen Einwanderung von 1925. Nachdem zu Beginn des Jahres 1928 5000 jüdische Arbeitslose gezählt wurden, durfte eine neue Zuwanderung ungelernter Arbeiter nicht zugelassen werden. Die Zionistische Exekutive Palästinas steht weiter der Situation mit Zuversicht gegenüber. Sie war mit Hilfe anderer jüdischer Institutionen in der Lage, einen wesentlichen Teil von Arbeitslosen bei Unternehmungen unterzubringen, was eine Ausgabe von 25.000 Pfund erforderlich machte. Auf diese Weise war es der Exekutive möglich geworden, Ende März die Verteilung von Arbeitslosenunterstützung einzustellen. Die Administration ihrerseits griff dem normalen Programm der öffentlichen Arbeiten vor und führte gewisse Hilfsarbeiten durch, außerdem wurde eine Anzahl von Arbeitslosen von privaten Unternehmungen absorbiert. Dies alles hatte zur Folge, daß eine Krisis vermieden wurde und es zum Jahresende nur noch etwa 1700 Arbeitslose gab. Hand in Hand mit diesen Maßnahmen war eine Auswanderungsbewegung solcher Elemente festzustellen, für die keine Aussicht bestand, sich in befriedigender Weise in Palästina zu verwurzeln. Unökonomische Unternehmungen wurden entweder geschlossen oder auf gesünderen Grundlagen wiedererrichtet.