Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Article
- Neue Pflanzungen [Nachricht]
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 541 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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541 Nähe von Rechowoth erworben. —- Ein kanadischer Jude, Mordechai Eidelmann, hat äüf einem Areal von 400 Dun am in der Nähe von Petach Tikwah Pflanzungen angelegt, um hier die Ansässigmachung von 40 Juden aus Kanada zu organisieren. — Neue Pflanzungen im Ausmaß von 4000 Dunam wurden von der New Yorker Gesellschaft „Achuzah Aleph" in Raananah ausgeführt. — Eine Gruppe aus Tel-Aviv hat einen Teil der Terrains von Abu Kischath erworben, wo. große Pflanzungen angelegt werden. Der Balfour-Wald, In der Nähe von Ginegar auf Boden des Keren Kajemeth wurde, wie erinnerlich, am Anfang dieses Jahres in Gegenwart von Lord Plumer und Lord Melchet mit der Pflanzung eines Balfour-Waldes begonnen. Der Umfang des ganzen Waldes beträgt 1100 Dunam hügliges Gelände, nördlich von Ginegar bei der Chaussee Haifa—Nazareth, Bisher wurden insgesamt auf einer Fläche von 200 Dunam 65.000 verschiedene Nadelbäume gepflanzt. Die Pflanzungsarbeiten wurden teilweise durch die Siedler: von Ginegar, teilweise durch die Siedler einer anderen Kwuzah vorgenommen. Die Entwicklung der Bäume verläuft ausgezeichnet, und man kann damit rechnen, daß hier ein herrlicher Wald entstehen wird. In diesem Jahre werden weitere 600 Dunam bepflanzt werden. Der stellvertretende Oberkommissär Luke sagte bei Besichtigung der Pflanzung, diese werde eine der schönsten Leistungen der zionistischen Bewegung in Palästina sein. Frühkartoffeln. Das Regierungsdepartment veröffentlicht soeben einen Bericht über Versuche mit Frühkartoffeln. Im Februar wurden aus England bezogene Saatkartoffeln in Jericho gepflanzt, und Ende April, nachdem große Hitze, 47 bis 49 Grad Celsius im Schatten, ein Weiterwachsen hinderten, geerntet. Sie wurden an den Empire Market Board nach London gesendet und gut befunden. Das Gutachten besagt, daß palästinensische Frühkartoffeln einen Markt in England haben können, wenn sie spätestens Ende März oder Anfang April ankommen, Die Regierung wird in der nächsten Saison weitere Versuche machen. Die Oeliabrik „Schemen" propagiert den Anbau von Leinsamen. Die Oelfabrik „Schemen" hat den jüdischen Wirtschaften vorgeschlagen, Leinsaat und Sonnenblumen anzupflanzen. Die Fabrik ist bereit, die ganze Ernte fest von vorneherein zu kaufen und auch gegen genügende Sicherheit die erforderlichen Sämereien und Stickstoffdünger auf Kredit zur Verfügung zu stellen. Die landwirtschaftlichen Instrukteure der Zionistischen Exekutive und der PICA werden die Wirtschaften zwecks Erteilung von Instruktionen besuchen. Tabakverkauf nach Polen. Das Tabaksyndikat in Rosch-Pinah verkaufte an das polnische Tabakmonopol seinen gesamten Vorrat an Tabak in Höhe von 33.000 kg zum Preise von 140. MiL das Kilogramm. Der Kauf wurde durch Herrn Dr. Hausner, den polnischen Handelskommissär in Palästina, durchgeführt. Nach zuverlässigen Informationen will das polnische Tabakmonopol auch künftig größere Quantitäten palästinensischen Tabaks kaufen und einen Sachverständigen zur Ueberwachung der Pflanzung und Verpackung nach Palästina entsenden. Die polnische Regierung hat ferner die Erlaubnis gegeben, ein größeres Quantum von Orangen, Mandeln und Feigen nach Polen einzuführen. Kolonisationserfahrungen in Australien, Wir haben wiederholt (z. B. in Nr. 6/7 1927, Artikel Dr. Ruppin: . Englische Kolonisationsmethoden,,, ferner 1927 Nr. 10/11, S 484/85), auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die sich;bei anderen Kolonisationen zeigen und auf die gegen Palästina weit höheren Kosten, welche z. B. England bei Kolonisierung in den Dominions hat. Wir finden neues Material darüber in den „Times". In der Nummer vom 14. September berichteten diese über die Tätigkeit des australischen Siedlungsministers Troy. Die hastige Auswahl von Land führte dazu, daß ungeeigneter Boden wieder verlassen werden mußte, weshalb sich die Zahl der Siedlungen entsprechend verringerte. Die Neuklassifizierung der Siedlungen verfolgte den Zweck, den verbleibenden Kolonisten zu ermöglichen, selbsterhaltende Milchwirtschaftler zu sein. Aber trotzdem seither 7 Monate vergangen sind, so scheint die Zahl der sich selbst erhaltenden Siedler ebenso gering zu sein, wie vorher. Insgesamt sind für Gruppensiedlungen ca. VA Millionen Pfund ausgegeben worden. 1700 Siedler sind übriggeblieben, keiner v o n ihnen ist noch selbst erhaltend! Dies sogar bei Farmen, die 5000 bis 6000 Pfund gekostet haben. Das Ministerium wird nun entscheiden, wieviel von den Kosten dem Siedler anzulasten sind. Er erhält keine weitere Unterstützung, solange er nicht eine durchschnittliche Produktivität erreicht hat. Es hat sich gezeigt, daß im Durchschnitt für jede Farm 4000 Pfund nötig sind, um sie zu entwickeln. (Es handelt sich um Wirtschaften mit 10 Milchkühen.) Das System hat sich nicht bewährt. Die Siedler dachten nicht daran, daß die Farmen einmal ihr Eigentum werden, sondern nur an die Löhne, die ihnen