Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 8-10 (August 1928)
- Article
- Export jüdischer Industrieprodukte [Nachricht]
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 453 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2379786-2379867-2379872--07701-2387472- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
453 In einem Artikel von J. Siman in derselben Zeitschrift Nr. 14 berechnet dieser den Gesamtexport von Industrieprodukten 265.000 308.000 235.000 337.000 Das Tote Meer, Unser Mitarbeiter Dr. Stefan Löwengart schrieb in Nr. 6 der „Zeitschrift für praktische Geologie", Halle, über diese Materie nach eigenen Forschungen. Wir bringen nachstellend den Schluß des Artikels, der von den Produktionsbedingungen handelt, zum Abdruck: „Zur Ausbeutung kommen in Frage Kochsalz, Chlorkali und Brom. Das Kochsalz «wird in riesigen Mengen als Nebenprodukt gewonnen werden, ebenso wie der Karnallit durch natürliche Verdunstung in besonderen Becken. Schon in türkischer Zeit befanden sich am Toten Meer mehrere große SeesaJinen zur Gewinnung von Kochsalz, Da dieses aber nur als Nebenprodukt bei Prozeß EI zu gelten hat, es hier vielmehr auf die Gewinnung der Lauge zu Prozeß III ankommt, so trit , hier ein neues Problem auf. das die anderen Seesalinen nicht kannten: Die künstliche Dichtung des Untergrundes spielte dort keine Rolle, da kleine Verluste der Restlauge die Ausbeute nur wenig herabdrückten. Der Untergrund in der einzig für die Anlage von Salinen in Frage kommenden Gegend, dem Gebiet der Jordanmündunp besteht aus Tonen und Gipsmengeln, die ziwar im hydrologischen, nicht aber im bautechnischen Sinne undurchlässig sind. Selbst eine Versickerung einer Wassersäule von nur 1 mm, die schon ein sehr günstiges Ergebnis darstellen würde, ergäbe ein Ausbeuteverlust von 35%. Inwieweit die künstliche Abdichtung des Untergrundes mit Zement oder Asphalt noch die Rentabilität möglich macht, soll hier nicht untersucht werden. Zur Anlage größerer Becken sind auch umfangreiche Pl'anierungsarbeiten notwendig. Die Landschaft nördlich des Toten Meeres ist ein typisches Tafelland aus Gipsmergeln (Lisanschichten) mit Höhenunterschieden bis zu 200 m, in die sich der Jordan .ein enges Tal eingeschnitten hat. Ohne Schwierigkeit ist wohl die Gewinnung von Chlorkali aus dem Karnallit möglich mit Hilfe von Chlornatrium und anderen an Ort und Stelle vorhandenen Lösungen. Die Möglichkeit der Gewinnung von Brom ist an das Vorhandensein billigen elektrischen Stromes gebunden. Etwa 90 km jordanaufwärts wird zur Zeit das erste Wasserkraftwerk Palästinas mit einer Leistung von 25.000 PS. gebaut. Gewinnbare Mengen: Die Kochsalzkampagne kann auf 180 Tage je 5 mm Verdunstung angesetzt werden. Das gibt insgesamt 900 mm mögliche Gesamtverdunstung. Da bei Prozeß II 38% der Lösung verdunsten müssen, so ergibt sich eine theoretische Ausbeute von 62/38. 900 mm — 1470 mm Karnallitlauge je Flächeneinheit und 250 kg NaCl je Quadratmeter. Die Karnallitk'ampagne kann auf 150 Tage mit 3.5 mm täglicher Verdunstung angesetzt v/erden, das ergibt 525 mm Gesamtverdunstung. Es kann daher die 100/18fache Menge zur Verdunstung gelangen, das ergibt 2910 mm Flüssigkeitshöhe oder 168 kg Karnallit je Quadratmeter. Bringt man ein Drittel Verlust in Rechnung, so kann je Quadratkilometer Verdunstungsfläche je Kampagne 112.000 t Karnallit gewonnen werden. Dies sind auf K2 O umgerechnet etwa 19.000 t oder etwa ein Prozent der Weltproduktion. Auf den Quadratkilometer Karnallitsaline sind etwa 2.5 qkm Kochsalzsaline notwendig. Transportbedingungen. An die Erteilung der Konzession, die vom Colonial Office zum 1, Oktober 1925 ausgeschrieben wurde und jetzt abgeschlossen ist. ist der Bau einer Eisenbahn nach Beisan (wo die Bahnlinie Haifa—Damaskus ins Jordantal eintritt) gebunden. Diese Strecke, deren Länge ungefähr 90 km betrafen dürfte, und die Produktionsstätte mit dem neu auszubauenden Hafen Haifa verbindet, verdient gegenüber der viel kürzeren Jerusalem—Jaffa den Vorzug, da sie nur 50 m verlorene Steigung hat gegenüber 750 m bei der letzteren. Eine gute Chaussee, die natürlich für Großtransporte nicht in Frage kommt, geht heute schon fast bis zum Nordufer des Toten Meeres. Wenn eine Durchbrechung des deutsch-französischen Kalimonopols auch bestimmt nicht in Frage kommt, so können von hier aus doch die Bedürfnisse der Landwirtschaft der Nachbarländer (Aegypten, Syrien usw.) und die Palästinas selbst befriedigt werden." Die Petroleumfrage. Derselbe Autor, Dr. Stefan Löwengart, schreibt hierüber in „Täglicher Bericht über die Petroleumindustrie", Nr. 154, Er schildert kurz jene Formationen und Bodemzusammensetzungen, aus denen geschlossen werden kann, daß 1924 1925 1926 1927