Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1929)
- Article
- Der erste Bericht des Währungskomitees
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Bericht enthält nichts Sensationelles und das ist zweifellos das Beste, was man von einem Bericht über Währungsdinge sagen kann. Nach Sensationen in Währungsangelegenheiten dürfte unsere Generation wohl kaum noch Verlangen tragen. Überhaupt hat es unsere Währung im Laufe weniger Monate nach ihrer Einführung zu der Position der Frau Caesars gebracht, daß man überhaupt nicht mehr über sie spricht. Es tut niemandem leid! Sie funktioniert, sie ist eine in jeder Beziehung vollzogene Tatsache, an Änderungsvorschläge denkt kein Mensch und ernste Klagen gibt es nicht. Die Bevölkerung hatte sich eigentlich, soferne sie sich um solche Dinge kümmert, eine kleinere Münzeneinheit gedacht, und die seinerzeitige Währungskommission hatte einen entsprechenden Vorschlag gemacht, den aber die Behörden in England ohne viel* Federlesen unter den Tisch fallen ließen. Man hat sich dann abgefunden, und da oftmalige Änderungen in so grundlegenden Dingen nur schaden können und Änderungsvorschläge nicht die geringste Aussicht auf Beachtung haben, so ist die Diskussion vollständig verstummt. In einigen Kreisen der Bevölkerung hat man den Versuch unternommen, aus eigener Initiative der kleineren Einheit zur Volkstümlichkeit zu verhelfen und bei dieser Gelegenheit auch den Namen „Schekel44, der formal nicht mehr existiert, einzuführen. Man teilt nämlich rein willkürlich und in einer gesetzlich nicht vorgesehenen Weise das £ in 10 Einheiten (Schekel) und jeden „Schekel44 in 100 Einheiten (Ma'a) und schreibt etwa nach englischer Art an Stelle von £ 3.755, £ 3.7 55. Durchgesetzt hat sich dieser wohlgemeinte und sympathische Versuch nicht, und er hat jetzt, da der Sprachgebrauch sich schon ziemlich fixiert hat, wenig Aussicht, sich noch durchzusetzen. Der „Schekel", der einen Augenblick die Aussicht hatte, aus zweitausendjährigem Schlafe aufzuerstehen, diese vom Hauche der Geschichte umwehte Münze mit all ihren Erinnerungen an die Makkabäer und Bar- Kochba, der historische Schekel ist nun wieder für ganz unabsehbare Zeit zurückverwiesen worden in die klassische Literatur, die Numismatik und die Kongreßterminologie. Überhaupt ist außer dem mehr als prosaischen „Mii44 (Viooo Pfund) kein einziger neuer Name eingeführt worden. Die 10-, 50- und 100-Mil-Stücke führen offiziell überhaupt keinen eigenen Namen und im Volksmund hat sich die Bezeichnung „Piaster44 (hebräisch: „Grusch44) für das 10-Mil-Stück durchaus behauptet und das 50-Mil-Stück heißt im ganzen Lande 1 Schilling, und da es kein volkstümliches hebräisches Äquivalent für diesen Namen gibt, so setzt er sich auch im hebräischen (sowie irn arabischen) Sprachgebrauch durch. Das palästinensische Pfund, welches mit dem Pfund Sterling,