Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- 1 (sequence 3)
- Language
- German
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PALÄSTINA MQNATS8*1-11IIFT FVE DEN ALTOÄU PALÄSTINAS XII. JAHRGANG (Neue Folge, III. Jahrg.) JÄNNER 1929 / NR. 1 Das Problem des Arbeitslohnes in Palästina. Von Dr. Walter Preuß, Tel-Aviv. Der Aufbau Palästinas hängt in hohem Maße davon ab, ob es uns gelingt, sowohl für unsere landwirtschaftlichen als auch für die industriellen Produkte geeignete und ausbaufähige Absatzmärkte zu finden, die die Grundlage für eine sukzessive Steigerung der Produktion bilden. Die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt, im Inlande gegen importierte Waren, im Auslande gegen die Produkte der Exportländer selbst, ist die Voraussetzung dieser Entwicklung, und zwar der so außerordentlich schwierige Konkurrenzkampf einer im Anfangsstadium seines Aufstieges befindlichen Landes gegenüber der überwältigenden Vormachtstellung machtvoll entwickelter Länder. Bereits heute befindet sich Palästina mitten in diesen Kampf hineingestellt; im Lande selbst können sich viele, besonders handwerkliche Gewerbe nur mit Mühe und manchmal auch gar nicht der Konkurrenz des Auslandes erwehren; wir sehen Anfänge des Eindringens von Welttrusten, denen nicht an der Entwicklung des Landes, sondern im Gegenteil zuweilen an der Stillegung bereits existenter Fabrikationszweige gelegen ist (z. B. der Erwerb der Streichholzfabrik „Nur" in Akko durch den Streichholztrust). Noch komplizierter ist die Frage des Wettbewerbes palästinensischer Produkte auf dem Weltmarkt. Die Summe der dort abgesetzten jüdischen Industrieprodukte allein betrug im Jahre 1927 £ 200.000, gleich einem Sechstel der gesamten Produktion der jüdischen Industrien, das heißt eine Steigerung von 400% gegenüber dem Vorjahr (die Zahlen des Orangenabsatzes usw. sind bekannt). Die Frage der Konkurrenzfähigkeit der palästinensischen Industrie und Landwirtschaft steht in direkter Beziehung zu der der Höhe des Arbeitslohnes. Allerdings stellt die Höhe des Lohnes nur einen der Faktoren des Produktionsprozesses dar; in immer wachsendem Maße steigt die Bedeutung anderer Faktoren, besonders in Amerika, aber auch in Europa; vor allem natürlich die des konstanten Kapitals; aber seit Ende