Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Die Finanzen der Regierung [Nachricht]
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 64 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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des Überschusses der Regierungseinnahmen ein, der von 1,380.000 Pfund Ende 1927 auf 360.000 Pfund Ende 1928 gesunken ist. Der Begleitbrief von Mr. Luke, der den Budgetvorschlag für das Jahr 1929 erläutert, gibt die Ursachen für diesen großen Rückgang an. Er führt zuerst eine Reihe allgemeiner Erscheinungen an, die das Jahr 1928 zu einem für die Regierungsfinanzen anormalen Jahre gemacht haben (Mißernte, Nachwirkungen der Rinderpest, Heuschrecken und allgemeine wirtschaftliche Depression). Im einzelnen ist der Rückgang des früheren großen Uberschusses um mehr als eine Million durch folgende größere Zahlungen der Regierung verursacht worden: 1. 206.550 Pfund Begleichung des Defizites der Militäradministration während der Okkupation:, 2. 650.000 Pfund für den Ottomanischen Schuldendienst auf Grund des Lausanner Vertrages; 3. 149.121 Pfund für Vermessungen zwecks Neuanlage eines Katasters; 4. 84.357 Pfund für die Wasserversorgung in Jerusalem, nachdem sich herausgestellt hat, daß die Stadtverwaltung von Jerusalem die Wasserversorgung aus eigenen Kräften nicht durchführen kann; 5. 12.423 Pfund für die Niederlegung von Gebäuden, die durch das Erdbeben unbewohnbar wurden. — Obwohl die Aussichten auf eine Erhöhung der Regierungseinnahmen im Jahre 1929 nicht ungünstig seien, betont Mr. Luke in seinem Brief, daß im Jahre 1929 gewisse Einschränkungen oder eine Erhöhung der Steuern eintreten müßten, um eine Durchführung des Regierungsbudgets zu gewährleisten. In seinem Antwortschreiben erwidert Mr. Amery, der Staatssekretär für die Kolonien, daß er die optimistischen Erwartungen in dein Schreiben von Mr. Luke im allgemeinen teile. Doch sei die finanzielle Lage der palästinensischen Regierung noch nicht so günstig, daß sie auf eine Politik der Einsparungen verzichten könne. Man dürfe nicht vergessen, daß Palästina, das noch vor kurzem vom Mandatar zur Unterhaltung seiner Schutzmacht erhebliche Subventionen erhalten mußte, sich überraschend schnell zu einem finanziell autonomen Lande entwickelt habe. Die Aushilfen der Regierung an die Städte. Vom 1. April 1924 bis 31. Dezember 1927 betrugen diese 153.972 Pfund, wovon die hauptsächlichsten Beihilfen erhielten; Jerusalem 63.637, Jaffa 38.330, Haifa 15.394, Nablus 13.360. Auf Tel-Avhr entfielen — 3550 Pfund. Der neue amerikanische Generalkonsul Mr. Paul Knabenshoe hat am 1. März sein Amt angetreten. Neue Hypothekengesetzgebung. Hierüber meldet die „Ziko": Die Entwicklung de« Hypothekenkredites in Palästina begegnete bekanntlich dadurch großeii Schwierigkeiten, daß der Hypothekenkredit vor dem Kriege im Lande unbekannt war. Die palästinensische Regierung hat durch eine Reihe von Verordnungen erst die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen müssen. Eine weitere Erleichterung im Hypothekenkredit ist durch eine neue Verordnung der Regierung geschaffen worden, wonach jetzt auch Aktiengesellschaften, die nicht ausdrücklich als Kreditgesellschaften eingetragen sind, gestattet ist, Hypothekenkredite zu gewähren. Besonders wichtig ist diese Neuerung für Versicherungsgesellschaften. Ferner können von jetzt an Aktiengesellschaften hypothekarisch belastete Grundstücke selbst erwerben, wenn die Darlehensschuld nicht zurückgezahlt wurde, während sie bisher solche Immobilien nur an Dritte weiterverkaufen konnten. Für die Hypothekenkredite an Siedler ist von besonderer Bedeutung, daß die neue Verordnung erlaubt, auch dann eine Hypothek einzutragen, wenn das Darlehen nicht auf einmal in bar, sondern ratenweise an den Hypothekenschuldner ausgezahlt wird. Die Konzession für die heißen Quellen von Tiberias. Zwischen der Regierung und