Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1929)
- Article
- Die Rolle des Keren Kajemeth bei Entwicklung der Haifa-Bay
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 47 (sequence 18)
- Language
- German
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Keren Kayemeth als Eckstein im Aufbau des jüdischen Nationalheimes. Es ist daher hohe Zeit, daß wir Zionisten uns mit seinen Prinzipien vertraut machen. Sonderbarerweise haben das recht viele von uns nie getan: insbesondere trifft das auf die amerikanischen Zionisten zu. Wäre dem nicht so, so hätte die American Zion Commonwealth (Amzic) nie einen solchen Einfluß auf die zionistische Tätigkeit in Amerika ausüben können, der soweit ging, daß man sie eine lange Zeit als die Hauptbodeninstitution unserer Organisation betrachtete. Wenn wir von der Notwendigkeit sprechen, die Bedeutung des Keren Kayemeth für den Aufbau Palästinas zu erkennen, so denken wir dabei nicht so sehr an die Klausel, die die Veräußerlichkeit seines Bodens ausschließt und ihn somit für ewige Zeiten zum Eigentum des jüdischen Volkes macht. Die Sicherung des öffentlichen jüdischen Interesses bei allen derartigen Operationen, bei denen man sich öffentlicher jüdischer Gelder bedient, wird allerseits bereitwillig als wünschenswert anerkannt. Das Übel ist vielmehr, daß viele Zionisten glauben, eine solche Bestimmung — so wünschenswert sie sonst sein möge — sei mit erfolgreicher Kolonisation unvereinbar. Die Skeptiker behaupten, daß eine Kolonisation nur dann Erfolg haben könne, wenn sie auf streng geschäftlicher Basis durchgeführt werde, daß daher für einen Fonds, dessen Mittel aus Spenden stammen, in einem solchen Unternehmen kein Raum sei. Diese Ansicht beruht auf einem fundamentalen Mißverständnis. Es braucht nicht mehr bewiesen zu werden, daß Palästina ohne eine selbstarbeitende Bauernschaft, die tief im Boden verwurzelt ist, niemals eine jüdische Mehrheit haben wird. In anderen Ländern wird die landwirtschaftliche Kolonisation durch die unentgeltliche Überlassung von Boden erleichtert. In Palästina müssen wir jeden Quadratmeter Bodens kaufen. In anderen Ländern entspricht der Bodenpreis seinen jetzigen oder zu erwartenden Erträgen. In Palästina zeigt sich in übertriebenen Bodenpreisen, wie gut der Araber die jüdische Kauflust kennt. In anderen Ländern ist es möglich, kleine und große Bodenflächen zu erwerben. In Palästina muß man in der Regel von im Auslande sitzenden Bodeneigentümern oder von arabischen Dorfgemeinden ausgedehnte Komplexe kaufen. Und zudem verlangt die Vorbereitung und Dränage des Bodens große Ausgaben. Eine Boden kaufende und ameliorierende Gesellschaft ist daher unentbehrlich. Eine solche Institution ist der Keren Kayemeth. Er setzt den Pachtzins in Übereinstimmung mit den tatsächlichen Bedingungen fest. Die Pacht kann niedriggehalten sein, sie kann dem Siedler im Anfang auch erlassen werden. Wenn höhere Einnahmen aus dem Boden gerechtfertigt erscheinen (das heißt natürlich solche, die nicht aus der eigenen Mühe des Kolonisten, sondern aus Bedingungen