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Palästina · 1929-06-01 · Heft 6 (Juni 1929) · p. Seite 37

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 6 (Juni 1929)
Article
Jewish Agency. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin.
Date
1929-06-01
Page
Seite 37 (sequence 2)
Language
German
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Dein Aktionskomitee wurde in einer Sitzung vom 30. Mai bis 3. Juni ein Entwurf der Konstitution für die erweiterte Agency vorgelegt. Dieser Entwurf ist einige Tage nach der Aktionskomiteesitzung auch von der amerikanischen Marshall-Gruppe approbiert worden. So ist wohl mit der Veröffentlichung in der nächsten Zeit zu rechnen . Die erweiterte Agency wird gebildet durch den Zusammenschluß von Vertretern der Zionistischen Organisation und von Vertretern anderer jüdischer Gruppen. „Nichtzionisten" sind im Sinne des Entwurfes alle diejenigen Juden, die an der Agency nicht in der Eigenschaft eines Vertreters der zionistischen Organisation teilnehmen. Diese nichtzionistischen Vertreter werden nach Ländern gewählt, wobei Amerika 40% der nichtzionistischen Sitze erhält. Das britische Weltreich einschließlich der Dominien dürfte 10 Vertreter haben, Deutschland 6, Polen 12 usw. Die Zionistische Organisation entsendet ebenso viele Vertreter, wie jeweils Nichtzionisten vorhanden sind, so daß also in der Besetzung des Councils stets die Proportion 50 :50 gewahrt bleibt. Die Agency hat drei Organe: den Council, der die Repräsentanten aller Länder und der Zionistischen Organisation umfaßt und wahrscheinlich einmal in zwei Jahren zusammentreten wird; das Administrative Committee aus 40 Personen, das in ständigem Kontakt mit der praktischen Arbeit bleibt und die Geschäfte der Agency leitet, und schließlich die Exekutive, die ein permanent arbeitendes Organ ist mit ausführenden und bestimmenden Befugnissen. Der Präsident der Jewish Agency ist identisch mit dem Präsidenten der Zionistischen Organisation, wenn nicht drei Viertel des Councils etwas anderes beschließen. Diese zionistische Forderung wurde demnach akzeptiert mit der Einschränkung, daß von der Bestimmung abgegangen werden kann, wenn außer den gesamten Nichtzionisten auch die Mehrheit der Zionisten selbst sich auch dafür ausspricht. Eine Streitfrage entstand aus der Forderung der amerikanischen Nichtzionisten, daß die Mitglieder des Council das Recht haben sollen, anderen Mitgliedern ihr Stimmrecht zu übertragen. Ein solches Vorgehen schien einem Teile der Zionisten undemokratisch und sie fürchteten, daß dadurch die Counciltagungen auf Sitzungen kleiner Gruppen zusammenschrumpfen würden, die, mit fremdem Stimmrecht ausgestattet, wie die Leitung einer Aktiengesellschaft Entscheidungen treffen. Es hat sich aber herausgestellt, daß dies auch von den Nichtzionisten nicht beabsichtigt ist; vielmehr handelt es sich um eine Art Korrektur der Geographie, eine Berücksichtigung der Tatsache, daß gerade Amerikaner an Sitzungen in Europa aus äußeren Gründen nicht immer vollzählig teilnehmen. Das Aktionskomitee hat schließlich Verständnis dafür gezeigt, daß hier eine gerechte Forderung vorliegt» und hat zugestimmt, daß dieses System der „Proxies" bei überseeischen Mitgliedern Anwendung finden könne. Und in ähnlicher Weise, in diesem Geiste des Ausgleichs und Entgegenkommens, in diesen Bestreben, auch die Situation des anderen gerecht zu würdigen, waren auch die anderen Entscheidungen des Aktionskomitees gehalten. In der Präambel zur Konstitution der Agency wird die Balfour-Deklaration in vollem Wortlaut zitiert. Die Partner der Agency akzeptieren also die Balfour- Deklaration und anerkennen das Palästina-Mandat ausdrücklich als Grundlage *der Tätigkeit der Agency. Dabei wird die „historische Verbundenheit des jüdischen Volkes in Palästina", von der im Mandat die Rede ist, hervorgehoben, womit ausgesprochen ist, daß Palästina nicht etwa eines der vielen Länder jüdischer philanthropischer Betätigung ist, sondern eine Sonderstellung einnimmt, die geschichtlich begründet ist. Damit ist zwar noch nicht die zionistische Auffassung, daß nur in Palästina durch das jüdische Nationalheim eine Renaissance des Judentums kommen

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