Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Article
- 600 neue Zertifikate ausgegeben [Nachricht]
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 536 (sequence 2)
- Language
- German
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536 durch ihre fiskalische Ausbeutung der jüdischen Immigranten und ihrer Unternehmungen schuld und hab ihre lange Dauer mit veranlaßt, da sie systematisch abseits gestanden habe, ohne den Finger zur Mithilfe zu rühren. Gegenüber dem, was die Regierungskasse aus jüdischen Quellen erhalten habe, spiele die Zahl der bei Regierungsarbeiten beschäftigten jüdischen Arbeiter keine Rolle. Die pedantische Prüfung der Vorschläge der Histadruth durch die Exekutive habe ergeben, daß im Pflanzungsgebiet der nicht jüdischen Arbeit Tür und Tor geöffnet werde, wenn nicht mindestens 1200 neue Einwanderer die Lücken ausfüllen werden. Dabei habe die Exekutive die großen Regierungsarbeiten nicht mit in ihre Kalkulation aufgenommen. Die Regierung glaube anscheinend, daß ihre Aufgabe mit darin bestehe, den Umfang der jüdischen Arbeit in den Pflanzungswirtschaften zu reduzieren und dadurch die unangenehme Frage der Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei den Regierungsarbeiten leicht lösen zu können. Einwanderung verfolgter russischer Zionisten- Infolge* der Vorstellungen der Zionistischen Exekutive wurde für diese Kategorie die Forderung fallen gelassen, daß die Pässe den Vermerk führen sollen: »Rückreise nach Rußland gestattet.« (Siehe Nr. 8/10» S. 441.) Wie aus Moskau berichtet wird, hat die Regierung 10 verbannten Poale- Zionisten Pässe nach Palästina ausgefolgt, weitere 50—60 sollen folgen. Die Palästina- Regierung hat 200 russische Einreisevisa erteilt. Die Einwanderungsbestimmungen. Wir haben in Nr. 8/10, S. 430, die Beschlüsse der Julisitzung des Zionistischen 'Aktionskomitees erwähnt. In Nr. 11 der Zeitschrift »Mischar we Taassiah« bespricht A. Landau diese Beschlüsse und sagt, es sei dringend, nötig, die Forderungen des Aktionskomitees bei der Regierung durchzusetzen. Er begründet dies mit einer Analyse ihrer bisherigen Praxis. Als Zertifikatisten (Klasse C. Arbeitende ohne Mittel, für die die Zionistische Exekutive eine Beschäftigung nachweist) wurden zugelassen: Juli 1922 — März 1923............... 1.535 April 1923 — März 1924 .............. 1.028 April 1924 — September 1924 ............ 2.400 Oktober 1924 — März 1925.............. 3.425 April 1925 — September 1925............ 9.200 Oktober 1925 — März 1926 ............. 7.500 Oktober 1926 — März 1927 . . ........... 1.500 April 1927 — September 1927.......... . . 500 27.088 Seit September 1927 ist kein neues Zertifikat mehr ausgegeben worden. (Inzwischen, sind 600 neue ausgefertigt worden. Siehe oben. — Die Red.J — Die Einwanderung der Leute mit Mitteln wurde schon im Juni 1925 erschwert durch die Bestimmung, daß die Einreiseerlaubnis nur vom Kommissär in Jerusalem erteilt werden könne. Praktisch kam das einer völligen Sperre gleich. 1924 waren 32.4% der Einwanderer aus dieser Klasse, 1925 nur 27.8% und 1926 bloß 8,8%. Allerdings war in diesem Jahr auch die Gesamtziffer niedriger wegen der Krise in Palästina, aber es wird ja nicht behauptet, daß jene Bestimmung die Hauptursache des Rückganges war, jedenfalls ist das Sinken der Verhältniszahl von Einwanderern mit Mittein zu der arbeitender Elemente vor allem an der Krise der Arbeitslosigkeit schuld gewesen. Im übrigen konnten auch Leute mit Visa vom Immigrationskommissär abgewiesen werden. Diesem wurden sehr weitgehende Vollmachten gegeben zwecks Erleichterung der Immigration, die er aber nur zu deren Erschwerung benützt hat, wofür der Autor zahlreiche krasse Beispiele gibt, die alle Leute mit größeren Mitteln betreffen, denen die Erlaubnis zur Niederlassung" nicht gegeben wurde. Neue Bestimmungen für die Reise von Palästina nach Italien und Rumänien. Das Immigrations - Department der Zionistischen Exekutive veröffentlichte folgende Instruktionen für Palästina-Reisende: a) Wer aus Palästina via Triest nach Europa fährt, muß bereits bei der Abfahrt eine Eisenbahnfahrkarte für die Fahrt von Triest bis zum Bestimmungsort erwerben und sämtliche Visen der Durchgangsländer besitzen. Im anderen Falle erhalt er von den italienischen Behörden nicht die Erlaubnis, das Schiff zu verlassen, b) Rumänische Staatsangehörige, die von Palästina über Konstanza nach Europa fahren und vom rumänischen Konsul in Jerusalem grüne Pässe erhalten, haben bei ihrer Rückkehr Schwierigkeiten zu erwarten, da diese Pässe nicht für die Rückkehr von Rumänien aus gelten, wenn sie nicht durch das Ministerium in Bukarest eigens dafür verlängert werden. Um die Verlängerung zu erhalten, ist nicht die persönliche Anwesenheit in Bukarest erforderlich, sondern es genügt die Einsendung des Passes an das Palästinaamt, Strada Carol 81, in Bukarest, das die Verlängerung besorgt. Inhaber gewöhnlicher rumänischer Pässe (roter Pässe) müssen ihre Pässe nicht in Rumänien erneuern lassen.