Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Die Bibliothek [Nachricht]
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 80 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Bibliothek. Kürzlich erhielt die Universitätsbibliothek von derjenigen des australischen Parlaments eine vollständige Serie der historischen Erinnerungen Australiens und eine solche der Parlamentsprotokolle. Die Anstalten der Agudas Isroel. Auf die von dieser Organisation uns zugegangene Berichtigung (Nr. 11/12 1928, S. 547) erwidert unser Mitarbeiter Dr. Menasche ben Ephraim mit folgender Mitteilung: Meine Angaben über das Schulwesen der „Agudath Israel" (siehe den Artikel „Jüdische und Nichtjüdische Erziehung" in Nr. 8/10) sind durch die Agudahzentrale dahingehend berichtigt worden, daß das Schulnetz der Agudah nicht, wie ich berichtete, 11 Schulen mit 38 Lehrern und 809 Schülern, sondern 14 Schulen mit 62 Lehrern und 1465 Kindern umfasse. Dazu ist zu bemerken, daß meine Angaben dem offiziellen Bericht des Erziehungsdepartements der Regierung entnommen sind, an dessen Genauigkeit zu zweifeln für mich kein Anlaß vorlag. Des Rätsels Lösung kann vielleicht darin gefunden werden, daß sich unter den von mir noch aufgezählten 30 Talmud-Thora-Schulen mit 192 Lehrern und 2901 Schülern auch solche Talmud- Thoras befinden können, die der Agudah direkt unterstehen. — Die Bemerkung der Agudahzentrale, daß die Unterrichtssprache in den meisten ihr unterstellten Schulen hebräisch sei, nehme ich gerne als Zeichen dafür zur Kenntnis, daß sich auch die Agudah, ebenso wie die Alliance und die Anglo-Jewish Association, dem steigenden Einfluß des von ihr einst (und jetzt?) so bekämpften Hebräisch nicht zu entziehen vermag. In der Tat ist seit einiger Zeit eine der Agudah angehörige Dame bemüht, das Hebräische als Unterrichtssprache in den Agudahmädchenschulen einzuführen. Wie die Presse allerdings berichtet, sind diese Versuche an dem heftigen Widerstand der Elternschaft — man spricht sogar von Tätlichkeiten — vorläufig gescheitert. Das Herzl-Gyrnnasium in Tel-Aviv. Diese Anstalt zählt gegenwärtig 673 Schüler. Sein Etat beträgt £ 12.000. wovon drei Viertel aus Schulgeldern gedeckt werden. Archäologie. Die Ausgrabungen in Jerusalem. Wir haben hierüber schon wiederholt berichtet und geben nachstehend eine zusammenhängende Darstellung, die von unserem Mitarbeiter Dr. Hans Kohn der .frankfurter Zeitung" (Nummer vom 1. Jänner) mitgeteilt wurde. Der Palestine Exploration Fund hat unter Leitung de3 Direktors der britischen Schule für Archäologie in Jerusalem, Herrn J. W. Crowsoot, und Dr. E. L. Sukenik, Dozent an der Hebräischen Universität Jerusalem, neue Ausgrabungen am Ophel durchgeführt, die wiederum ein neue3 Licht auf die Topographie des alten Jerusalem werfen. Die Expedition hat den steilen Abhang an der Westseite des Ophelkammes etliche Meter freigelegt. Dieser Vorsprung, hinter dem das Tyrpäontal beginnt, liegt vier Meter östlich des heutigen Fußweges. Er ist vielfach senkrecht abgeböscht; an einer Stelle aber, nordwestlich von der jetzigen Ausgrabung, ist die natürliche Form des Vorsprunges unberührt. Die alte Stadtmauer und die Türme, die man 1927 gefunden hatte, standen auf einem breiten Unterbau unterhalb des Vorsprunges. Ein kleiner Teil der alten Stadtmauer ist in diesem Jahre weiter südlich in ähnlicher Situation gefunden worden. Bei diesem Teil sind die Steine in einer Art geschichtet, wie man sie analog anderen Beispielen als charakteristisch für die Periode der hebräischen Monarchie ansieht. Es dürfte daher keinem Zweifel unterliegen, daß dieser Stadtwall auf die Zeit eines