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Palästina · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. 1

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
1 (sequence 3)
Language
German
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PALÄSTINA MONATSSCHRIFT FÜR DIE ERSCHLIESSUNG PALÄSTINAS XL JAHRG. (NEUE FOLGE iL JAHRG.) Nr. 11/12 NOVEMBER—DEZEMBER 1928 Randbemerkungen zum Blaubuch. Von DipL-Ing. Salomen Kaplansky, Tel-Aviv, Vorbemerkung. Der der letzten Sitzung des Zionistischen Aktionskomitees in Berlin vorgelegte Bericht der Joint Palestine Survey Commission — von dem ein Auszug in der letzten Nummer dieser Zeitschrift enthalten war — wurde kurz als »Blaubuch« bezeichnet. Die nachstehenden Ausführungen sind einer vorläufigen Erwiderung entnommen, die der zionistischen Leitung unterbreitet wurde. Das recht umfangreiche Dokument verlangt eine eingehendere Besprechung. 1. Das zionistische Kolonisationssystem, das von den Sachverständigen vielfach angefochten wird, entsprang weder dem Kopfe eines Genies, noch dem Programm einer Partei. Es ist historisch geworden. Es entstand als Folge einer bestimmten Situation im jüdischen Ansiedlungswerk Palästinas im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts. Es war ebenso sehr ein Resultat bestimmter Bedürfnisse und einer geschichtlich gegebenen Situation im jüdischen Volke. Unsere Kritik der Palästina-Kolonisation, wie wir sie genau vor 20 Jahren vorgefunden hatten, richtete sich sowohl gegen ihre technischen als ihre sozialökonomischen Grundlagen. Beide Faktoren — die technische Rückständigkeit jüdischer Ackerbauwirtschaft und die s o z i a- 1 e n Gebrechen der auf jüdischem Besitz und arabischer Arbeit aufgebauten Siedlungen •— vielfach sich gegenseitig bedingend, führten zum gleichen Ergebnis: der nationalen Unzulänglichkeit dieser vorzionistischen Siedlungsmethode. Dementsprechend beruhte das zionistische System auf zwei Elementen: auf der technischen Umgestaltung jüdischer Landwirtschaft und auf ihrer sozialökonomischen Umgestaltung. Beide hatten den Zweck, die palästinensische Landwirtschaft für jüdische Siedler ertragsfähig und die jüdischen Siedlungen zu Stätten jüdischer Arbeit, nicht nur jüdischen Besitzes, zu machen. Es wird nicht geleugnet, auch von den amerikanischen Sachverständigen nicht, daß die zionistische Kolonisationsleitung vor und nach dem Kriege die landwirtschaftlich-technischen Probleme der Palästina- Kolonisation richtig erfaßt und im wesentlichen gelöst oder der Lösung nahegebracht hat. Der von uns geschaffene gemischte Betriebstypus, insbesondere in der »schweren« Bodenzone, wird nunmehr allgemein als die Basis jüdischer Landwirtschaft in dem größten, nicht bewässerbaren Teil Palästinas anerkannt. Die Sachverständigen hatten auf diesem Gebiete nichts Grundlegenderes zu sagen und haben es auch freimütig anerkannt. (S. Mead, S. 30 ff.) Den sozialen Elementen unseres Siedlungswerkes stehen sie verständnislos und ablehnend gegenüber. Gewiß, die Richtigkeit der zionistischen Siedlungspolitik auf technisch-landwirtschaftlichem Gebiete be-

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