Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 8-10 (August 1928)
- Article
- Beisan [Nachricht]
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 467 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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467 Inschrift und einem Bild des Architekten bloßgelegt, der das Heiligtum dem in der Bibel erwähnten Gotte Dagon errichtete. Nach dem Bericht der Heiligen Schrift wurde das Haupt des toten Saul in Beth-Sch'an (Beisan) von den Philistern an die Mauer des Dagon-Tempels angeschlagen. Dies ist das erste Mal in der Geschichte der Ausgrabungen in Palästina, daß ein Bild eines Erbauers kanaanitischer Tempel gefunden wurde. Unter den übrigen aufgefundenen Gegenständen befindet sich ein Teil eines Trinkgerätes mit dem Zeichen einer alten Schrift. In einer Schicht, die in die Epoche Amenophes III., zwischen 1411 und 1375 v. Ch. fällt, wurden Hieroglyphen aus der Hethitherzeit entdeckt, die unter anderem die Zeichen für »Gott« und »Festung« enthalten. Der Leiter der Ausgrabungen, Allan Rowe, legte außerdem eine Menge Tongeräte mit verschiedenen Bildern, Elefantenköpfen, Ochsen und anderes bloß. Am interessantesten ist die Auffindung von Schlangen in Ton, darunter eine mit Frauenbrüsten. Diese Hinweise auf einen Schlangenkult bringen die Forscher zu der Annahme, daß hier eine Verbindung mit dem alten sumerischen Schlangengott besteht, dessen semitischer Name Sihan war. Auf einer Steinplatte fand man den Namen des Gottes eingeritzt, dem der Tempel in den Tagen Tothmes III. geweiht war. Er lautet »Maker« oder »Makel« — Schutzgott Beth-Sch'ans. Auf der Tafel, die der Erbauer des Tempels für seinen Sohn angefertigt hat, wird der Gott Maker auf einem Thron sitzend dargestellt. Vor ihm stehen Amen-em-Apht, der die Festung errichtet und sein Sohn, und der Gott reicht ihm eine Lotosblume. Unter dem Bild liest man ein vierzeiliges Gebet an Maker, daß er »Leben, Reichtum, Gesundheit« und andere gute Dinge geben solle. Nach Ansicht der Forscher war Marker oder Makel der Lokalgott von Beth- Sch'an zur Zeit Tothmes III., des ersten ägyptischen Pharao, der seine Herrschaft bis über Beth-Sch'an ausdehnte. Möglicherweise wurde der Kult des Gottes aus Babel herübergebracht. Die Funde in Süd-Palästina. Im Londoner University College wurde vor kurzem eine Ausstellung der Britischen Archäologischen Schule in Aegypten eröffnet, die die Ergebnisse der Ausgrabungen in Süd-Palästina zeigt. Flinders Petric kennzeichnet in einem Briefe an die »Times« diese Funde als außerordentlich bedeutungsvoll. Von dem südlichen Palästina war in der Vorkriegszeit infolge der unruhigen Lage in jenen Gebieten nur sehr wenig bekannt. Erst seit der britischen Besetzung ist hier ein Land zugänglich geworden; das Dutzende von Städten und Siedlungen enthielt, und es ist etwa die Hälfte der alten Ortschaften, die in dem Buch Josua aus dieser Gegend erwähnt werden, bereits festgestellt, wie z. B, Beth-phelet, wo Ueberreste von allen Bauperioden seit Abraham bis zu den Römern vorhanden sind. Die bisher untersuchten Friedhöfe stammen aus der Zeit von 1600 bis 600 v.. Chr. Da die Stadt unter Josua eingenommen wurde, der Sitz von Davids Leibwache war und unter Nehemia wieder eingenommen wurde, so spiegelt sich in ihr in ununterbrochener Folge die Geschichte der jüdischen Kultur unter ägyptischen Einflüssen wider. Die gegenwärtigen Arbeiten. Wie die JTA meldet, war das Ausgrabungsprogramm für dieses Frühjahr und den Sommer ungewöhnlich ausgedehnt. Die Archäologen nahmen das ganze Gebiet von Dan nach Beersaba unter die Spitzhacke; vierzehn Expeditionen aus amerikanischen, englischen, französischen, deutschen, italienischen, österreichischen und dänischen Forschern bestehend, sind auf dem Wege zu neuen Entdeckungen. Unter den Stätten, denen man diesmal besondere Aufmerksamkeit widmet, befinden sich die Ueberreste der Stadt Davids, das Grab Josaphats, der Hain Mamre, die Stadt Kirjath-Sapher, die Ueberreste von Mizpah, sowie die bereits begonnenen Ausgrabungen in Sichern und in Beisan in Galiläa. Bei Tiberias wird die Arbeit fortgesetzt werden, desgleichen wird man eine alte Synagoge in Tel Hum in der Nähe des alten Kapernaum wieder aufbauen. Ferner wird man mit der Rekonstruktion der Stadtanlage des alten Jerusalem fortfahren. Das Deutsche Archäologische Institut ernannte Dr. Welter, der die Ausgrabungen zu Nablus geleitet hat, zu ihrem Bevollmächtigten in Palästina. Fonds und Institute. Keren Hajessod. Eingänge. April 46.624, davon 30.711 aus USA, Mai 58.541, davon 30.651 aus USA und 10.000 aus Südafrika; Juni 26.910. In diesem Monat ist keine Ueberweisung aus Amerika eingetroffen. Im ersten Halbjahr 1928 gingen insgesamt 253.628 Pfund ein, die Gesamteingänge des Keren Hajessod bis 30. Juni 1928 betragen 3,488.878 Pfund. Im Juli waren die Einnahmen 40.686 Pfund (davon 21.000 aus USA).