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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 338

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
[Rezension] / a. b.
Date
1928-05-01
Page
Seite 338 (sequence 2)
Language
German
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338 reits alle Darleben der ICA getilgt und in nicht allzu langer Zeit werden auch die anderen schuldenfrei sein. Auch die wirtschaftlichen Aussichten sind sehr günstige. Aber die Kolonien werden von einem anderen Uebel bedroht: Die junge Generation wandert in die Städte und verkauft die ererbten Güter, manchmal auch an Nichtiuden. Diese Haltung wird genährt durch den Umstand, daß die Regierung! die jüdische Schule der ICA übernahm und die Kinder nicht mehr im jüdischen Geiste erzogen werden. Die älteren Kolonisten sagten Ettinger, daß das Werk in Palästina von größtem Werte für sie sei, „ohne Palästina sind wir hier verloren, mit Palästina hebt sich unser Ansehen vor uns selbst und vor unseren christlichen Nachbarn." Alle Kolonisten sind eifrige Zionisten, Sie wissen, daß ein neues Judentum nur in Palästina entstehen kann. — An diesem Beispiel zeigt sich klar, daß es vergebens ist, die jüdische Frage irgendwo anders als in Palästina lösen zu wollen. Selbst jüdische Ackerbaukolonien in fremdem Land geben keine Gewähr für Verwurzelung der Siedler und sie bedeuten politisch, kulturell und igieistig für die Judenfrage gar nichts. Angesichts der von mancher Seite genährten Hoffnungen auf die Judenkolonis&tion in Rußland ist es doppelt nötig, auf diese Erfahrungen in Argentinien aufmerksam zu machen. a. b. Palestine and Near East Nr. 7/8 erschienen als Touristenspezialnummer mit zahlreichen Abbildungen. Die Artikel handeln von den natürlichen Schönheiten des Landes, dem Volksleben, den historischen Städten, der Landwirtschaft, Industrie, dem Aufbauwerk usw. Ein Artikel berichtet über die deutschen Templerkolonien. Diese beziffern ihre Werte mit 1,636.080 Pfund für Immobilien und 293.020 Pfund für mobiles Vermögen. The Palestine Citrograph (Hehadar) Nr. 2/3 1928 enthalten u. a. eine Arbeit des leider verstorbenen Dr. J. Weinberg, Direktor der Pardess, über die Aussichten der Orangenproduktioin aus dem Jahre 1926. Agfr, Friedmann der Pica macht auf die Kultur einer neuen Frucht, die »Avocado«, aufmerksam, die in Südamerika gedeiht und mit der die Pica Versuche gemacht hat. Das Fleisch der Frucht ist sehr öl-, vitamin- und säurehaltig. Andere Artikel behandeln Themen technischer Natur, die Marktverhältnisse usw. Nejs Zijonah. („Lannoar") von Sch. Ben-Zion, Verlag Omanuth, Jerusalem. Der Keren Kajemeth — Hauptbüro Jerusalem — ist daran gegangen, eine Bibliothek für die Jugend herauszugeben. Der Keren Kajemeth hat seine besten Mitarbeiter in den Kreisen der Jugend und ist daher .genötigt, darüber nachzudenken, wie man am tiefsten diese Jugend für die jüdische Renaissanceidee und -arbeit gewinnt. Er kam immer mehr zur Ueberzeugung, daß die besten Methoden eben die für uns notwendigsten sind. Bloße Reklame werde nie die Kraft besitzen, Seelen zu gewinnen. Wissen um Erez Israel, und zwar in anziehender Form müsse ein Weg hiezu sein. Der Keren Kajemeth versuchte daher, die Männer des Geistes für sich zu gewinnen und es gelang ihm bereits zum Teil. In Palästina selbst interessierte er die jüdische Lehrer- und iKünstlerschaft für seine Erziehungsarbeit. Der erste Schritt zur Realisierung dieses neuen Weges zionistischer Propaganda war das Buch „Sejfer Haaretz", das Jakob Fichmann, einer der feinsten Köpfe der heutigen hebräischen Literatur redigierte und das wir in dieser Zeitschrift bereits besprachen. Nun hat der Keren Kaserne tri einen zweiten Schritt auf diesem Gebiete getan r er begann die eingangs erwähnte Bibliothek unter dem Namen ,,Erez Israel Bibliothek des Keren Kajemeth" in hebräischer Sprache herauszugeben. Das erste Büchlein ist im Verlag „Omanuth" erschienen. Es heißt „Nejs Zijonah" von Sch. Ben-Zion. Dieses 100 Seiten umfassende Büchlein stellt die Geschichte der im Jahre 1882 geschaffenen, den arabischen Namen „Wadi el Chanin" führenden Kolonie dar. Der Verfasser Sch. Ben-Zion gehört zu, den hervorragendsten hebräischen Erzählern und Dichtern unserer Zeit und dem Kreise Bialiks an. Schon lange vor dem Kriege übersiedelte er nach Erez Israel. Er ist auch einer der feinsten Sprachkenner und -bildner unserer Tage. In glänzender, lebendiger Art schildert er die Geschichte dieser Siedlung. Wir werden zu lebendigen Zeugen all der Leiden, aber auch der unzerstörbaren Hoffnungen des anfangs kleinen, später aber allmählich wachsenden Kreises von Pionieren. Wir haben Gelegenheit zu sehen, daß es Ghaluzim gab, die diesen Namen noch nicht führten. Eine Reihe sehr interessanter Menschen werden uns vorgeführt, unter anderem neben der herrlichen Gestalt des Gründers, Reuben Lehrer, jener berühmte Phantast Michael Halperin, der allein zwecks Schaffung einer sozialistischen Siedlung im Anschluß an Wadi el Chanin 40.000 Rubel investierte. Auch die ersten Anfänge der jüdischen Arbeiterbewegung (vor Schaffung des „Hapoel Hazair"), fühlt uns die Schrift vor Augen, Man sieht es dem Stoff und seinem Darsteller an,

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