Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 313

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Die Struktur des Handels von Tel-Aviv [Nachricht]
Date
1928-05-01
Page
Seite 313 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2379786-2379867-2379871--07231-2386837
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

313 zent und die Zahl der dabei Beschäftigten nur um 41.1 Prozent. Aus diesen Zahlen ist ersichtlich, daß die Geschäfte im Durchschnitt immer kleiner geworden sind. Dasselbe ist auch der Fall bezüglich der Zahl der bedienten Konsumenten. Während im September 1925 jedes Geschäft 68 Seelen bedient hat und auf jeden Krämer gegen 40 Seelen entfallen sind, entHelen bereits ein Jahr später auf jedes Geschäft nur 58 und auf jeden Krämer nur 35 Seelen. Der kleinhändlerische Charakter des Tel-Aviver Handels tritt noch klarer hervor, wenn wir den Prozentsatz des ausgesprochenen Kleinhandels wie auch die Zahl der Seelen, die sich vom Handel ernähren, berücksichtigen. Ende 1926 wurden 1246 Handelsunternehmungen registriert, die 2118 Personen beschäftigt haben. Davon waren 799 Geschäfte, Restaurants und Hotels mit 1573 beschäftigten Personen und 447 Händler, Kioskbesitzer, Markthändler mit 545 beschäftigten Personen. Die Kleinhändler machen somit 35 Prozent des Handels in Tel-Aviv aus, aber die Zahl der dabei Beschäftigten nur 25 Prozent. Auf die 39.000 Seelen, die Tel-Aviv im September 1926 zählte, befaßten sich 2118 mit Handel. Falls wir annehmen, daß jeder Händler im Durchschnitt noch zwei weitere Personen zu ernähren hatte, dann kommen wir zum Schluß, daß durchschnittlich jede sechste Person in Tel-Aviv sich vom Handel ernährte. Von den 656 Geschäften beschäftigen nur 2 Prozent vier und mehr Personen, 6 Prozent drei Personen, 37 Prozent z/wei Personen und! 55 Prozent nur eine Person. Am kleinsten sind die Lebensmittelgeschäfte, wo 61 Prozent nur eine Person beschäftigen. Die Zahl der Lebensmittelhändler beträgt 415 oder 63 Prozent aller Geschäfte. Nut ein Fünftel aller Geschäfte und Magazine beschäftigt Angestellte. In 81 Prozent sind nur die Besitzer tätig. ' Die meisten Angestellten hat der Masehbir und andere Handelsgesellschaften, während die Privatgeschäfte fast überhaupt keine Angestellten zählen. (In dieser Statistik sind die 80 Milchhändler und 13 Zeitungs- Verkäufer nicht berücksichtigt.) Die Handelsagenten und Kommissionäre Palästinas. Aus der als Sonderbeilage der Februarnummer des ,,Commercial Bulletin" erschienenen Liste der wichtigsten Ein- und Ausfuhragenten Palästinas) läßt sich ein gewisses Bild über die Verteilung der einzelnen Handelszweige auf die Juden und Nichtjuden gewinnen. So sind zum Beispiel die meisten Importeure von Baustoffen Juden — auf 42 Firmen in Jerusalem, Tel-Aviv, Jaffa und Haifa entfallen nur 11 arabische, hauptsächlich in Haifa — dagegen befindet sich der Import von Teppichen fast ganz in nicht jüdischen Händen (von 11 Firmen in Jerusalem und Haifa gehören nur drei Juden.) Auch der Vieh- und Getreideimport ist fast ganz in niichtjüdischen Händen, dagegen haben die Juden die Majorität unter den Importeuren von Medikamenten, von Elektrizitätsartikeln, von Dünger und von Möbeln. Auch die meisten Maschiinenimporteure sind Juden und nur der Automobilimport ist fast ganz in nichtjüdischen Händen. Ebenso' ist der Import von Textilien hauptsächlich in jüdischen Händen, Der Tabakimport ist ganz arabisch. Im Verzeichnis der Tabakimporteure für Zigarettenherstellung wird außer der Lubliner-Fabrik kein jüdischer Name angeführt. Das Verzeichnis der Kommissionäre und Handelsagenten umfaßt 78 Namen, davon 18 in Jerusalem (6 Nichtjuden), 41 in Jaffa (21 Nichtjuden), 14 in Haifa (7 Nichtjuden) und 5 in Tel-Aviv, also insgesamt 44 Juden und 34 Nichtjuden. Auch beim Export ist die Verteilung eine sehr ungleiche. Während von 12 Mandelexporteuren nur 5 Araber sind, liegt der Getreideexport fast ganz in arabischen Händen, ebenso der Teppichexport, obwohl die „Marbadiah" in diesem Zweige eine führende Rolle einnimmt. Dagegen ist der Export von Schokolade und Zucketwaren ganz in jüdischen Händen. Der Export von Tabak und Zigaretten ist so ziemlich unter Juden und Arabern verteilt. Der Export von Reise- und religiösen Andenken ist hauptsächlich in der Hand der Christen, obwohl .auf diesem Gebiet auch d!er Bezalel eine große Rolle spielt. Die Honigexporteure sind ausschließlich Juden, ebenso selbstverständlich die Mazzothexporteure. Der Seifenexport verteilt sich auf Juden und Araber oder genauer auf die Schemenfabrik in Haifa und die zahlreichen arabischen Seifenfabriken in Nablus. Die meisten Orangen exp ort eure sind Araber, von denen das oben erwähnte Verzeichnis 33 anführt, gegen nur 5 bis 6 jüdische. Die Weinexporteure sind bis auf das Trappistenkloster in El-Atrus ausschließlich Juden. Von Textilienexporteuren wird in dem Verzeichnis ausschließlich die Lodzia angeführt. Dagegen bilden die Araber die Mehrzahl der Exporteure von Wolle.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.