Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 546

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Article
Das neue Schulgesetz [Nachricht]
Date
1928-11-01
Page
Seite 546 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2379786-2379867-2379873--08148-2388051
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

546 Es besteht Aussicht, daß diese Fordeningen in der definitiven Fassung des Gesetzes Berücksichtigung finden werden. Hebräische Universität. Eröffnung des Universitätsjahres. Am 31. Oktober wurde das neue Studienjahr an der Hebräischen Universität in Jerusalem eröffnet und zugleich das fertiggestellte Gebäude des Einstein-Institutes für Mathematik der Benützung übergeben. Der Rektor - der Universität, Herr Dr. J. L, Magnes, eröffnete die Versammlung mit einer längeren Ansprache, in der er die Entwicklung der Hebräischen Universität und ihre Aussichten für die Zukunft darlegte. Er begrüßte zunächst mit warmen Worten die jüngst eingetroffenen neuen Dozenten, die Herren Prof. Leon Roth aus Manchester, Dr. Michael Fekete aus Budapest und Dr. Zwi Dizendruk aus Wien, von denen der erstere und der letztere Philosophie lesen werden, während Herr Dr. Fekete als Dozent für Mathematik tätig sein wird und. gleichzeitig auch das neue Mathematische Institut leiten wird. Dr, Magnes berichtete dann von den Bemühungen, das Orientalisch« Institut zu erweitern, das zur geisteswissenschaftlichen Fakultät gehört. Zu seinem. Lehrplan gehören insbesondere arabische Literatur und Geschichte. Zur Zeit werden bereits umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen auf dem Gebiete der Islamforschung vorgsnommen. Demnächst soll ein neuer moslemischer Dozent zur Miarbeii herangezogen werden; ein Stab von fünf Forschern arbeitet bereits am Institut. Ein Stipendium für einen Studenten des Arabischen, das den Namen Lord Plumer trägt, ist auf der Universität eingerichtet worden. Wahrend des vergangenen Sommers arbeiteten -fünf arabische Studenten in den Laboratorien des Chemischen Institutes. Das Jahresbudget der Universität beträgt zur Zeit über Pfund 50.000.—, die zum allergrößten Teil in Amerika gesammelt wurden. Eine Reihe von Stipendien sind von den verschiedenen Organisationen und Privatpersonen aus Amerika, Europa und sogar Australien aufgebracht worden. Hinsichtlich der Zulassung zum Studium an der Hebräischen Universität sind die Anforderungen inzwisch2n wesentlich erhöht worden, um einen möglichst hohen Standard* des Studienniveaus zu erzielen. Ein besonderes Universitäts-Komitee will sich speziell mit der Frage der Gültigkeit der Abgangszeugnisse der verschiedenen Schultypen befassen, die zum Universitätsstudium berechtigen, um im Hinblick auf die Vorbildung ein möglichst einheitliches und gehobenes Niveau zu erzielen. Zur Zeit sind 80 Studenten in den geisteswissenschaftlichen Forschungen und 26 in der naturwissenschaftlichen Fakultät (Mathematisches Institut) eingetragen. Die Zahl der Professoren beträgt acht, der Dozenten vierzehn und der übrigen wissenschaftlichen Mitarbeiter sechsunddreißig. Mathematisches Institut, Das Vorlesungsverzeichnis für das Wintersemester 1928/29 umfaßt: Unterstufe: Die Grundlagen der Analysis; Differential- und Integralrechnung; Algebra; die Axiome der Geometrie. Oberstufe; Die Axiome der Geometrie, zweiter Teil; Funktionstheorie; Differentialgleichungen; analytische Mechanik. Die Arbeiten Aharonis, Dieser bedeutendste Kenner der Fauna Palästinas, der Professor der Zoologie an der Universität, machte anläßlich seiner Anwesenheit in Italien der Zeitschrift ,,Israel" verschiedene Mitteilungen: Seine jüngst durchgeführten Studien haben die äußerst interessante Feststellung gebracht, daß 18 palästinensische Tierarten im raschen Aussterben begriffen sind und zum Teil schon als ausgestorben gelten. Einige hievon führte Aharoni mit sich als Geschenke an die Museen von Berlin und London, sowie zu Versuchen der Rettung dieser Spezies durch Zuchtexperimente unter anderen atmosphärischer Bedingungen. Von den bereits ausgestorbenen Arten hat Aharoni den genannten. Museen Skelette gewidmet. Aber nicht nur auf dem Gebiete der heute vorhandenen palästinensischen Fauna hat Aharoni bisher schon ganz Bedeutendes geleistet, ihm sind auch wertvolle Studien über die in der Bibel und im Talmud erwähnten Tierarten zu danken, auf welchem Gebiete er mit Professor Dalman gemeinsame Arbeit leistetet. Zum Zwecke seiner Studien hat Professor Aharoni wiederholt das ganze palästinensische und syrische Gebiet durchforscht. Professor Aharoni wird binnen kurzem seinen standigen Wohnsitz nach Jerusa'lem verlegen, wo er an die Errichtung und Einrichtung eines zoologischen'Museums schreiten will. Auch sein Vortragsgebiet an der Universität, das bisher auf die Gebiete der Zellen und Gewebe beschränkt war, wird nunmehr erweitert werden. Ein sehr großes Verdienst hat sich Aharoni, der auch als Philologe einen ausgezeichneten Namen hat, durch die Schaffung einer neuen Terminologie für sein Studienfach erworben, die sich vor allem durch Wissenschaftlichkeit, praktische Verwendbarkeit und durch treue Anlehnung an die klassischen Wortstämme auszeichnet.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.