Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Das Ergebnis der Wahlen und der Parteienkampf [Nachricht]
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 74 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Tel-Avivs die größten Verdienste erworben hat. Bisher hatten die Arbeiterparteien die Majorität und den Bürgermeisterposten besetzt (Bloch-Blumenfeld, der sich derzeit auf einer Tournee in Amerika befindet). Im „Dawar" wird ein Vergleich des Verhältnisses der abgegebenen Stimmen aufgestellt. Es stimmten in Prozenten der Wähler für folgende Gruppen: Die linke Partei der Bürgerlichen, die Demokraten (unter Führung Dr. Glücksohns), errangen kein Mandat. Die Histadruth konnte trotz der Kürzung der Wahlberechtigung über 3000 Stimmen (10% mehr als 1926) auf sich vereinigen. Die Revisionisten erlangten nachträglich ein Mandat durch Verzicht eines Kandidaten der Diezengoff- Liste. Es kommt also statt D. Benbenischti der Revisionist Dr. Weinschal in den Stadtrat. Bei den Wahlen haben sich auch 25 Araber, darunter Frauen, beteiligt. Die Presse der Arbeiterparteien sieht trotz Verlustes der Majorität und Rückgang der Mandatszahl auf ein Drittel in dem Wahlergebnis einen Erfolg der Arbeiterparteien, da ja die Kürzung der Zahl der Wahlberechtigten durch das neue Statut um nicht weniger als 3200 (über ein Viertel der früher Wahlberechtigen) auf Kosten der Minderbemittelten zu rechnen ist. Zweifellos ist die Majorität stark rechts orientiert. Die bürgerliche Presse sieht in dem Rückgang der Stimmen, die für die Linksradikaien abgegeben wurden (insgesamt für drei Parteien 321), ein Zeichen für das Absterben des Einflusses revolutionärer Phraseologie. Die Bürgerlichen werfen der Arbeiterschaft vor, sie hätten die Schulden der Stadt auf 260.000 £ und die Zahl der Beamten — von denen inzwischen 60 entlassen werden konnten — übermäßig anwachsen lassen. Die Arbeiterpartei weist demgegenüber auf ihre großen sozialen Schöpfungen hin, und darauf, daß sich unter ihrem Regime die Schuldenlast trotzdem nur um 60.000 £ erhöht hat, ferner auf die Krise mit plötzlichem Abbruch der Einwanderung, wodurch allein im Jahre 1926 an Baugebühren um 30.000 £ weniger eingenommen wurden. Außer Diesengoff wurden in den Vorstand J. Rockach und S. Persitz (alle drei gehören dem „Zentrum" an) gewählt. Der Rat der Stadt besteht außer aus diesen drei Vorsitzenden auch aus vier anderen Mitgliedern, Diamant (Zentrum), Azulay (Mittelstand), Schoschani (Hausbesitzer), Kaplan, Feinstein (beide Arbeiterpartei). Garlenaussteliung. Im Dezember fand, veranstaltet von der W. J. Z. 0. (Zion. Frauenweltorganisation), eine Ausstellung von in Hausgärten gezogenem Gemüse statt, die sehr gut besucht war und einen glänzenden Verlauf nahm. Die Ausstellung war reich beschickt, und die Objekte wurden von den Preisrichtern als vorzüglich erklärt. Orangenschau. Die dritte Orangenausstellung wurde am 22. Februar eröffnet. Sie enthält unter anderem eine Sammlung alter Literatur über Orangenkultur. Tiberias. Anleihe bei der APC. Wie die „Ziko" berichtet, hat die Anglo Palestine Company der Stadtverwaltung Tiberias eine mit 6% verzinsbare Anleihe im Betrage von £ 2700 gewährt, die im Laufe von fünf Jahren zurückbezahlt werden soll. Die Mittel der Anleihe, die vom High Commissioner bestätigt wurde, werden für die Erweiterung der städtischen Wasserversorgung in Tiberias verwendet. Arbeiterorganisation....... Zentrum und Revisionisten..... Mittelstand und polnische Immigranten Linke Poale Zion........ 1928 29.1% 24.9% 17.2% 2.7% 1926 35.5% 25.8% 15.1% 6.3%