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Palästina · 1928-08-01 · Heft 8-10 (August 1928) · p. Seite 466

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 8-10 (August 1928)
Article
Prof. Frank über die Bauweise in Palästina [Nachricht]
Date
1928-08-01
Page
Seite 466 (sequence 2)
Language
German
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466 Jerusalems seien schon jetzt einfach unbewohnbar. Und daß die bevorstehende Entwicklung von Haifa — sowohl des Industriezentrums, als auch der Karmelstadt — mit dem beginnenden Hafenbau städtebaulich große Anforderungen stelle, müsse wohl nicht besonders hervorgehoben werden. Zum Schlüsse kam Prof. Frank noch auf die Konkurrenz selbst zu sprechen, die den Anlaß zu seiner Palästinareise gab. Die eingereichten Projekte, durchwegs Arbeiten jüdischer Architekten, standen in ihrer Gesamtheit fast auf dem Niveau europäischer Wettbewerbe. Der erste Preis wurde dem Architekten Eugen Ratner zuerkannt, dessen Schöpfung Erez Israel gewiß zur Zierde gereichen wird. Ausgrabungen. Hebron, Ueber seine Funde berichtete in einer außerordentlichen Sitzung der Archäologischen Gesellschaft Pater Mader, der Direktor des Orientalischen Instituts der Görresgesellschaft zu Jerusalem. Oestlich der von Jerusalem kommenden Straße in der Nähe von Hebron weisen noch jetzt aus Riesenquadern errichtete Mauerzüge auf ein altes Heiligtum, in dem man bis zu den Kreuzzügen das biblische Mamre verehrte. Die Stelle führt den Namen »Heiligtum der Höhe des Freundes Gottes« und wurde von jeher mit Abraham in Verbindung gebracht. Jetzt fand man, daß die Bauanlage aus Hadrians Zeiten stammt, während darunter Fundamente liegen, die Aehnlichkeit mit Bauten Herodes des Großen aufweisen. Neben einer jüdisch-hellenischen Kultstätte in einem Brunnenschacht stand einst die riesenhafte Eiche oder Terebinthe Abrahams, die hochverehrt wurde. Hadrian führte an jener Stelle einen nichtjüdischen Gottesdienst ein, den Konstantin in einer von ihm dort erbauten dreischiffigen Basilika durch den christlichen ersetzte. Die Grundmauern dieser Basilika wurden von Mader freigelegt. Eine Mosaikkarte Südjudäas aus dem 6. Jahrhundert zeigt diese Kirche neben der Abrahamseiche. Sichern. Professor Jirku (Breslau) berichtet in der »Vossischen Zeitung« über die Funde, die bei den von Professor Sellin (Berlin) geleiteten Ausgrabungen zu Sichern in Palästina gemacht wurden. Bekanntlich hat Professor Sellin den alten Königspalast und den Tempel des Bundesgottes — beides Lokalitäten, die uns schon aus dem 9. Kapitel des Richterbuches bekannt waren — sowie mehrere Urkunden in Keilschrift gefunden. Seit Anfang März weilt Professor Sellin wieder in Sichern und in wenigen Wochen sind ihm neue, überaus wertvolle Funde geglückt. Neben der Freilegung des doppelten Befestigungsgürtels der alten Stadt wurden zwei Feststellungen gemacht, die für die alttestamentarische Religionsgeschichte von hoher Bedeutung sind und sicher noch viel diskutiert werden dürften. Erstmals fand Sellin, was bisher ganz übersehen worden war, daß der Eingang zu dem Tempel des Bundesgottes von zwei großen Steinsäulen flankiert war, welchen Brauch wir bisher nicht nur von phönizischen Heiligtümern, sondern auch vom salomonischen Tempel zu Jerusalem kannten (I. Königsbuch, 7, 21). Diese Steinsäulen, die nach oben hin vielleicht in Verzierungen endigten, sollten wohl die Stelle von Schutzgottheiten einnehmen, die den Eingang zum Tempel bewachen. Dann aber fand Sellin, daß eine schon früher entdeckte große Steinplatte, deren Zweck man noch nicht erkannt hatte, zweifellos ihren Standort unmittelbar östlich vom Altar hatte und hier als kultische Steinsäule (auch das alte Testament kennt solche) Verwendung fand. Der Tempel, in dem dieses Steinheiligtum stand, wurde zwar, wie wir aus der Bibel wissen, im 12. Jahrhundert vor Christus durch Abimelek zerstört. Da aber, schreibt Professor Jirku, durch die jetzt gefundene Keramik bezeugt ist, daß dieses Heiligtum auch noch in den folgenden Jahrhunderten weiter bestand, so kann kein Zweifel obwalten, daß dieses Steinheiligtum den berühmten Stein von Sichern darstellt, der in den Erzählungen von Jakob und Josua eine so große Rolle spielt. (1. Mos. 33, 20. Buch, Josua 24, 26.) Es ist mithin bei den Ausgrabungen von Sichern geglückt, das berühmteste altisraelitische Kultobjekt wiederzufinden. Beisan. Aus Jerusalem berichtet der Korrespondent des »Berliner Tageblatt«, unter Mitarbeiter Ernst Davis: Zwei Tempel, vermutlich aus der Zeit Königs Tothmes III. aus dem fünfzehnten Jahrhundert v. Ch. wurden von der archäologischen Mission der Pennsylvania-Universität in Beisan, dem biblischen Beth-Sch'an, südlich vom See Genezareth, ausgegraben.. Einer davon ist einem Gotte, der andere einer Göttin geweiht. Eine Reihe wertvoller Gegenstände wurden zutage gefördert, darunter eine kleine vergoldete Götterstatue und eine kleine Astartebüste. Im Innern des ersten Tempels stehen zwei Altäre, einer aus Ziegeln, in dessen Nähe sich verschiedene Kulturgeräte befanden, und einer zur Darbringung von Opfern, um den die Knochen eines jungen Stieres herumlagen. Außerhalb des Tempels wurde ein dritter Altar entdeckt, in dessen Nähe eine kleine Bronzestatue, einen Löwen darstellend, der auf einen Ochsen losspringt, gefunden wurde. Auch dort wurden Tierknochen bloßgelegt, so daß es sich auch hier höchstwahrscheinlich um einen Opferaltar handelt. In einer Schicht, die vermutlich aus der Epoche Ramses II. stammt, wurde ein Türpfosten mit einer

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