Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 8-10 (August 1928)
- Article
- Sitzung des Kuratoriums [Nachricht]
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 464 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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464 Nach Entgegennahme des Berichtes der Verwaltung über die Entwicklung des Instituts seit der letzten Sitzung und einer . eingehenden Diskussion trat der Verwaltungsrat in die Beratung der Vorschläge des Lehrkörpers über die Einführung von Universitätskursen im Anschluß an das Forschungsinstitut ein. Es wurde beschlossen, daß im Sinne der prinzipiellen Beschlüsse der letzten Sitzungen des Verwaltungsrates und des Kuratoriums auf dessen Londoner Tagung die Einführung akademischer Lehrkurse in den am Judaistischen Institut vertretenen Fächer erfolgen soll, sobald die betreffenden Fächer am Institut besetzt sind. Die Entscheidung darüber, wann diese Besetzung im Einzelfall als erfolgt erachtet werden kann, liegt in den Händen des Verwaltungsrates. Es wurde dementsprechend beschlossen, die Eröffnung von Universitätskursen auf dem Gebiete der mittelalterlichen und modernen hebräischen Literaturgeschichte, wofür Lehrstühle bereits seit einiger Zeit bestehen, sofort zu autorisieren, die Einführung solcher Kurse im talmudischen Fach jedoch von der Besetzung des Lehrstuhls für Halachah, in der Palästina-Kunde vom Amtsantritt des hierfür ernannten Professors abhängig zu machen. Ebenso soll die Einführung solcher Universitäiskurse auf dem Gebiete der Religions-Philosophie und Kabbala erst nach der Ernennung eines Professors für Philosophie an dem Institut erfolgen. Im Anschluß an diese Resolution wurde die Ernennung neuer Dozenten für das Fach der Halachah und der jüdischen Geschichte beschlossen. Es wurde ferner eine Kommission, bestehend aus dem Herren Prof. Schorr, Dr. Büchler, Prof. Dr. Ginzberg, Prof. Dr. Margolis und Prof. Perles ernannt, die die Frage des Ausbaues und der Besetzung der Abteilung für Bibelkunde beraten und der nächsten Sitzung Vorschläge unterbreiten soll. Ebenso wurde in Durchführung eines bei der letzten Sitzung gefaßten prinzipiellen Beschlusses über die Gründung eines Lehrstuhles für Jiddisch gegen die Stimmen zweier der Teilnehmer der Sitzung beschlossen, eine Kommission einzusetzen, die die .allgemeine Definition und Gliederung des geplanten Lehrfaches vorberaten und der nächsten Sitzung Bericht erstatten soll. In die Kommission wurden die Herren Dr. Buber, Prof. Perles und Prof. Schorr ernannt. Der Verwaltungsrat beschloß schließlich die Einberufung eines Kongresses für die Wissenschaft vom Judentum. Es wurde eine Studienkommission ernannt, die nach Sammlung von Gutachten und Materialien ein ausführliches Projekt bis zum nächsten Frühjahr ausarbeiten soll. Das Projekt soll dann einer repräsentativen Konferenz jüdischer Gelehrter unterbreitet werden, welche die Kommission im Anschluß an die nächstjährige Sitzung des Verwaltungsrates einberufen soll. Die Kommission setzt sich zusammen aus den Herren Prof. Dr. Schorr (Vorsitzender), Prof. Dr. Elbogen (Schriftführer), Dr. Martin Buber, Dr. A. Büchler, Prof. Dr. Louis Ginzberg, Grand-Rabbin Dr. I. Levi und David Jellin. Die Aufnahmsbedingungen der Universität. Das Sekretariat der Jerusalemer Universität hat ein Kommunique über die Bedingungen der Aufnahme für von auswärts stammende Hörer der Jerusalemer Hebräischen Universität veröffentlicht. Aufgenommen werden Studenten ohne Unterschied der Religion und Nationalität, die ein achtklassiges Gymnasium mit einem Reifezeugnis beendet haben. Die Universität erkennt die Zeugnisse der privaten hebräischen höheren Schulen außerhalb Palästinas an, jedoch müssen diese Schüler an der Universität sich einer Zusatzprüfung unterziehen. Das Studium an der Universität ist gratis. Die Vorlesungen beginnen gegen den 15, Oktober. Nach Aufnahme an die . Universität kann diese für die von auswärts stammenden Studenten sich um ein Einreisevisum bemühen. Gemäß den Einwanderungsbestimmungen ist eine Garantie für einen Betrag von 180 Pfund erforderlich, die für drei Jahre Unterhalt in Palästina erforderlich sind. Ernennung der Inspektoren des zionistischen Schulwerkes, Das Erziehungsdepartment der Zionistischen Palästina-Exekutive hat Dr. Lurie zum Inspektor über alle dem Department unterstehenden Volksschulen im Kreise von Jerusalem und die Mittelschulen im ganzen Lande, und Dr. Rieger zum Inspektor , über die Volksschulen im Kreise Haifa und Ober- und Untergaliläa ernannt. Die Arbeilerbibliothek. Aus der im Jahre 1912 von den Arbeitern in Judäa begründeten landwirtschaftlichen Wanderbibliothek hat sich allmählich bis heute eine umfangreiche zentrale Arbeiterbibliothek entwickelt, die heute zirka 65.000 Bände umfaßt und etwa 80 Abteilungen hat. Sie befriedigt als einzige das Lesebedürfnis des flachen Landes. Die Bücherverteilung wird -durch zwei Bezirksbibliotlieken (eine für den Distrikt Judäa, die andere für die übrigen Distrikte) reguliert. In der Bibliothek nehmen den ersten Platz die hebräische Literatur, alles, was in irgend einem Zusammenhange mit dem Leben des jüdischen Volkes, seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft steht, und die jüdische Literatur ein. Ein großer Teil der Leser liest