Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1929)
- Article
- Die Leistungen der Gemeinde [Nachricht]
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 83 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Tel-Aviv. Die Leistungen der Gemeinde. In einer Polemik auf die Angriffe auf die Finanzverwaltung von Tel-Aviv weist ein Artikel im Jännerheft „Mischar we Taasjah" auf die von uns (in Nr. 2/3, S. 64) schon mitgeteilte Tatsache hin, daß die Stadt nur eine kleine Anleihe von der Regierung (3500 £) erhalten hat. Tel-Aviv sei aber auch die einzige Stadt, die aus eigenen Kräften — abgesehen von der Beteiligung der Zionistischen Exekutive — die Ausgaben für Erziehung, Kulturarbeit und Sanitätsarbeit bezahle, während die entsprechenden Ausgaben in allen anderen Städten von der Regierung getragen würden. Nur an den sanitären Ausgaben habe sich die Regierung im letzten Jahre beteiligt. Auch die Kosten der Tel-Aviver Polizei fielen der Stadt zur Last-, erst im Jahre 1927/28 habe sich die Regierung mit einem kleinen Betrage beteiligt (6000 £), der aber als Darlehen gegeben worden sei und also zurückgezahlt werden müsse. Tel-Aviv habe mehr als 200.000 £ für Zwecke ausgegeben, die in allen anderen Städten Palästinas von der Regierung getragen würden; gleichzeitig sei die Beteiligung der Regierung an den allgemeinen Unkosten der Stadtverwaltung in Tel- Aviv kleiner als in irgendeiner anderen Stadt. Trotzdem wäre Tel-Aviv insbesondere durch die Hilfe der vierten Alijah in geordneten finanziellen Verhältnissen geblieben, wenn nicht gerade die Regierung alles getan hätte, um die Eingewöhnung neuer Einwanderer möglichst zu erschweren. Wenn noch heute die Zollbestimmungen keinen Anlaß zur Zufriedenheit geben: was könne man da über das Zollsystem sagen, das zur Zeit der vierten Alijah geherrscht habe! Wenn nun also die Stadt in einer schwierigen Lage gezwungen gewesen sei, eine Unterstützung von der Regierung anzunehmen, so habe die Regierung nur ihre selbstverständliche Pflicht erfüllt, nachdem sie vorher die größten Einnahmen aus der neuen Einwanderung gezogen habe. In allen Städten gäbe es solche Anleihen des Staates an die Kommune, ohne daß jemand auf den Gedanken käme, darin einen Bankrott der Stadt zu erblicken. Tel-Aviv zahle im übrigen seinen privaten Gläubigern, darunter auch den amerikanischen Anleihegebern mit großer Pünktlichkeit und, wenn es im Augenblick keine Zahlungen an APG. oder Exekutive leiste, so habe ja gerade die Regierung dies als Bedingung aufgestellt, als sie eine Anleihe gewährte. Es sei also keine Rede von einem Bankrott Tel-Avivs, wohl aber von einer schwierigen Finanzlage, an der Momente Schuld seien, die gar nichts mit Tel-Aviv zu tun hätten. Und was den Vorwurf anlange, daß Tel-Aviv keine gesicherte wirtschaftliche Grundlage habe, so sei daran zu erinnern, daß Tel-Avivs Vorschlag, auf eigene Rechnung eine Mole zu bauen, was für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt sehr wichtig sei, von der Regierung abgelehnt worden sei, daß der Eisenbahnknotenpunkt sich noch immer in Ludd und nicht in Tel-Aviv befände und daß es noch immer keine Verbindung von Tel-Aviv zum Jaffaer Hafen gäbe. Und bei alledem seien die Einnahmen der Regierung aus Tel-Aviv außerordentlich große: Von den Werko-Einnahmen in Höhe von 180 000 £ aus dem ganzen Lande im Jahre 1928 habe Tel-Aviv allein 30.000 £ aufgebracht; die Einnahmen aus Post und Eisenbahn seien in Tel-Aviv zehnmal größer als in Schechen!, obwohl Tel-Aviv nicht einmal dreimal soviel Einwohner habe. Subvention der Regierung. Tel-Aviv erhielt neuerdings 1700, Jaffa 8000 £. Das Budget für 1929. In der Sitzung des Stadtrates von Tel-Aviv vom 4. März wurde der Budgetentwurf für die Stadt Tel-Aviv für das Jahr 1929 unterbreitet. Das Gesamtbudget wird demnach 84.770 £ betragen und soll unter anderem aus folgenden Einkünften gedeckt werden: