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Palästina · 1928-08-01 · Heft 8-10 (August 1928) · p. Seite 424

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 8-10 (August 1928)
Article
Die Sitzung der Mandatskommission : der Bericht der Regierung [Nachricht]
Date
1928-08-01
Page
Seite 424 (sequence 2)
Language
German
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424 sozialen Fürsorge zur Verfügung stehen mußten für eine Bevölkerung, die von 70.000 im Jahre 1920 auf 140,000 im Jahre 1927 gestiegen war. Die unvermeidliche Folge war ein allgemeines Sinken der Preise, ein Anspannen des Kredites und eine Abneigung der Kapitalisten, neues Kapital im Lande zu investieren. Arbeitslosigkeit stellte sich als weitere Folge ein. Schätzungsweise gibt es immer noch eine jüdische Bevölkerung von 5000 Arbeitenden, die von den zionistischen Fonds und den von der Regierung nach Möglichkeit in Angriff genommenen öffentlichen Arbeiten abhängt. Es bedeutet keineswegs eine Herabsetzung der schätzenswerten Ergebnisse der zionistischen Arbeit,, wenn man bemerkt, daß die Schwierigkeiten, die das zionistische Unternehmen gegenwärtig durchzumachen hat, den einen Vorteil hat, daß nun die Erkenntnis durchdringt, daß das jüdische Nationalheim auf einer anderen als gesunden wirtschaftlichen Basis nicht gut und wahrhaftig aufgebaut werden könne. Die Zionistische Organisation hat dieser Erkenntnis durch die Tatsache der Ernennung einer Survey-Kommission, unter deren Leitung eine Anzahl von Sachverständigen das Land besucht hatten, um über die verschiedenen Aspekte des Problems der jüdischen Siedlung ein Urteil abzugeben, Rechnung getragen. Die geschilderten finanziellen Schwierigkeiten, die auf den Aufschwung im Jahre 1925 folgten, werden während des laufenden Jahres eine Abnahme von 40.000 Pfund der Nettoeinkünfte aus Steuern, Zöllen und Hafengebühren zum Resultate haben; dies spiegelt sich in noch bemerkenswerterer Weise in dem Sinken der Importware um einen Wert von 400.000 Pfund wider. Die Zahl der Transaktionen in Immobilien ist ebenfalls gesunken. Der Bericht stellt dann auf Grund der Ziffern über die Zunahme des Exportes, die Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktion und die stetige Entwicklung der Industrien fest, daß der allgemeine wirtschaftliche Fortschritt des Landes, zu dem jüdisches Kapital und jüdischer Unternehmungsgeist so viel beigetragen haben, nicht gehemmt worden ist. Das jüdische Unterrichtswesen« In den zionistischen Schulen — besagt der Bericht — herrscht eine Tendenz vorf den Lehrplan gemäß der Gewandtheit im Hebräischen abzustufen und darum andere Gegenstände in unangemessener Weise zu verzögern oder zu beschleunigen. Das Niveau des Hebräischen ist nicht unbefriedigend, jedoch wegen Vernachlässigung der Grammatik ist die Korrektheit mangelhaft, der Stil oft matt. Viel Zeit wird dem Alten Testament gewidmet, das jedoch in den Elementarschulen zu viel, in den Mittelschulen nicht kritisch genug gelehrt wird. Der literarische und erzieherische Wert des Hebräisch- Unterrichtes würde ein höherer sein, wenn mehr Gewicht auf die Lektüre nach biblischer, klassischer, hebräischer Poesie gelegt werden würde. Der Unterricht im Englischen ist unter dem angemessenen Standard; die Stundenzahl für dieses Fach könnte erhöht werden. In Mathematik, Physik und Geographie fehlt die Gelegenheit praktischer Versuche. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die zionistischen Schulen nicht immer vollen Erfolg in der Vermittlung einer strengen geistigen Disziplin, einer praktischen Vorbereitung für das Leben, oder einer gesunden Wissensgrundlage haben. Andererseits aber wird dem Schüler Gelegenheit gegeben, sich über viele moderne Gedanken und Themen zu orientieren. (Ueber die Kritik an der zionistischen Schulverwaltung siehe den Artikel von Dr. Menasche ben Ephraim in dieser Nummer. — Die Red.) Unter den Nichtjuden zählte man 1500 bis 2000 Arbeitslose, unter den Juden bedeutete die Arbeitslosigkeit ein ernstes Problem; man zählte nicht weniger als 5000 Arbeitslose. Gegen Ende des Jahres verringerte sich die Arbeitslosenzahl infolge Inangriffnahme von Notstandsarbeiten und infolge von Auswanderung. Die Regierung beschleunigte die Inangriffnahme öffentlicher Arbeiten, die zwar unumgänglich waren, aber sonst noch nicht angefangen worden wären, um auf diese Weise eine Höchstzahl jüdischer Arbeitsloser zu beschäftigen. Auch die Zionistische Organisation führte nach Maßgabe ihrer beschränkten Finanzen eine Anzahl Arbeiten durch. In Palästina gibt es schätzungsweise 26.500 jüdische Arbeiter und Arbeiterinnen, 70 Prozent sind Mitglieder der General Federation (Histadruth). 68 Prozent sind weniger als 30 Jahre alt. 1927 wurden 378 Juden in sechs neuen Dörfern angesiedelt. Der Arbeitsmangel drückte sich auch in dem Sinken der Löhne der jüdischen Arbeiter aus; im Baugewerbe sank der Lohn um 30 Prozent, 4374 Personen, davon 4138 Palästina-Einwohner, bewarben sich um das palästinensische Bürgerrecht; 3188 Bürgerschaftszertifikate wurden erteilt. Von 19.293 Personen (meist Juden), die im Jahre 1922 um einstweilige Zertifikate nachsuchten, haben bisher nur 6418 Schritte zur Regulierung ihres Status gemäß der Bürgerschafts-Kabinettsorder unternommen. 59.505 Touristen und 24.398 Landeseinwohner kamen nach Palästina, 57.359 Tou-

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