Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Die Bilanz einer ackerbautreibenden Kolonie (Merchawia)
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 36 (sequence 4)
- Language
- German
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hat man von dem Hektar zirka 600 kg Weizen und zirka 800 kg Gerste geerntet. Die Ansiedler haben, infolge eines naeh einer älteren Norm ausgearbeiteten Wirtschaftsplanes, vom K. K. L. nur Felder im Ausmaße von je 100 Dunam; von dieser Fläche muß man aber noch Wege, Dreschplatz, Friedhof, Bauplätze für gemeinschaftliche Bauten usw. abziehen. Es verbleiben für die Bestellung pro Familie zirka 96 Dunam, wovon die eine Hälfte mit Winterfrucht, die andere mit Hülsenfrüchten (Mais oder Sommerfucht) bestellt wird. Nun begnügen sich die meisten Siedler nicht mit einer solchen kleinen Fläche und jeder Kolonist, welcher genügend Arbeitskräfte hat, bestellt noch 50 bis 100 Dunam fremden Bodens. Es gibt in Merchawia noch zirka 1100 Dunam, welche Besitzern im Auslande gehören und diese Flächen werden durch die Dorfverwaltung jährlich an die Ansiedler nach bestimmten Regeln überwiesen. In der Nachbarschaft von Merchawia liegen noch zwei große Besitzungen brach: im Westen 16.000 Dunam von Afule, im Osten 9000 Dunam von Schunem (Solem); die P. L. D. C. und die Zion Common wealth (Afule) geben Teile dieser Böden in billiger Pacht ab, und von allen Siedlungen, bei denen man die kleine Norm von 100 Dunam pro Familie angewendet hat, kommen die Kolonisten mit ihren Arbeitstieren und bestellen einen Teil der fremden Fläche. Hier findet man Kolonisten von Merchawia, von Balfouria, Kfar Gideon (Transylvanier), Tel-Adaschim, Kfar-Jeheskel und auch von anderen mehr entfernten Moschawim. Da die Nachfrage groß geworden ist, hat die P. L. D. C. den Pachtpreis erhöht und die Merchawiaer haben der Pacht entsagt und nur den fremden, in den Grenzen von Merchawia liegenden (1100 Dunam großen) Boden mit Winterfrucht bestellt. Insgesamt haben die Bauern dieses Jahr (1927/28) 4770 Dunam bearbeitet, davon 2935 in Winterfrucht, 1835 in Sommerfruclit. Der Wert der Ernten, wie er sich nach dem Drusch erwiesen hat, war: an Körnern, Stroh, Heu und Grünfutter zirka pal. P. 30 (palästinensische Piaster zu 10 Müs) vom Dunam und zusammen mit dem Werte der Sommerbrache (hier „Krab" genannt) je pal. P. 15 pro Dunam ist der Wert des Feldinventars auf pal. £ 1706.25 zu stellen. (4770 Dunam ä £ 30, 1431 plus 1835 Krab ä £ 15, 275.250, zusammen 1706.250.) Das ist das ganze Aktivum der Kolonie. Das Passivum ist ungefähr (da wahrscheinlich einige Kolonisten nicht sehr genau ihre Schulden an Privatleute angegeben haben) das folgende: an die Zionistische Exekutive £ 13.740, welche Summe in sechs Jahren für Gebäude, lebendes und totes Inventar, Unterhaltungskosten während der ersten paar Jahre und als Betriebskapital an die Ansiedler in Form von langjährigen Anleihen ausgegeben worden ist. An die Sparkasse Merchawia £ 833.500,