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Palästina · 1929-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1929) · p. 1

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1929)
Date
1929-02-01
Page
1 (sequence 3)
Language
German
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PALÄSTINA MONATSSCIIIV\I T Fl IV hEN Vt-M;\< P^L^TmAS XII. JAHRGANG (Neue Folge, III. Jahrg.) FEBER/MÄRZ 1929 / Nr. 2/3 Die Rinderzucht in Palästina. Von Dr. Karl Schwager, Tel-Aviv. L Es wäre verlockend mit jener Auffassung zu polemisieren, die neuerdings in zionistischen Kreisen die große Mode ist: daß die jüdische landwirtschaftliche Kolonisation in Palästina ihre ganze Aufmerksamkeit auf die Entwicklung von Pflanzungsbetrieben lenken müsse, weil nur dies den Bedingungen des Landes und den Ansprüchen der Siedler entspräche, Man läßt dabei außer acht, daß eine nationale und soziale Kolonisationspolitik auch die Versorgung der städtischen Bevölkerung mit guten und preiswerten Frischprodukten der Landwirtschaft ins Kalkül ziehen muß. Das heißt noch lange nicht »Autarkie«, woran heute in Palästina niemand mehr denkt. Aber solange die ungleich schneller als auf dem Lande anwachsende jüdische Bevölkerung in den Städten der jüdischen Landwirtschaft einen Markt und Rückhalt bieten kann, ist es nicht notwendig, ihre Zukunft einzig und allein im Pflanzungsbetrieb zu sehen, dessen Augen auf den Auslandsmarkt gerichtet sind. Dieser Aufsatz will sich jedoch nur darauf beschränken, einen der wichtigen Zweige landwirtschaftlicher Tätigkeit in Palästina in Umrissen darzustellen: den gegenwärtigen Stand der Rinderzucht und ihre Aussichten für die Zukunft. Wenn bei dieser Betrachtung des öfteren die »jüdische Landwirtschaft« und ihre Viehzucht aus der allgemeinen Agrikultur Palästinas herausgehoben, oder einer »arabischen« entgegengestellt wird, so ist dies bei diesem Gegenstand noch berechtigter als in vielen anderen Fällen, in denen eine national-autonome Volkswirtschaft der Juden in Palästina festgestellt oder konstruiert wird. Im gegenwärtigen Zeitpunkte, da einerseits Palästina im allgemeinen eine bestimmte Stufe ökonomischer Entwicklung im Rahmen seiner normalen Bedingungen erreicht hat, während andererseits das jüdische Element — mit Kapitalien, die aus auswärtigen Quellen fließen und auch mit bestimmten Zielen, die nicht immer wirtschaftlicher Natur sind — ganz neue Tendenzen ins Land gebracht hat, bestehen tatsächlich zwei Wirtschaftskreise, die sich nicht decken. Wenn auch in einen Körper zusammengefaßt und territorial gar nicht trennbar, haben der jüdische und der arabische Bevölkerungsteil nicht nur kulturell, sondern auch ökonomisch ein eigenes Gepräge, wenn auch bei jedem Wirtschaftszweig natürlich unzählige Fäden herüber und hinüber laufen. Der hier betrachtete Teil der palästinensischen Landwirtschaft ist jedoch charakterisiert dadurch, daß sich bei ihm verhältnismäßig rein eine »geschlossene jüdische Hauswirtschaft« herausschälen läßt. Man kann in Hinsicht auf ihn von einem direkten und mehr oder weniger ausschließlichen Zirkulationsprozeß zwischen dem jüdischen Produzenten nnd dem jüdischen Konsumenten sprechen. Der jüdische Landwirt, auf

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