Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1929)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Zahl der Teilnehmer an den Abendkursen für Erwachsene in Stadt und Dorf beträgt etwa 1000, davon 650 in Tel-Aviv, 130 in Haifa, 80 in Jerusalem. Unterrichtsgegenstände: Bibel, Literatur, Heimatkunde, Geschichte. Besondere Seminare für Arbeiter (mit höher gesteckten Lehrzielen und systematischem allabendlichen Unterricht) bestehen in Jerusalem, Haifa und einzelnen Kolonien. Lehrgegenstände in Jerusalem: Philosophie, Literatur, Grammatik, Volkswirtschaft, Geschichte des Sozialismus. In fünf Orten bestehen Schulen für die arbeitende Jugend, in sieben Orten Klubs jugendlicher Arbeiter. In letzter Zeit wurde in Tel-Aviv der Versuch unternommen, in der Mittagspause in einzelnen Betrieben Vorträge für die Arbeiter zu veranstalten. Mandatskommission. An Stelle des Mitgliedes der Mandatskommission General Freire d'Andrade (Spanien), der wegen Krankheit zurückgetreten ist, wurde der frühere spanische Handelsminister Graf de Penta Garcia ernannt. Erklärung des „Brith Schalom". Der Brith Schalom (Friedensbund), dem unter anderem Dr. Hugo Bergmann, Dr. Hans Kohn, Dr. Arthur Ruppin und andere hervorragende geistige Führer angehören, ist in der letzten Zeit mehrfach wegen seiner Haltung gegenüber den Arabern in der jüdischen Presse angegriffen worden. Der Brith Schalom steht der Einführung eines Parlaments in Palästina, falls es über die im Mandate den Juden gewährten Rechte keine Kompetenz hat, sympathisch gegenüber, indes die jüdische Presse darauf hinweist, daß die Affäre der Klagemauer gezeigt habe, daß auf arabischer Seite jede Annäherung der Juden nur als Schwäche gedeutet werden könnte und sie geschlossen gegen den Zionismus sind. Auf diese Angriffe bezieht sich die nachstehende Erklärung, die der Brith Schalom soeben veröffentlicht und die wir im Wortlaut folgen lassen: In der Presse sind in der letzten Zeit soviel unrichtige Mitteilungen über die Tätigkeit und die Ziele der Gesellschaft Brith Schalom erschienen, daß wir uns verpflichtet fühlen, über das Programm des Brith Schalom folgendes authentisch zu erklären: 1. Der Brith Schalom ist aus der Erkenntnis heraus gegründet worden, daß die Schaffung eines jüdischen nationalen Heimes und des Zusammenlebens von Juden und Arabern in Palästina eine Fülle von Problemen erzeugen, für die eine Lösung im Wege gegenseitiger Verständigung gefunden werden muß. Diese Aufgabe ist nicht leicht. Aber sie wird um so schwerer werden, je weiter man sie hinausschiebt. Es besteht die Gefahr, daß die Fremdheit, die zwischen Juden und Arabern infolge der Verschiedenheit der Sprache, der historischen Vergangenheit und der Lebensformen herrscht, zu immer erneuten Reibungen führt, und daß sich dadurch bei beiden Völkern das Gefühl einwurzelt, daß sie für immer Feinde sein müssen. Dann wird es für eine auf beiderseitiger Verständigung beruhende Lösung der Probleme des Zusammenlebens vielleicht schon zu spät sein. Die kommenden Geschlechter in Palästina werden dann ihre besten Energien nicht in schöpferischer Arbeit für das eigene Volk, sondern im Kampf gegeneinander verzehren. Der Brith Schalom will zur Verhütung einer solchen Entwicklung in beiden Völkern und insbesondere bei Nachrichten Daten Abgeschlossen am 5. Jänner 1929 POLITIK.