Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Die Ernteaussichten im Jänner [Nachricht]
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 73 (sequence 2)
- Language
- German
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Infolgedessen werden die Ernteaussichten für alle Gewächse als günstig bezeichnet. — Wir bemerken hierzu, daß infolge des Anhaltens von übermäßigen Regengüssen, Hagelschlägen und Schneefällen inzwischen Befürchtungen laut geworden sind. Heuschrecken. Einige Schwärme sind von Transjordanien nach Jericho gekommen und wurden durch Gasbomben und Flammenwerfer bekämpft und große Schwärme vernichtet. Hunderte von Personen leisteten Freiwilligendienste. Die Gefahr für Palästina kann derzeit als behoben angesehen werden. Die Kolonisation in Sud-Rhodesia. Wir haben wiederholt Kolonisationen in anderen Ländern zwecks Vergleiches mit Palästina herangezogen. Jene in Süd-Rhodesia i3t für diesen Zweck besonders interessant, weil der jetzige Oberkommissär von Palästina vorher Gouverneur dieses Gebietes war. (Wir entnehmen die folgenden Angaben einem Artikel von Harry Lewis in „The New Judaea vom 28. Jänner 1929.) Im Jahre 1925 wurden 300 englische Familien nach S.-R. entsandt, jede erhielt ein Darlehen von der Regierung von £ 600, rückzahlbar, inklusive mäßiger Zinsen, innerhalb 20 Jahren. Die erste Zahlung sollte drei Jahre nach Ansiedlung beginnen. Die Regierung gewährte ihnen freie Fahrt, vervollständigte ihre Ausbildung und verkaufte ihnen passendes Staatsland zu einem Preis, der zirka 5 bis 10 Piaster (das sind 1 bis 2 Mk.) pro Dunam entspricht (also einem Spottpreis), zahlbar mit 5% Zinsen in 20 Jahren. Rückzahlung beginnend nach drei Jahren. (In Palästina wurden Staatsländereien zu £ 1.50 pro Dunam, das sind Mk. 30.—, zahlbar in. zehn Jahren, verkauft.) Auch die unabhängigen Siedler werden von der Regierung unterstützt, die Versuchsstationen, Laboratorien, Sachverständige usw. unterhält. Ein eigener Fachmann in England sucht geeignetes Rassenvieh auf Nachfrage der Farmer aus Rhoderien für diese aus. Die Regierung hat auch ein Bewässerungsamt, welches Untersuchungen ausführt und Ratschläge erteilt. Steuern auf die Landwirtschaft gibt es nicht, die Regierung verwendet 10% ihrer Einkünfte für die Landwirtschaft. STÄDTE. Jerusalem. Vorstadt „Kirjath Samuel44. Diese erhielt eine Anleihe von amerikanischer Seite in der Hohe von £ 5000 für Errichtung von zirka 50 Häusern. Bau der elektrischen Kraftstation. Wie von uns in Nr. 8/10, S. 451, gemeldet, hat eine englische Gesellschaft, „The Jerusalem and Service Corporation Ltd.", die Konzession Mavromitis gekauft und baut bereits in der Nähe des Bahnhofes die Kraftstation. (Bekanntlich war die Versorgung Jerusalems von der Konzession Ruthenberg ausgenommen, da sie schon vor dem Krieg von der türkischen Regierung vergeben war.) Tel-Aviv. Das Ergebnis der Wahlen und der Parteienkampf. Wir haben das Wahlergebnis schon mitgeteilt. Nachstehend die Namen der Gewählten: Arbeiterorganisation 5 Vertreter (B. Kaznelson, A. Kaplan, I. Garfinkel, S. Feinstein, A. Twersky); Vereinigtes Zentrum 4 Vertreter (M. DizengofF, Schoschanah Persitz, I. Rokach, Dr. Weinscheel); Mittelstandsliste 2 Vertreter (A. Lerner, N. D. Diamant); Detaillisten 1 Vertreter (Schatzow); Misrachi 1 Vertreter (A. Azulag); Hausbesitzer 2 Vertreter (S. Schoschani, Dr. J. Pomrok). Zum Vorsitzenden des Stadtrates wurde M. Dizengoff gewählt, der bekanntlich bis vor wenigen Jahren Bürgermeister war und sich an dem Aufschwung