Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1929)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 2)
- Language
- German
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wirklichen Karte nebst der Übersichtskarte wäre für die zweite Auflage zu empfehlen. Bei Bevölkerung heißt es irrtümlich, daß Tel-Aviv 43.000 jüdische Einwohner zählt, während es richtig heißen soll: Tel-Aviv mit Jaffa zusammen (36.574 + 4007). Nicht richtig ist die zitierte Bemerkung, daß die höhere Geburtenziffer der Araber durch eine höhere Sterblichkeit ausgeglichen wird. 1926 betrug die Geburtenzahl (alles Es fehlt überhaupt die Angabe der Bevölkerungsbewegung bei den Nichtjuden und ein detaillierter Vergleich. Die Beduinen machen nicht zirka 60.000, sondern nach der offiziellen Schätzung über 100.000 Köpfe (1. 7. 1925: 103.331) aus. Im Kapitel Rechtsverhältnisse fehlen bei Erwähnung des Bodenrechtes die hier so wichtigen Details. Die Darlegung der politischen Verhältnisse ist unvollständig, denn auch in einem kurzen Überblick wäre es richtig gewesen, das Churchillsche Statement zu erwähnen, das eine wichtige Rolle in der staatsrechtlichen Entwicklung des Landes einnimmt. Bei den mitgeteilten Bestimmungen für den Stadtrat von Tel-Aviv fehlt jeder Hinweis auf die Einmengung der Regierung (sowie die Ursachen dafür). Es ist in dem Buche auch keine Erwähnung dessen getan, welches die Haltung und Tätigkeit der Verwaltung war, sowie der Einwände der Zionistischen Exekutive gegen diese, anderseits fehlen die positiven Leistungen der Administration (wichtigere neue Gesetze usw.), ihre Finanzen usw. Die Stellung Transjordaniens als Mandatsgebiet wird nicht erwähnt. Ein Kapitel über die Einwanderungsbestimmungen und die Einwanderung fehlt usw. Im Kapitel über die Institutionen heißt es, daß der KKL nur 1.1% des gesamten Bodens besitzt. Es wäre wohl besser, den Vergleich mit der kultivierten Fläche durchzuführen, wo dann solche Verhältniszahlen sich vervierfachen. Die landwirtschaftliche Kolonisation ist an Hand des Ruppinschen Buches im Überblick dargestellt, der Anlage des Buches entsprechend wird auf die Probleme nicht eingegangen. Die Angabe, daß schon 30.000 Dunam Orangen fruchttragend sind, ist irrtümlich, es sind erst 10.217, die anderen sind teils gepflanzt, teils zur Pflanzung vorbereitet, aber noch lange nicht fruchttragend. Über den so wichtigen Weinbau fehlen nähere Angaben. Es wäre nötig gewesen, bei der Zählung der Exekutive die Flächen, die mit den einzelnen Kulturen bepflanzt sind, anzugeben. Es fehlt auch eine Tabelle über die jüdischen Kolonien. Bei Besprechung des Außenhandels wird eine Schätzung der eingeflossenen jüdischen Gelder mit 25 Millionen Pfund angegeben, eine Ziffer, die fast doppelt so hoch ist als die gewöhnlichen Schätzungen. Eine genaue Analyse der Außenhandelsbewegung fehlt. Dies sind einige der Bemerkungen über den Inhalt, die sich bei erster Lektüre aufdrängen und vielleicht bei einer zweiten Auflage berücksichtigt werden könnten. Die Frage von Anlage und Aufbau eines derartigen Buches ist an sich sehr schwierig zu lösen. Jeder Versuch dazu ist daher von Verdienst. Allerdings löst dieses Buch nicht die Frage, wie in der Gestaltung die realen und psychischen Voraussetzungen, die Möglichkeiten und die Dynamik des Aufbaues zueinander in Beziehung gesetzt werden sollen. So liegt der Nutzen dieses Buches in der erstmaligen übersichtlichen, wenn auch flüchtigen Zusammenstellung der wichtigsten Tatsachen und Daten, die als Orientierung sehr vielen Juden willkommen sein wird. Namentlich für die KH-Arbeiter wird dieses Buch von Vorteil sein. Von Interesse für unsere Zeitschrift ist, daß der Autor sie sehr stark benützen konnte, so daß dieses Buch ein Beweis dafür ist, daß die Zeitschrift ein notwendiges Hilfsmittel für die Palästinakunde geworden ist. pro mille) die Geburtenzahl . die Todesfälle . ,. bei Juden 36.0, bei Moslims 60.2 bei Juden 12.1, bei Moslims 28.5 Geburtenüberschuß bei Juden 23.9, bei Moslims 31.7 Adolf Böhm.