Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1929)
- Article
- Der Tabakimport [Nachricht]
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 46 (sequence 2)
- Language
- German
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Nach unserer Mitteilung in Nr. 2/3, S. 77, sind Tabakfabrikate hergestellt worden (mit Ausnahme von Tombak und Schnupftabak): Kilogramm: 1927: 425.661, 1928: 509.735. Da hierzu nur 128.711, bezw. 116.483 kg Tabak importiert worden sind, so geht daraus hervor, daß im Jahre 1927 zirka 300.000, 1928 zirka 380.000 kg heimischen Tabaks verarbeitet wurden (die Ernteziffern siehe unter Rubrik „Landwirtschaft") und 1928 der Import an Tabak nur ein Viertel des Bedarfes betrug. Bei Zigaretten finden wir 1928 gegenüber einer Produktion von fast 500.000 kg einen Import von nur zirka 25.000 kg, das sind etwa 5%. Die Zollforderungen der Mühlenindustrien. In „Palestine and Near East" Nr. 1/2 schreibt der Direktor der „Grands Moulins", Gurvitch, hierüber unter anderem folgendes: Heute muß der Getreidebauer seinen Weizen, der sich hauptsächlich für Makkaronierzeugung eignet, nicht mehr exportieren, sondern kann ihn an die großen Mühlen verkaufen. Er erhält dadurch den vollen Weltmarktpreis ohne Abzug von Transportkosten. Die Regierung sollte zur Förderung der Mühlenindustrie jetzt nach der Mißernte von 1928 die Zölle für Weizen aufheben. Es ist nicht nötig, daß große Massen von Mehl (20.0001 pro Jahr) eingeführt werden, doppelt soviel, als die heimischen Mühlen derzeit erzeugen, die infolge dieses Imports ihre Kapazität nur zur Hälfte ausnützen können. Sie müssen auch Zoll für solchen importierten weichen Weizen zahlen, den sie mit dem einheimischen harten mischen müssen, weshalb sie weißes Mehl, wie es die Konsumenten von Europa aus gewöhnt sind, nicht so billig herstellen können, daß sie mit dem zu niedrigen Zoll importierten konkurrieren könnten. Gegenwärtig, nach der Mißerente, muß sogar für Herstellung des Brotes der Araber- (Pittah-) Weizen importiert werden. Auch in normalen Jahren sollte auf weichen Weizen, der im Lande nicht wächst, kein Zoll gelegt werden. Da die Weizenpreise in Palästina die Weltmarktpreise sind, so würden die Mühlen sich hüten, mehr zu importieren, als sie zum Mischen brauchen, da ja das eingeführte Mehl mit 2 bis 21/2 £ pro Tonne Transportkosten und Spesen belastet ist. Die heimische Landwirtschaft würde nicht leiden, die Mühlenindustrie könnte voll arbeiten und sich durch Schaffung eines Exports ausdehnen. Hat Palästina vor dem Krieg das Rohprodukt — Weizen — exportiert, so könnte es jetzt ein hochwertiges Fertigprodukt, feines Mehl, exportieren. VERKEHR. Touristen. 1928 betrug die Zahl der Besucher 63.319 gegen 59.305 im Jahre 1927. Der Schiffsverkehr 1928. Im Jahre 1928 landeten in palästinensischen Häfen 1465 Dampfer mit einer Tonnage von 3,535.5341 und 3128 Segelschiffe mit einer Tonnage von 61.1921. Im Küstenverkehr betrug die Zahl der Dampfer 608 mit 1,242.5111, die Zahl der Segelschiffe 903 mit 18.3741. Die Automobileinfuhr. 1928: 1011 Wagen (1927: 572). Der Wert des Imports von Automobilen, Gummi- und Ersatzteilen sowie Petroleum betrug nahezu eine halbe Million Pfund. WANDERUNG. Jänner 1929. Einwanderer 481 (davon 352 Juden, 101 Christen, 28 Moslem). Auswanderung 173 (davon 89 Juden). Februar 1929. Einwanderer 483 (davon 378 Juden, 85 Christen, 20 Moslem). Auswanderung 146 (davon 104 Juden).