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Palästina · 1929-04-01 · Heft 4-5 (April 1929) · p. Seite 93

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 4-5 (April 1929)
Article
[Rezension] / a. b.
Date
1929-04-01
Page
Seite 93 (sequence 2)
Language
German
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Versuchsstation in Rothanisted, hat im April 1928 einen zweiten Besuch in Palästina gemacht, über den er in der vorliegenden Broschüre berichtet. Hierin spricht er über die Möglichkeiten der Bebauung auf den verschiedenen Bodenarten und befaßt sich besonders mit der Frage der Grasweide. In der Küstenebene werden weite Flächen von den Beduinenherden abgeweidet. Diese Plätze sind aber sehr malariaverseucht.. Es wäre besser, sie zu entwässern und als Ackerland zu benutzen, wodann sie auch mehr Familien als jetzt ernähren könnten. Die Abhänge der Hügel, welche die Ebene einsäumen, wären zwar auch als Grasflächen brauchbar, doch ist es besser, sie mit "Wein und Oliven zu bepflanzen. Russell glaubt daher nicht, daß auf eine nennenswerte Weidefläche in der Küste nzone zu rechnen ist. In der Jesreelebene haben die Juden kein Grasland, so wünschenswert es für ihre Kühe auch wäre. Auf den Hügeln gibt es während eines Teiles des Jahres Vegetation, die dem arabischen Vieh als Futter dient. Hier könnten noch viel Verbesserungen erfolgen, besonders an den Abhängen nach Transjordanien sind die Möglichkeiten groß. Russell spricht dann von den Unterschieden zwischen jüdischen und arabischen Bauern. Für den Juden ist der Viehstapel ein Mittel, um Wohlstand zu erwerben, bei den Arabern bedeutet Vieh selbst Wohlstand. Deshalb nehmen auch die wenig wertvollen Ziegen gegenüber den Schafen und Kühen, die Werte liefern, zu, und man müßte durch Steuern diese Entwicklung hemmen. In bezug auf Experimente mit Futterpflanzen lobt Russell die Versuche der Zionistischen Versuchsstation, speziell Volcanis. Gegenwärtig ist es möglich, eine gute Kuh auf 1 ha unbewässerten oder Vs ha bewässerten Landes zu halten. In einem besonderen Abschnitt spricht der Autor von seinen Eindrücken in den jüdischen Kolonien. Es ist hoch erfreulich, daß er sich über diese in der günstigsten Weise ausspricht. Er rühmt die Sachkenntnis der Kolonisten, ihre Verwurzeltheit im Boden. Es gibt keine Abwanderung der Jugend in die Stadt, eher eine umgekehrte Stimmung. Die Leute haben nicht so viel zu leiden gehabt wie in anderen Kolonialländern usw. „Man kann44, sagt Russell, „den jüdischen Organisationen, welche diese Kolonisation gefördert haben, gratulieren. Durch ihre Arbeit wächst eine Rasse von jungen Leuten auf, von dem Ideal erfüllt, eine hebräische Nation zu schaffen, die frei ist von den Übeln der Länder, aus denen sie kommen. Die Ideale der Jugend könnten älteren Leuten phantastisch erscheinen, aber der beste Dienst, welche der jungen Gemeinschaft in Palästina erwiesen werden kann, ist, während man ihr den Weg zum materiellen Gedeihen zeigt, das notwendig für die Entwicklung eines Volkes ist, jene Geistesrichtung zu fördern, die ein Ideal hervorbringt und es bewahrt.44 a. b. Les Problemes de la Terre en Palestine par Dr. A. Granovsky. Les Editions Rieder, Paris. — Dies ist die französische Übersetzung des bekannten Buches „Probleme der Bodenpolitik in Palästina44, das 1925 im Jüdischen Verlag, Berlin, erschienen und auch in englischer und hebräischer Sprache ediert worden ist. Der Autor hat nebst einigen kleinen Änderungen die Ziffern bis zum Jahre 5687 ergänzt. Die französische Ausgabe wird mit einer Vorrede von Prof. Charles Gide, dem bekannten Vorkämpfer des Genossenschaftswesens, eingeleitet. (Wir haben in Nr. 5/7, S. 332, ausführlich seine Broschüre über das Genossenschaftswesen in Palästina besprochen.) Er erörtert kurz die Prinzipien des KKL. und verweilt mit besonderem Nachdruck darauf, daß Großgrundbesitz in Palästina schon deshalb nicht statthaft wäre, weil das Land klein ist und, auf das kultivierbare Land gerechnet, schon heute ein Einwohner auf den Hektar entfällt — in Frankreich bloß 0.73. Auch das Korrelat zum Großgrundbesitz, das ländliche Proletariat, zu welchem sich auch das jüdische freiheitsliebende Volk nicht

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