Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Gesetzliche Arbeiterfürsorge [Nachricht]
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 317 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2379786-2379867-2379871--07267-2386841- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
317 toren ernannt werden würden, die die Einhaltung der Bestimmungen über den Schutz der Arbeit von Frauen und Kindern kontrollieren werden« Ueber die Frage der Versicherung der Arbeiter und die Auszahlung von Entschädigungen für Unfälle während der Arbeit werden noch Verhandlungen zwischen dem Arbeiterrat und der Regierung geführt. Zählung der Hausangestellten in Jerusalem. Vor einigen Wochen fand in Jerusalem eine Zählung der Hausangestellten bei Privaten wie auch Institutionen, wie Krankenhäusern, Restaurants, usw., statt, die 561 Hausangestellte umfaßte. Fast die Hälfte, 254, sind aschkenasische Jüdinnen, während die anderen aus den verschiedenen Gegenden des Orients stammen. 28 stehen im Alter von 10 bis 12 Jahren, (vom neuen Arbeltsgesetz verboten), 30 von 12 bis 14, 58 von 14 bis 16, 57 von 16 bis 18 und 332 über 18 Jahre. 70 erklärten, daß ihre Arbeitszeit nicht festgesetzt ist, 80 arbeiten von 12 bis 15 Stunden, 80 von 9 bis 11 und 73 8 Stunden. Gegen 120 erhalten als Lohn 0.5 bis 1.5 Pfund pro Monat und Verköstigung, 105 2 Pfund und 160 2.5 bis 4 Pfund. Unter diesen Hausangestellten gibt es auch gelernte Arbeiterinnen, wie Näherinnen usw., die aus Arbeitsmangel die Stelle von Hausangestellten annehmen mußten. Arbeitsbedingungen der Jugendlichen in Jerusalem. Bei der letzten Zählung der Histadruth in Jerusalem (siehe vorige Nummer, S. 192), wurden auch 512 jugendliche Arbeiter (bis 18 Jahre) gezählt. Davon waren 221 bis 16 Jahre, von denen 174 über 8 Stunden arbeiteten (davon 53 bis zehn, 11 bis elf, 40 bis zwölf, 11 bis dreizehn, 3 bis vierzehn, 1 bis fünfzehn). Es handelt sich meist um orientalische Juden, die schrecklich ausgebeutet werden. Da nach dem neuen Arbeiterschutzgesetz (siehe Nr, 1/2 1928, S 94) Jugendliche nicht über acht Stunden arbeiten dürfen, hat der Arbeiterrat eine Anzeige an die Behörde erstattet. Bezüglich Entlohnung gaben 20 an, überhaupt keine zu prhalten, 43 hatten einen Taglohn von 5 Piaster, der höchste Lohn war 20 Piaster. Die monatlich Entlohnten erhielten 60 Piaster bis 6 Pfund. Arabische Arbeit für das Gesundheitszentrum. Bei der Herrichtung der Steine für das Straubsche Gesundheitszentrum in Jerusalem werden keine jüdischen Arbeiter beschäftigt, weshalb die Blätter Angriffe auf den neu ernannten Leiter der ,Hadassah", Dr. Bluestone, richten. (Dieser ist inzwischen zurückgetreten.) Untersuchung der Lebenskosten von Arbeiterfamilien. Die Zionistische Exekutive, Statistische Abteilung, versendet einen Bericht einer Untersuchung über die Unterhaltskosten jüdischer Arbeiterfamilien, die zwischen 5 und 12 Pfund per Monat verdienen, die im August durchgeführt worden ist. Wir entnehmen daraus die folgenden Daten: Es wurden im ganzen 123 Fragebogen ausgefüllt. Die Auskünfte erstreckten sich auf 100 Familien mit 354 Köpfen, also durchschnittlich 3.54 Köpfe per Famülie. Das Einkommen per Familie war durchschnittlich 7.68 Pfund per Monat (60% erhielten zwischen 7—11 Pfund). Die Aufnahme erstreckte sich auf alle Bedürfnisse, auch die kulturellen. Die Tabellen, die beigegeben werden, sind außerordentlich detailliert. Wir können hier nur einige Zahlen mitteilen, Eine ,,Standardfamilie" gab per Monat aus in äg. Piastern (— 20 Pfennig): £ütr Brot und Mehl 124, Fleisch, Salz 125.2, Milch, Butter, Eier 132.3, Gemüse 58, Früchte 44.7, Oel, Zucker, Tee etc. 72.3, zusammen für Nahrung 556.5, Petroleum, Seife etc. 58.5, Tabak 15, insgesamt für Nahrung, Feuerung, Tabak 630 Piaster. Bezüglich der Miete war die Erhebung sehr schwer, weil große Zufälle dabei eine Rolle spielten. Durchschnittlich gab eine Familie an Miete in Prozenten des Lohnes aus: In Jerusalem 21, Tel-Aviv 13, Haifa 14, durchschnittlich 16.69. Es unmöglich, die Ausgaben für Kleidung genau zu erheben. Die Berechnungen und Schätzungen führten zu einem Standardbudget wie folgt: Ausgabe für: äg. Piaster Prozent Nahrung, Tabak, Brennstoff...... Miete . . ............... Kleidung.............. Wohnungseinrichtung ........ Organisation und Krankenkassen-beiträge Erziehung, Zeitung, Theater...... Schulden .............. Verschiedenes ............ 630 150 60 30 30 20 30 40 64 15 6 3 3 2 3 5 äg. (Piaster 990 100% Die Zahl der Arbeiter in den alten Kolonien. Im März 1928 gab es in den alten Kolonien jüdische Arbeiter in: