Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Article
- Pressestimmen zum Wahlgesetz [Nachricht]
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 543 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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543 Pressestimmen zum Wahlgesetz, Im „Haarez" vom 17. Oktober schreibt M. G. über dieses Gesetz, das einen Ueberfall der Regierung zwecks Aufhebung der Autonomie darstelle. Diese Tatsache könne durch keine Berufung auf die nicht zu leugnenden Fehler und Mißerfolge der gegenwärtigen Irijah aus der Welt geschaffen werden. Zum selben Gegenstand liegen zahlreiche Pressestimmen aus anderen Lagern vor. Der frühere Bürgermeister Diesengoff sowie einige andere Autoren sind der Meinung, daß der bisherige Stadtrat von Tel-Aviv zu sehr Parlament gespielt und sich mit politischen Parteistreitigkeiten abgab, so daß er selbst an dem Eingreifen der Regierung und der Schmälerung der Autonomie der Stadt schuld sei. Den Entwurf der neuen Gemeindeordnung hätte er in mehr als 6 Monaten seit Erscheinen nicht in Verhandlung genommen. Jerusalem, Budget. Für das Jahr 1929 wurde ein Budget angenommen, das 54.000 Pfund Einnahmen und 87.000 Pfund Ausgaben festsetzt, Errichtung eines neuen Wohnviertels. Die ,,Mietervereinigung" in Jerusalem, die sich bereits seit mehreren Jahren mit dem Plane der Errichtung einer neuen Wohnsiedluhg befaßt, beabsichtigt in der nächsten Zeit an die Verwirklichung ihrer Pläne heranzutreten. Sie hat zu diesem Zwecke 260 Dunam Baugelände beim Kilometerstein 4, rechts von der Straße nach Jericho, erworben, und man beginnt bereits mit der Vermessung des Terrains und der Verteilung der Parzellen. Jede Parzelle wird mindestens 2 Dunam umfassen. Die Vereinigung hat ferner ein Terrain von 120 Dunam für eine zweite Gruppe ihrer Mitglieder erworben und wird auch hier bald zur Parzellierung schreiten. Die Baupläne für die Siedlung wurden von den Ingenieuren Kornberg und Rubin verfertigt und sind bereits von der Regierung bestätigt. Verhandlungen über Baukredite sind bereits im Gange, sodaß mit dem Beginn der Baubewegung für die neue Siedlung für den nächsten Sommer gerechnet wird. Neubauten palästinensischer Versicherungsgesellschaften. Wie der Dawar" erfährt, beabsichtigt die Allgemeine Versicherungsgesellschaft „Generali" im Zentrum von Jerusalem einen großen Neubau zu errichten. Das Gebäude soll sechs Stockwerke umfassen, die Baukosten werden 30.000 Pfund betragen, Das Gebäude wird entweder in der King George Street oder im Handelsviertel errichtet werden. Die Verhandlungen über den Ankauf des Terrains sind unter Teilnahme von zwei Vertretern der Gesellschaft aus Triest bereits im Gange. Auch die Versicherungsgesellschaft „Adriatica" .beabsichtigt, nach der gleichen Quelle, in Jerusalem ein großes Gebäude zu errichten. Neues Hotel. Die Administration des Wakf (moslemitischer Religionsfonds) erbaut in Jerusalem ein großes, modernes Hotel mit einem Kostenaufwande von 57.0C0 Pfund. Die Arbeiten wurden an zwei jüdische und einen arabischen Unternehmer vergeben. Haifa. Die Entwicklungsmöglichkeiten und Hafenbau. Arch. Richard Kaufmann, der bekanntlich in Palästina städtebaulich tätig ist, schreibt in Nr. 19 von „Palestine and N ear E a s t" über die besonderen Aussichten, die Haifa durch seine Lage und Verbindungswege hat. Er wendet sich sodann der städtebaulichen Probleme Haifas zu. Der Plan der Hafenanlage ist zwar gründlich durchgearbeitet worden, wobei die technischen (Konstruktions-)Fragen und die Billigkeit maßgebend waren. Aber unberücksichtigt blieben die Bedürfnisse des natürlichen Wachstums der Stadt. Diese ist gegenwärtig auf dem schmalen Küstenstreifen zwischen der Küste und dem steilen Abhang des Karmel gelegen. Eine Ausdehnung ist nur möglich in südöstlicher Richtung, nördlich des Ostabhanges des Karmel, auf der weiten Ebene, durch die der Kischon fließt. Der Hafen ist aber für Anlage am nordwestlichen Teile des Golfes geplant, der kein Hinterland haben wird. Trotz höherer Kosten sollte der Hafen an der südöstlichen Ecke der Bucht gebaut werden. Dann wäre Platz für die Entwicklung der Stadt. Kaufmann spricht dann von der Anlage von Industrievierteln, die in einer Gegend stattfinden müßte, die der vorherrschenden Windrichtung entgegenliegt, wegen der Feuersgefahr, die besonders durch Rohöl-, Benzin- und Petroleumlagerung gegeben ist, über die Weganlagen u. a, m, Bodenerwerbungen, lieber solche seitens der Petroleumgesellschaften berichten wir unter „Verkehr". — Die Presse meldet ferner, daß Lord Melchett (der Vorsitzende des englischen Chemietrustes), 30.000 Quadratpick (ca. 17.300 m2) zum Preise von 22.000 Pfund zur Errichtung von Büros und Lagerhäusern der Nitramgesellschaft an der Nazarethstraße nahe den „Grands Moulins1' erworben habe.