Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Elektrischer Strom in den Jordansiedlungen [Nachricht]
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 72 (sequence 1)
- Language
- German
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Elektrischer Strom in den Jordansiedlungen. Die „Ziko" meldet: Die Siedlungen Dagania A, B und Markenhof erhalten von der provisorischen Kraftstation der Palestine Electric Corporation in Tel-IJr bereits jetzt elektrischen Strom. In kurzer Zeit werden auch die neuen Häuser der Kwuzah Kinereth mit elektrischer Kraft beliefert werden. Die genannten Siedlungen verwenden den Strom nicht für Beleuchtungszwecke, sondern vor allem auch für den Betrieb der Bewässerungsanlagen, die das Landwirtschaftliche Departement der Zionistischen Exekutive im vergangenen Jahre aus Keren Hayesod-Mitteln installiert hat. Die Frage des Weizenzolls. Der Handelszeitschrift „Mis'char Wetaassijah" wird berichtet, daß das Regierungskomitee für Industrie und Handel zu einer Sitzung einberufen hatte, um die Frage zu klären, ob auch weiterhin auf Weizen ein Importzoll erhoben werden soll. Die Sitzung gelangte noch zu keinem Ergebnis. „Mis'char Wetaassijah" fordern die Aufhebung dieses Zolls mit folgender Begründung: Die natürliche Entwicklung der palästinensischen Landwirtschaft gehe in die Richtung zunehmender Intensivierung, insbesondere durch Pflege der Plantagen und des Gemüsebaues. Auf dem Gebiete der Industrie könne man nicht davon ausgehen, daß diese gerade auf der Verwendung einheimischer Produkte aufgebaut sein müsse. Somit sei der Plan der Regierung, den hohen Getreidezoll aufzuheben, der heute 105 Mil auf 100 kg Getreide beträgt, sehr zu begrüßen, da dieser Zoll heute nur dazu diene, die palästinensische Getreidewirtschaft künstlich zu schützen, für die bei den natürlichen Bedingungen Palästinas doch keine Zukunft sei. Die jüdischen Siedlungen seien sich darüber längst klar, und verkleinerten systematisch die Anbaufläche für Getreide. Auch für die Mehl- und Mazzothindustrie würde eine Aufhebung der Getreidezölle wünschenswert sein, da diese Industrien nicht ausschließlich palästinensisches Getreide verwenden könnten. Endlich aber würde die Aufhebung der Getreidezölle zu einer Verbilligung des Brotes und wahrscheinlich zu einer allgemeinen Verbilligung der Lebenshaltung führen. Schutzzölle seien grundsätzlich zu begrüßen; aber sie müßten dem Schutze von Wirtschaftszweigen dienen, denen eine Zukunft im Lande bevorstehe, nicht zum Schutze primitiver und nicht förderungswerter Wirtschaftszweige. — Wir bemerken dazu, daß 1928 infolge der Mißernte durch Dürre große Mengen von Weizen eingeführt wurden. Auch in früheren Jahren gab es einen sehr großen Weizenimport, da die heimische Produktion nicht genügt und der palästinensische Weizen hart ist, daher sich mehr zur Makkaronierzeugung eignet. Die jüdischen Bauern haben kein besonderes Interesse an einem Weizenzoll. In den jüdischen Siedlungen waren 1927 nur zirka 60.000 Dunam mit Weizen bebaut, was eine Produktion von nicht 5000 t ausmacht, gegenüber einer Landesproduktion von zirka 100.000 t in normalen Jahren. Die Zahl der Traktoren. In der „Motor"-Nummer von „Palestine and Near East" schreibt M. Kasselmann über die Traktoren. Ein Teil von ihnen stammt noch aus den Armeebeständen, aus denen speziell für landwirtschaftliche Zwecke 50 umgebaut wurden. Die Mehrzahl von ihnen ist noch in Betrieb. Inzwischen sind neue eingeführt worden, so daß die Gesamtzahl zirka 200 beträgt. Wegen der hohen Preise für Benzin wird Kerosene zum Feuern benützt. Spezielle Traktoren fürs Tiefpflügen (bis zu 60 cm) brauchen 30 bis 40 PS. Einen solchen benützt die Pica, Marke Fowler. Die Ernteaussichten im Jänner. Nach der Mißernte infolge der Dürre 1928 ist die Aufmerksamkeit der Landwirte ängstlich auf die Gestaltung des Wetters gerichtet. Das Landwirtschaftsdepartement erklärt die Lage für Winteranfang für ausgezeichnet. Es fiel sehr reichlich Niederschlag und auch zwischen den Schneetagen im Jänner gab es solche mit sonnigem Wetter. Sogar in Beerscheba fiel mehr Regen als sonst.