Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 8-10 (August 1928)
- Article
- Budgetfragen : das Defizit [Nachricht]
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 434 (sequence 1)
- Language
- German
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434 Das Defizit. Das Budget für die Monate April-Dezember 1927 weist ein Defizit von-205.000 Pfund auf, jenes für die ersten drei Monate 1928 137.033 Pfund. Infolgedessen soll der Beamtenstab soweit reduziert werden, daß eine Ersparnis von 150.000 Pfund resultiert. Im ersten Halbjahr 1928 betrugen die Einnahmen der Palästina-Regierung 1,008.917 Pfund und die Ausgaben 1,143.288 Pfund, so daß sich ein Defizit von 134.371 Pfund ergibt. Die Ursache des Defiziten »Palestine & Near East« schreiben zu dem Etat, daß das Defizit 1928 nur durch die erhöhten Ausgaben für militärische Zwecke (infolge Verminderung des britischen Zuschusses) entsteht, indes die Einnahmen der Regierung im ersten Quartal 1928 gegenüber 1927 gestiegen sind, wie folgende Tabelle zeigt: I. Quartal 1927 1928 Zoll und Gebühren 192.000 222.697 Lizenzen, Taxen 176.614 161.410 Eisenbahnen 107.109 120.602 Gerichtsgebühren 62.231 54.277 Post und Telegraph 39.218 46.048 Das Blatt behauptet, daß Lord Plumer zurückgetreten sei, weil er mit der Erhöhung der Belastung Palästinas für die militärischen Zwecke nicht einverstanden war, Die Verminderung der Subsidien Englands und die erhöhte Last, die das Land dadurch zu tragen hat, zeigt folgende Tabelle: 1925/26 1926/27 1927 (April-Dez.) in Pfund paläst. Polizei und Gefängnisse........ 478.781 325.115 251.871 Transjordanisches Grenzkorps ..... 977_166.113_127.537 zusammen . . . 479.758_491.228_379.408 davon englische Beteiligung ...... 199.756 84.314 37.931 Die arabische Exekutive zum Budget. Die palästinensisch-arabische Exekutive hat der Regierung Palästinas ein Memorandum unterbreitet, in welchem eine Reihe Sparmaßnahmen in Anbetracht des Defizits im (Landeshaushalt vorgeschlagen wird. Diese Forderungen sind: 1. Verminderung des Standes des Grenzschutzkorps; 2. Reduzierung der hohen Personalausgaben in der Leitung der Eisenbahnen; 3. Einschränkung der Ausgaben für öffentliche Arbeiten, der Quelle des Regierungsdefizits (diese Ausgaben seien auf Kosten der arabischen Mehrheit ausschließlich im Interesse der jüdischen Einwanderer erfolgt); 4. Annullierung aller besonderen Gehaltszulagen an hohe Beamte; solche Zulagen seien vielleicht in Afrika und Zentralasien am Platze, wo die Lebensbedingungen sehr schwierig seien, was in Palästina nicht zutreffe; 5. Einschränkung der Ausgaben für Regierungsgebäude und Beamtenwohnungen (System der ,,rent allowance"); 6. Einführung des Systems der öffentlichen Ausschreibungen bei der Vergebung von Regierungsarbeiten, die aber nur für Palästinenser offen sein sollen; 7. Annullierung der Subventionen an Schulen, die nicht unter Kontrolle des Erziehungsdepartements der Regierung stehen; 8. Erhöhung der Abgaben von fremden Institutionen, wie Banken, Handelsgesellschaften, Reisebüros usw.; 9, Erhöhung des Zolles auf Luxusgüter, wie Gewürze, Alkohol, Seide, Tabak, Schmuck und Verminderung der Zölle auf lebenswichtige Nahrungsmittel; 10. Entlassung der verheirateten Frauen aus dem Regierungsdienst; 11. Entlassung aller ausländischen Beamten (abgesehen von Experten) aus allen Regierungsämtern, wie es in Aegypten, Syrien und Irak üblich ist. Auf den Vorschlag der Regierung, eine allgemeine Kürzung der Gehälter von 12.5% vorzunehmen, schlägt die arabische Exekutive eine progressive Staffelung der Reduktionen vor, die bei den niedrigeren Gehältern 6% und bei den hohen Gehältern bis 25% betragen sollen. Beamte. Die Zahl der Beamten, deren Höhe in dem erwähnten Memorandum der arabischen Exekutive gerügt wird, beträgt 443, deren Zusammensetzung unten (Zahl der Juden in der Verwaltung) angegeben wird. Wie oben erwähnt, soll durch Abbau der Etat für Beamte (gegenwärtig 724.640 Pfund) um 150.000 Pfund ermäßigt werden. Die Sparkommission der Regierung hat, arabischen Blättern zufolge, den Abbau von 12% der Beamten beschlossen. Geldumlauf. Ueber den Geldumlauf Palästinas berichtet die »Official Gazette« vom 1. August. Im Umlauf sind: a) an Silbermünzen 825.000 Stück ä 100 Müs, d, s. 82.500 Pfund; ä 50 Müs 1,650.000 Stück, d. s. 82.500 Pfund, somit insgesamt 165.000 Pfund; b) an Nickelmünzen 415.000 Stück ä 20 Mils, d. s. 8300 Pfund; ä 10 Müs 1,040.000 Stück, d. s. 10.400 Pfund; ä 5 Mils 1,740.000 Stück, d. s. 8700 Pfund, somit insgesamt 27.400 Pfund;