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Palästina · 1928-08-01 · Heft 8-10 (August 1928) · p. Seite 446

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 8-10 (August 1928)
Article
Die Traubenkultur [Nachricht]
Date
1928-08-01
Page
Seite 446 (sequence 2)
Language
German
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446 Dies sind erst 1.4% des bisher in Kultur stehenden Landes. Die Rosinentrauben reifen früher als die spanischen und enthalten mehr Zucker. Die Regierung hat eine spezielle Traubenexportkommission eingesetzt, die u. a. eine Probesendung nach England geschickt hat. (Siehe Nr. 5/7, Seite 309.) Die Wehlproduktion. Demselben Artikel von Meerowitsch entnehmen wir, daß in den großen jüdischen Kellereien ein Quantum von 40.000 bis 50.000 Hektoliter jährlich produziert wird, mit den kleinen zusammen sind es zirka 60.000. Die Trauben enthalten einen hohen Prozentsatz von Zucker (17—20 B), weshalb hauptsächlich Dessertweine produziert werden. Leider genießen sie in England nicht die Reichsvorzugszölle und werden als ausländische Produkte verzollt, indes die Weine aus Australien und Südafrika 50% Zollermäßigung genießen. Auswanderung einer Kwuzah. 27 frühere Mitglieder der Arbeitslegion »Gdud Awodah«, die sich von dieser wegen politischer Meinungsverschiedenheiten — sie sind extreme Kommunisten — getrennt haben, sind nach Rußland ausgewandert, wo sie von der »Ozet« angesiedelt werden. Die Haifa Bay. Wie schon in Nr. 1/2, S. 88 und 5/7, S. 187, gemeldet, hatte die amerikanische Palestine Economic Corporation ein Optionsrecht auf einen Teil der Fläche der Haifa Bay erworben. Nun wird gemeldet, daß diese Option ausgeübt werden soll. Es scheint aber noch kein definitiver Abschluß vorzuliegen. Wie berichtet, hat auch der KKL. beabsichtigt, die Terrains der H. B. aus dem Erlös der Anleihe zu erwerben. Diese ist nun vertagt. Es ist zweifellos, daß die P. E. C, wenn sie tatsächlich einen Teil des Bodens kauft, dem KKL. darauf eine Option einräumen wird. Die Viehversicherung, Unser Mitarbeiter Dr. K. S. schreibt uns darüber: Die Viehversicherungsgesellschaft „Hachaklaith" vollendet heuer die ersten zehn Jahre ihres Bestehens. Ihre Entwicklung ist ein Beweis sowohl für den Aufschwung der jüdischen Landwirtschaft, wie für die Existenzfähigkeit gemeinnütziger Unternehmungen auch ohne Subvention von 'außen. Denn zwei Tatsachen sind bei dieser Gesellschaft bemerkenswert: Sie umfaßt erstens Mitglieder aus allen landwirtschaftlichen Schichten, ist also weder eine Institution nur der Arbeiterschaft oder nur der bürgerlichen Kreise, wie es sonst die meisten Organisationen im Lande sind; zweitens übt sie ihre Tätigkeit aus, ohne von irgend einer Seite 'Geldhilfe zu erhalten, ist also nur auf den Beiträgen der Mitglieder aufgebaut. Denn ein Zuschuß des iKoloniisations-Departements der Zionistischen Exekutive, der für tierärztliche Hilfe in einigen abgelegenen Bezirken einige Jahre hindurch gewährt worden war, ist bereits im Vorjahr eingestellt worden. Hachaklaith gehört nicht in die Klasse der reinen landwirtschaftlichen Versicherungsgesellschaften auf Gegenseitigkeit. Sie ist jedoch eine Selbsthilfe-Einrichtung ohne Gewinna'bsicht. Die Mitglieder zahlen für ihre Tiere einen 'bestimmten Prozentsatz des Wertes als Prämie ein. Dieser Satz ist verschieden, nach der Anfälligkeit der einzelnen Tierrassen abgestuft und seine Festsetzung obliegt ebenso der Generalversammlung wie die Bestimmung des Prozentsatzes, der vom versicherten Wert im Schadensfälle ausgezahlt wird. Die Konsolidierung der Verhältnisse driückt sich darin aus, daß die Gesellschaft bis zum Jahre 1924 nur 50 Prozent vergütete, bis 1926 65 Prozent, 1927 75 Prozent und für das laufende Geschäftsjahr erwartet man die Bestimmung einer Rate von 80 bis 85 Prozent. Eine wesentliche Besonderheit der „Chaklaith" ist ferner, daß sie den Mitgliedern tierärztliche Hilfe ohne Entgelt beistellt. Zu diesem Zweck unterhält sie einen Stab von acht Tierärzten, die in den verschiedenen Zentren der landwirtschaftlichen Siedlungen stationiert sind. Das ist fiür die junge jüdische Landwirtschaft von ausschlaggebender Bedeutung. Die Kenntnis, wie er Krankheiten und Todesfällen in seinem Tierbestand vorbeugen kann, ist für den Landwirt wichtiger als 'die Auszahlung einer Vergütung fiür einen bereits eingetretenen Schaden; andererseits ist der Bauer schwer dafür zu halben, den Tierarzt, dem er für seinen Besuch bezahlen muß, zu rufen, bevor es nicht schon sehr spät ist. Den beamteten Tierarzt der „Chaklaith" herbeizuholen, kostet ihn nichts und ist sogar seine Pflicht, will er anders nicht einen eventuellen Entschädigungsanspruch aufs Spiel setzten. Der Tierarzt wird aber schon im Interesse der Gesellschaft im ganzen Stall nach dem rechten sehen und Winke für die Behandlung des Viehes gelben. So übt dieser Veterinäre Dienst einen erzieherischen Einfluß auf die Tierhaltung der jüdischen Landwirte aus. Die Mitgliederzahl der „Chaklaith" ist von 85 zur Zeit ihrer Gründung, vor zehn Jahren, auf derzeit 1100 gewachsen und. besteht aus Besitzern von Wirtschaften in allen Teilen des Landes und von jeder Größe und Art (die kollektiven Gruppen na-

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