Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1929)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 92 (sequence 2)
- Language
- German
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zionistische Entwicklung, soweit sie nicht die Außenpolitik berührt, insbesondere die Stellung der Arbeiterparteien, ihre Ideologie, ihre Versuche in Palästina (S. 255), werden kaum gestreift. Jedenfalls ist aber diese erstmalige, klar geschriebene, kenntnisreiche, präzise, wenn auch kurze Darstellung der zionistisch-politischen Entwicklung nach dem Kriege von großem Werte. Die beiden gut ausgestatteten Bändchen werden sicher dazu beitragen, im italienischen Judentum die nationale Palästinaidee zu verbreiten und zu vertiefen. Adolf Böhm. La Palestina Ebraica. Von Prof. Ricardo Bachi. Separatabdruck aus „La Riforma Sociale", Heft 3/4, 1929. Torino 1929. 47 Seiten. — Diese kurze Studie ragt aus der Flut der Literatur über das jüdische Palästina hervor durch ihren wissenschaftlichen Charakter, die genaue Kenntnis der Materie, die der Verfasser besitzt, und ihren kraftvollen, präzisen Stil. Der einzige "Wunsch, den man bei der Lektüre hat, ist der, daß diese Studie sich zu einem Buch ausgewachsen hätte. Das besondere Interesse des Verfassers, der Professor der Nationalökonomie ist, haben die sozialen Formen der Kolonisation, um so mehr als ja in Italien die Bewegung der landwirtschaftlichen Kooperativen — dem deutschen Publikum durch die Werke von W. D. Preyer bekannt — eine sehr bedeutende ist. Prof. Bachi zieht eine Parallele und sagt: In Italien sind die kollektiven Pachtgenossenschaften eine ökonomische Erscheinung, hervorgegangen aus der Differenz von Klasseninteressen, in Palästina eine vorwiegend soziologische, eine solche der technisch-geistigen Umwandlung eines neuen Volkes. In bezug auf die Kwuzoth gibt er ausführlich die Meinungen wieder, enthält sich aber in sehr richtiger Weise eines apodiktischen Urteils. Er betont stark den Wert des geistigen Faktors für die Wachhaltung der Energien und des Gemeinschaftsgeistes und hält es nur für „wahrscheinlich", daß die Moschawim die Hauptzellen des Aufbaus sein werden. Von größtem Interesse ist, daß ein italienischer Autor, Sarpieri-Sella, wie aus einem Zitat hervorgeht, in einer Studie über die italienischen Genossenschaften schon 1905 davon sprach, daß sich bei diesen eine „neue Poesie der Arbeit" entwickelt, was genau dem Empfinden A. D. Gordons und seiner Jünger entspricht. Bachi spricht auch ausführlich über „Nir", doch ist dessen Stellung noch nicht so geklärt, wie es nach seinen Bemerkungen scheinen konnte; jedesfalls ist „Nir" als Vertragspartner gegenüber den nationalen Fonds noch nicht anerkannt, ebenso sind deren Bedingungen für die Kontrakte mit den Ansiedlern noch nicht fix, da sie ja noch nicht abgeschlossen sind. Der Autor bespricht auch die anderen Gebiete jüdischen Schaffens, Industrie, Schulwesen usw. kurz und sehr informativ, widmet einen Abschnitt den wirtschaftlichen Beziehungen Italiens zu Palästina, die noch sehr spärlich sind, und sagt zum Schluß: „An dem Schicksal der Völker arbeiten Interessen und arbeiten Gefühle . . ., die tausendjährige Geschichte Palästinas scheint den gewöhnlichen Anschein (daß die ökonomischen Interessen die dominierenden sind) zu dementieren, so stark und entscheidend ist hier dauernd und jederzeit die Macht des Geistes." — Dem jüdischen und nichtjüdischen italienischen Leserpublikum ist in letzter Zeit durch verschiedene Publikationen Gelegenheit geboten worden, die zionistische Frage kennenzulernen. Diese kleine Schrift von Professor Bachi ist eine der wertvollsten und interessantesten unter ihnen. Adolf Böhm. Report on Visit to Palestine. By Sir John Russell. Verlag Zionistische Organisation. London 1929. 12 Seiten. — Wir haben den Bericht des Autors über seine erste Reise in Nr. 10/11, 1927, wörtlich wiedergegeben. Russell, Direktor der landwirtschaftlichen