Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Zuckerrübenbau
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 58 (sequence 2)
- Language
- German
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bringt. Wenn daher ihr Anbau vom wirtschaftlichen Standpunkt möglich wäre, so hätten wir in ihr ein Mittel, unseren Fruchtwechsel zu rationalisieren. Die Zuckerrübe läßt bei einem geordneten Fabrikbetrieb fast alle Bodennährstoffe in der Wirtschaft zurück. Das ist ein wichtiger Faktor. Trotz ihrer vorzüglichen Eigenschaften wird die Zuckerrübe in keinem subtropischen Lande angebaut, mit Ausnahme von Kalifornien, wo sie eine bedeutende Rolle in der Landwirtschaft spielt. Im Jahre 1927 umfaßte die mit Zuckerrübe angebaute Fläche dieses Landes ungefähr 25.000 ha. Die Bruttoeinnahme je Hektar in Pfunden war 37.50, was fast von keiner anderen Feldfrucht dort erreicht wird. Der Referent hat durch zwei Jahre Versuche mit dieser Frucht in Mikweh-Israel gemacht. Diese Zeit ist zwar noch nicht ausreichend, um endgültige Resultate zu bringen, gewährte jedoch wichtige Anhaltspunkte. Die Versuche beschränkten sich auf den Rübenbau ohne Bewässerung. In Kalifornien jedoch wird ein wenig bewässert, und zwar einmal vor dem Anbau, das heißt vor dem Regenbeginn, und ein zweites Mal etwa zwei Monate vor der Ernte. Angebaut wurden zwei Sorten, eine französische und eine deutsche (Klein-Wanzleben). Tiefpflügen hat auch bei uns seine Vorzüge gezeigt und eine ansehnliche Erntesteigerung bewirkt. Das Tiefpflügen zur Rübe hat jedoch seine Schwierigkeiten. Es ist nur nach Beginn des Regens möglich und man läuft daher Gefahr, mit der Saat zu spät zu kommen. Die Erfahrung dieser zwei Jahre hat gezeigt, daß der Anbau spätestens anfangs Dezember zu geschehen hat. Das Jahr 1927 hat nach einem Anbau in der ersten Hälfte des Dezember pro Hektar 27 t gebracht, hingegen bei einem solchen am Ende des Monats nur 16 t. Im Jahre 1928 war das Verhältnis ähnlich. Eine zu frühe Saat, die nur mit Hilfe von Bewässerung möglich ist, ist ebenso schädlich, weil es das Blühen der Rübe und damit eine Entwertung der Erntequalität verursacht. Die mittlere Ernte dürfte auf 250 q pro Hektar angeschlagen werden, mit einem Zuckergehalt von 19 bis 20%, das heißt. 5000 kg Zucker pro Hektar. Nach Leguminosen wurden sogar 320 q geerntet. Die Düngungsfrage steht hier so ähnlich wie in Europa. Die Erfahrung hat uns gelehrt, daß die in Europa üblichen Reihenentfernungen für uns nicht genügen und daß die infolge der größeren Entfernungen erziehen größeren Rüben keinen geringeren Zuckergehalt als kleinere Rüben aufweisen. Zu denselben Resultaten ist man auch in Marokko gelangt, wo man sich neuestens mit Anbauversuchen der Zuckerrübe intensiv befaßt. 75 cm Reihenentfernung wäre am vorteilhaftesten, da dabei an Handarbeit gespart werden kann und der Ernteausfall gegenüber 60 cm mit einer Maximalernte ganz unbedeutend ist. Die passendste Zeit für die Ernte ist nach den Beobachtungen die erste Hälfte des Monats Juni. Die Rübe kann ohne jeden wirtschaftlichen Schaden noch zweieinhalb Monate im Boden bleiben. Im August verliert die Rübe in Palästina ihre Blätter und bringt im September neue hervor, was mit einem Zuckerverlust verbunden ist. Rübe, die bis zum November im Boden gelassen wurde, ist in ihrem Zuckergehalte von 19 auf 14% zurückgegangen. Die Erfahrung hat gelehrt, daß die Rübe selbst mit Hilfe der Bewässerung nicht während des ganzen Jahres angebaut werden kann, wie vielfach hier behauptet wurde, und daß eine Zuckerfabrik hier höchstens zweieinhalb Monate ihren Betrieb aufrechterhalten kann, wenn sie ausschließlich auf Zuckerrübe eingerichtet sein solke, Rübe, die im Boden länger als die angeführte Frist blieb, verlor an Zuckergehalt und begann allmählich zu faulen. Durch Zuchtwahl würde sich vielleicht die Rübenfäule überwinden lassen, aber auch dann würde sich der Betrieb der Zuckerfabriknicht länger als sechs Monate halten lassen.