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Palästina · 1929-04-01 · Heft 4-5 (April 1929) · p. Seite 49

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 4-5 (April 1929)
Article
Die Rolle des Keren Kajemeth bei Entwicklung der Haifa-Bay
Date
1929-04-01
Page
Seite 49 (sequence 20)
Language
German
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sollen, sondern die durch eine kluge und vorsichtige Verwaltung erhalten werden und aus denen im Laufe der Zeit eine genügend große Reserve erwächst, um für eventuelle Verluste und sonstige Zufälligkeiten aufzukommen und späterhin auch dem Geldgeber eine bescheidene Verzinsung zu gewähren. Es ist klar, daß auf dem Geldmarkt solche Gelder nicht zu finden sind, sondern nur bei Juden, die an unserer Arbeit interessiert sind; aber wir glauben, daß immer größere Summen auf diese Weise aufgebracht werden können, wenn wir zeigen, daß dieses Geld ein umlaufendes Kapital darstellt und nicht ä fonds perdu gegeben ist. (Auf solcher Basis arbeitet die Palestine Economic Corporation-New York.) Je vernünftiger solche und freiwillig gespendete Gelder verwendet werden, um so wirkungsvoller wird man damit für wirklich kaufmännisch investiertes Kapital werben können, und um so größer werden die Möglichkeiten sein, solche Kapitalien für unser Unternehmen flüssig zu machen. Die Sicherheit für geschäftliche Gelder in landwirtschaftlicher Kolonisation besteht in der Bodenhypothek*). Um nun für Pachtbesitz eine ebenso sichere Kreditunterlage wie für Eigentum zu schaffen, sieht der Pachtvertrag des Keren Kayemeth Lejisrael vor, daß der Anspruch auf die Pachtrente dem Hypothekenkredit nachgeordnet sein soll, so daß der Wert einer Erbpacht voll verpfändet werden kann, womit also die Möglichkeit gegeben ist, eine Hypothek in gleicher Höhe für ein gepachtetes Grundstück aufzunehmen, wie für eines, das man im freien Eigentum besitzt. Weiter kann, sobald der Siedler sich selbst zu erhalten vermag, dank der Subordinationsklausel derjenige Teil des Kapitals, der weder durch die Hypothek noch durch des Siedlers eigenes Geld gedeckt ist, durch Investitionsfonds beschafft werden, ohne Spendengelder in Anspruch zu nehmen. Die Wichtigkeit dieser Tatsache kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Beim freien Eigentum, wo keine Subordinationsklausel die Sicherheitsgrenze für Anleihen gewährleistet, muß ein Teil des benötigten Kredits ä fonds perdu gehen, mit all der demoralisierenden Wirkung, die die Vermengung von Krediten aus investierter^ und gespendetem Kapital zur Folge hat. Nur der Keren Kayemeth Lejisrael vermeidet diese Kalamität. Wir haben bisher nur versucht, die Unentbehrlichkeit des Keren Kayemeth Lejisrael für die ländliche Kolonisation zu beweisen. Ebenso groß ist jedoch seine Bedeutung für die städtische Siedlung. Die Erfahrung mit Tel-Aviv gibt uns in dieser Beziehung eine gute Lehre. Der Keren *) Die geringen Erfolge der Palästina-Hypothekenbank in Amerika beweisen gar nichts. Es würde zu weit führen, ihren Mißerfolg hier zu erklären. Es wurde auch kein Versuch unternommen, sie im offenen Markt zu finanzieren.

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