Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1929)
- Article
- Der erste Bericht des Währungskomitees
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 6)
- Language
- German
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Konvention gegeben. Aber diese Mitbenutzung hat die ägyptische Regierung veranlaßt, man kann wohl sagen gezwungen, mehr Silber und Nickel herauszugeben, als sie für die Zirkulation ihres eigenen Landes braucht. Wenn wir uns nun unabhängig machen, soll deshalb das ägyptische Finanzministerium unbeschränkt und ohne Gegenleistung abgegriffenes Silber und Nickel von uns zurücknehmen und bei sich herumliegen lassen müssen? Es gibt allerdings das Gegenargument, daß der Regierung aus unserer Notenzirkulation in indirekter Weise so große Vorteile erwachsen sind, daß es nur recht und billig ist, daß sie nunmehr den unbestreitbaren Schaden aus dem Silber- und Nickelrückfluß auf sich nimmt. Aber die Frage bleibt eine schwierige und es ist nicht ausgeschlossen, daß das Währungskomitee noch im Jahre 1929 oder 1930 irgendeinen Posten als Verlust auf die Liquidation dieses Restbestandes wird abbuchen müssen. Sehr erheblich kann dies die Resultate aber nicht beeinflussen. Wenn also nicht im Jahre 1929, wie es die palästinensische Regierung gern möchte, das Budget durch einen bescheidenen Beitrag des Währungskomitees wird entlastet werden, so wird dies doch mit ziemlicher Sicherheit im Jahre 1930 der Fall sein können. Auf die Dauer können wir auf Minimum-Nettoeinnahmen des Währungskomitees von £ 60.000 pro Jahr rechnen. Davon wird sicher während einer Reihe von Jahren der größere Teil für die Bildung einer Reserve abgespaltet werden. Diese Reserve ist durchaus notwendig, da im Laufe vieler Jahre die Kursschwankungen gerade der erstklassigen Anlagepapiere sehr erheblich sein können. Man wird sie vielleicht wohl bis auf 20% oder mehr des in Wertpapieren angelegten Betrages, das heißt etwa bis £ 200.000, bringen wollen. Dies würde heißen, daß erst nach etwa fünf Jahren (je nachdem wieviel man jedes Jahr reserviert) der volle Ertrag des zweifellos glänzenden Geschäftes, welches wir mit der Einführung unserer eigenen Währung gemacht haben, dem Budget zugute kommen wird. Die Aktion hätte durchaus drei oder vier Jahre früher in Angriff genommen werden können. Dann würden wir heute schon eine recht erkleckliche Einnahme daraus haben, die bei der jetzigen Budgetlage keineswegs zu verachten gewesen wäre. Die Mühlen des Colonial Office und der Treasury mahlen leider ein wenig langsam. Dafür aber sicher. Und alles zusammengenommen, trotz vieler Kritik an Einzelheiten, ist die ganze Währungsreform und die jetzige Währungorganisation ein glänzendes Beispiel dafür, wie ein kleines und armes Land die Früchte der Erfahrung und des Kredits seiner Mandatarmacht pflücken kann, ohne daß jene Macht einen Penny zu investieren hat.