Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 8-10 (August 1928)
- Article
- Der Bericht der Untersuchungskommission (Joint Palestine Survey Commission) für die Jewish Agency
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 415 (sequence 26)
- Language
- German
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415 den Arbeiten aufrechtzuerhalten, und die notwendige Konsolidierung der bereits erworbenen Besitzungen, sowie die wirtschaftliche Entwicklung der bereits bestehenden Unternehmungen durchzuführen, und wenn nicht mehr Geld vorhanden ist, kann die Kommission nur empfehlen, daß gegenwärtig keine neuen Unternehmungen begonnen werden- Die Kommission jedoch fühlt sehr stark, daß eine Politik, die eine frische und neue Entwicklung und den Erwerb neuen Bodens, die Gründung neuer Kolonien, die Inangriffnahme breiter Pläne von großer Bedeutung für das wirtschaftliche Leben des Landes nicht zuläßt, als ganz und gar unbefriedigend betrachtet werden muß; eine solche Politik darf von der jüdischen Gemeinschaft als Ganzes nicht als die Ausführung ihrer Pflicht und ihrer Verbindlichkeiten angenommen werden. Die Kommission ist der Ansicht, daß ein Minimalbudget von einer Million Pfund jährlich angestrebt werden muß. Sie glaubt, daß dieser Betrag aufgebracht werden kann und muß. Wenn ein derartiges Budget vorhanden wäre, dann könnte die Errichtung eines Nationalen Heimes in Palästina und seine Erhaltung eine Anzahl von Jahren vorwärtsgeführt und zu einem befriedigenden Abschluß gebracht werden. Sie wünscht jedoch die Notwendigkeit, strenger Sparsamkeit und bester Verwendung des aufgebrachten Geldes, sowie der von ihr bezeichneten Reorganisation der Methoden und der rückhaltlosen Annahme der Jewish Agency gemäß den besprochenen Richtlinien zu betonen. Wenn diese Bedingungen erfüllt werden, appellieren die Kommissionsmitglieder an die gesamte jüdische Welt, die notwendigen Opfer zu bringen, damit ein Ideal verwirklicht wird, welches die Quelle berechtigten Stolzes und der Befriedigung für alle Glieder der jüdischen Gemeinschaft sein wird; ein Werk, das von der ganzen Welt als würdige Anstrengung der Judenheit zur Wiedererrichtung des Landes ihres Ursprungs angesehen werden soll. Die Kommissionsmitglieder selbst unternehmen es, ihre eigenen persönlichen Anstrengungen für den Erfolg dieses Appells, den sie mit zuversichtlicher Hoffnung auf Erfolg ergehen lassen, einzusetzen. London, 18, Juni 1928. Melchett. Lee K. Frankel. Felix M. Warburg. Oscar Wassermann. Rundschau. Landwirtschaft. Von Dr. Karl Schwager, Tel-Aviv, Die landwirtschaftliche Entwicklung Palästinas macht Fortschritte. Man darf sich zwar nicht verhehlen, daß die gemischten Wirtschaften im Galil und im Emek Jesreel, dis hauptsächlich auf dem Getreidebau basiert sind, auch weiterhin mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben werden, wenn nicht besondere Umstände, wie außerordentliche klimatische Verhältnisse und Wasserreichtum oder günstige Lage zum Markt ihnen eine Produktionsrichtung ermöglicht, die Rentabilität sichert. Denn man darf nie vergessenr daß im allgemeinen seit Jahren die Landwirtschaft sich fast überall in einer ständigen Krise befindet, selbst in Ländern, in denen sie die stärkste Fürsorge der Regierung genießt, wie in Deutschland, oder in Ländern, in denen sie noch vor kurzem dank der natürlichen Hilfsquellen von unbegrenzter Entwicklungsmöglichkeit zu sein schien, wie in den Vereinigten Staaten. Man wird sich auch im zionistischen Lager damit abfinden müssen, daß wir auch in Palästina, soweit es nicht bewässerbar ist, mit einer notleidenden Landwirtschaft zu rechnen haben werden. Aber ebenso wie in allen Ländern eine Agrarpolitik getrieben wird, die selbst um den Preis von Opfern die Landwirtschaft um ihrer nationalpolitischen Bedeutung willen fördert, so wird auch die jüdische Kolonisation nicht umhin können, auch weiterhin für eine Vergrößerung und Stärkung der gesamten Landwirtschaft zu sorgen. Derzeit freilich richtet sich das Augenmerk vor allem auf den Orangenbau, der in den letzten Jahren so hoffnungsvolle Ergebnisse gezeitigt hat, Die Zahlen, welche diesen erfreulichen Aufschwung illustrieren, Ernteergebnisse, Gelderträge, Größe der Neuanpflanzungen usw. sind so oft in dieser Zeitschrift veröffentlicht worden,