Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Ausgrabungen am Meromsee und nördlich von Jerusalem [Nachricht]
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 81 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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dier Könige zurückgeht, die die Bibel nennt. Die Annahme dieses frühen Datums wird durch die Auffindung Hunderter von Scherbenhaufen bestätigt, die man in einem tiefen Loch in einem nahen Felsen entdeckt hat und die aus jener Perio<ie stammen. Etwas nördlich von dem erwähnten Teil der Stadtmauer sieht man eine schöne, .sechs Meter tiefe Zisterne, die zwischen dem künstlich abgeböschten Vorsprung und cter Stadtmauer gebaut worden war. Die Wände dieser Zisterne sind in einem völlig unterschiedlichen Stil gebaut, der erst nach dem Fall des Königreiches eingeführt wurde und in die hellenistische Periode fällt. Wahrscheinlich ist diese Zisterne etwa zur Zeit Nehemias gebaut worden. Auf der Spitze des Kammes erhebt sich der Felsen dicht bis an die heutige Bodenhöhe. Dieser Bodenoberfläche ist nicht viel zu entnehmen: sie besteht zum größten Teil aus der Basis verhältnismäßig spätarabischer Häuser. Immerhin hat man an einer Stelle eine Fortsetzung der Byzantinischen Straße aus dem sechsten Jahrhundert gefunden, die man im Jahre 1927 entdeckt hat. Die Expedition hat drei oder vier Mosaikfußböden aufgefunden, die zu nahe dieser Straße gelegenen Häusern gehören. Unter der Felsoberfläche sind bereits einige unterirdische Zimmer entdeckt worden. Die meisten sind wohl zum Zwecke von Zisternen ausgehauen worden. Besonders interessant ist aber eine Reihe zusammenhängender Räume, die offenbar zu einem anderen Zwecke angelegt wurden. Fünf Räume dieses Komplexes sind bereits mehr oder weniger durchgeprüft worden. Sie sind leider zu einer späteren Zeit, in der mittelalterlichen oder arabischen Periode, benützt worden, so daß die kleinen Gegenstände, die man in ihnen findet, keinerlei Aufklärung über den ursprünglichen Zweck dieser Anlage geben. Es wäre verfrüht, Hypothesen über diesen Zimmerkomplex an* zustellen, bevor er völlig durchgearbeitet ist — es steht aber bisher der Annahme nichts entgegen, daß diese Räume ursprünglich als eine Flucht von Grabgemächern angelegt wurden. Ausgrabungen am Meronisee und nördlich von Jerusalem. In demselben Artikel berichtet Dr. Kohn hierüber: Weitere wichtige Ausgrabungen werden in Palästina jetzt von Prof. Garstang von der Universität Liverpool unternommen, der früher Direktor des Departements für Altertümer der palästinensischen Regierung gewesen ist. Er setzt seine Arbeiten in Hazon und Ai fort. Die Stadt Hazon am Meromsee war die Residenz des Königs Yabin, der von den Israeliten unter der Führung Deborah^ besiegt wurde. Über seinen Tod berichtet das vierte Kapitel des Richterbuches ausführlich. Mit der Ausgrabung von Hazon glaubt Prof. Garstang einen wichtigen Beitrag zur genauen Datierung der Geschichte und Kultur der Richterzeit liefern zu können. Er will die Funde in Hazon mit denen in Jericho vergleichen. — Auch Prof. William F. Bade von der Berkely-Universität in Kalifornien wird seine Ausgrabungen bei Tel El Nasbe fortsetzen. Tel El Nasbe liegt ungefähr 14 km nördlich von Jerusalem. Es wird von Prof. Bade mit dem alten Mizpah aus der Geschichte Samuels identifiziert. Besonder wichtig waren die Funde in Tel El Nasbe durch die schönen Keramiken, Ein Fund in Beth Alfa. In dieser östlichsten jüdischen Kolonie des Emek wurde vor einigen Wochen während des Grabens für Bewässerungsröhren ein alter Mosaikfußboden entdeckt. Man verständigte das Altertumsdepartement und die Hebräische Universität, die sofort ihren Fachmann Dr. Sukenik an Ort und Stelle entsandte. Dieser erklärte, es handle sich um Überreste einer jüdischen Synagoge aus dem elften Jahrhundert mit einer dreiteiligen Basilika, die, wie alle im Norden Jerusalems entdeckten Synagogen, dem Süden zugewendet ist. Das Mittelschiff zeigt besonders gut erhaltene Sternbilder. Sternbilder und Sonnenräder hat man früher schon in den