Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Article
- Die Terrains der Haifa-Bay im Besitz des Keren Kajemeth
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 500 (sequence 2)
- Language
- German
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500 erworben und weitere zirka 10.000 Dunam der äußeren Zone (4) vorwiegend landwirtschaftlichen Bodens wurden von der Haifa-Bay an private Interessenten verkauft. Es verblieben 27.000 Dunam, von denen die Palestine Economic Corporation (PEC) in New York, die sogenannte »Flexnergruppe«, 5000 Dunam, meist der Zone I (unmittelbar an die Stadt grenzend) erworben hat, indes auf restliche 22.000 Dunam der KKL. die Option erlangt hat. Hiebei hat Julius Simon von der PEC. auf das tatkräftigste zugunsten des KKL. mitgewirkt. Simon, ein bekannter zionistischer Führer schon seit der Zeit Herzls, hat während des Krieges im Haager KKL.-Kuratorium mitgewirkt und war sodann von 1919 bis 1921 Mitglied der Exekutive in London als Finanzreferent, Wie bekannt, war die Haifa-Bay-Compagny in Schwierigkeiten geraten. Sie hatte diese riesige Transaktion, die von ungemeiner Wichtigkeit für die Zukunft der jüdischen Siedlung ist, mit unzureichenden Mitteln unternommen, in der begründeten Hoffnung, die Terrains rasch abverkaufen zu können, da zur Zeit ihrer Transaktion (1925) ein stürmisches Verlangen nach Palästinaboden bestand. Die Böden verlangten jedoch sehr kostspielige Ameliorationen, weil der Kischon dort große Sümpfe bildet. Man schätzte diese Kosten auf zirka 20 Pfund per Dunam. Es hätte eine eigene Gesellschaft mit großem Kapital zur Ameliorierung geschaffen werden müssen. Der plötzliche Ausbruch der Krise Ende 1925, verbunden mit dem Stocken der Einwanderung, verhinderte aber deren Bildung, sowie den weiteren Abverkauf der Parzellen. Die Muttergesellschaft der Haifa-Bay-Compagny, die »American Zion Commonwealth Inc.«, kam in Schwierigkeiten, aus denen sie durch Zuhilfenahme zionistischer Gelder befreit werden mußte. Der nunmehrige Verkauf ihrer Terrains an PEC. und KKL. wird die sukzessive Rückzahlung dieser Gelder ermöglichen. Bei der Durchführung der Ameliorationen werden diese beiden Institute sicherlich miteinander arbeiten, doch wird auch die Regierung zu der Assanierung beizutragen haben. Die ungemeine Bedeutung dieser Erwerbung des KKL. eben jetzt, wo der Bau des Hafens in den nächsten Wochen begonnen wird und die Legung der Oelröhrenlinie von Mossul nach Haifa definitiv beschlossen zu sein scheint, ist allgemein klar. In einem Interview mit dem Governor des KKL. S. Schocken (Jüdische Rundschau vom 30. XL) äußert sich dieser darüber wie folgt: »Die Bedeutung des Haifa-Bay-Kaufes für die Entwicklung des jüdischen Palästina ist gar nicht zu überschauen. Wir haben hier zum erstenmal ein Unternehmen, bei dem direkte Beziehungen zwischen dem KKL. und den verschiedensten Zweigen der allgemeinen Wirtschaft des Landes entstehen. Wir haben durch diesen Kauf den unschätzbaren Vorteil einer großen Bodenreserve für das werdende Groß-Haifa (das, was bei Tel-Aviv so bitter gefehlt hat), die Möglichkeit der Schaffung ausgedehnter halbstädtischer Siedlungen auf dem KKL.-Boden und damit ein'Instrument, dem Uebel der Bodenspekulation und der Ueberteuerung der Wohnungsmieten wirksam entgegenzutreten. Daß die wichtigsten Teile des zukünftigen Industrie- und Entwicklungsgebietes der Stadt Haifa Eigentum des KKL. sind, wird ihm später sicherlich große Einnahmequellen bringen. Wenn auch der jetzige Hafenbauplan nicht unmittelbar an unser Gelände grenzt (siehe darüber die Aeußerung R. Kaufmanns unter »Nachrichten und Daten«, Rubrik »Städte« — die Red.), so werden doch große Teile unseres Bodens bald mittelbar Nutznießer des Hafenbaues sein. Nach den Feststellungen der letzten Jahre haben große Teile des Gebietes so günstige Grundwasserverhältnisse, daß sie unschwer vermittels Bohrquellen bewässert werden können. Die Nähe der 'beiden Städte bietet eine günstige Basis für landwirtschaftliche Siedlungen, für die Versorgung der Städte mit Gemüse usw.; Teile des Bodens sind auch für Pflanzungen geeignet. Die endgültige Assanierung des Kischonuferlaufes wird die Wasserverhältnisse des ganzen Kischon, besonders zwischen Nahalal und Haifa, günstig beeinflussen. Das Was-