Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Der Wert der Produktion der jüdischen Industrie in Palästina [Nachricht]
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 312 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379867-2379871--07214-2386836- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
312 tion der jüdischen Industrie Palästinas im Jahre 1927 1,250.000 Pfund, um 150% mehr als 1926. Der Export erreichte 200.000 Pfund, was eine Zunahme um 400% gegen 1926 bedeutet. Neu eingestellt wurden im Laufe des Berichtsjahres 1500 jüdische Arbeiter» womit sich die Zahl der jüdischen Industriearbeiter Palästinas auf 5000 erhöht hat. Von neuen Gründungen. In Tel-Aviv wurde eine neue (die vierte) Strumpffabrik gegründet. Der Neubau der Fabrik Blum (künstliche Zähme) ist vollendet worden. — In der Kolonie der Pica „Benjamina" wurde Jasmin angepflanzt, der jetzt in einer Parfümfabrik verarbeitet wird. — Die neue große Schriftgießerei in Tel-Aviv hat ihre Arbeit aufgenommen. Von der Spritindustrie in Palästina, Der Trinkspiritus wird in Palästina ausschließlich von den 5 lokalen Unternehmungen geliefert, da die Landesproduktion durch den hohen Einfuhrzoll von 160 Pfund pro Tonne geschützt ist, Die Akzisev er Ordnung der Regierung unterscheidet zwei Arten von Sprit, den aus Melassen und Durrah, und den aus Früchten, wie aus Rosinen und Feigen, hergestellten. Auf dem ersteren liegt eine Akzise von 70 Pfund pro Tonne und auf dem letzteren von 50' Pfund. Dadurch soll die landwirtschaftliche Produktion gefördert werden, da die Melasse ausi Aegypten eingeführt wird. Die kleinen Brennereien stellen den Sprit hauptsächlich aus Früchten her, weshalb durch die Regierungsverordnung hauptsächlich die größeren Unternehmungen gefördert werden, der Grundkapital gegen 70.000 Pfund beträgt. Der Bedarf an Trinkspiritus ist gegen 300 Tonnen. Wie der Leiter der Zollabteilung den Industriellen mitgeteilt hat, soll ihnen demnächst gestattet werden, auch Industriesprit herzustellen, der bisher aus dem Auslande eingeführt werden mußte, da dessen Herstellung im Lande nicht gestattet war. Der Bedarf an Industriesprit beträgt gegen 500 Tonnen pro Jahr. Man hofft, daß zugleich mit der Erlaubnis zur Fabrikation von Industriesprit diie Regierung, um die heimische Produktion zu fördern, auch den Einfuhrzoll erhöhen wird. Handel und Konsum. Die Handelslage 1927. Hierüber sagt der offizielle Bericht des Handelsdepartments folgendes: Die Lage zeigt eine Verbesserung, es waren 1927 weniger Insolvenzen als 1926. Die Zahl der in den Industrien Beschäftigten nahm zu und manche Fabriken arbeiteten Tag und Nacht, was hauptsächlich dem verbesserten Zolltarif zugeschrieben wurde. Preisherabsetzung für SilikatziegeL Solche wurden von der Tel-Aviver Fabrik auf 315 Piaster (M 63.—} per Tausend festgesetzt. Preisherabsetzung für Molkereiprodukte in Palästina« Die Kooperative Molkerei der Arbeiterwirtschaften i.n Kiriath Anawim und Atharoth bei Jerusalem hat die Preise für Milch, Butter, Rahm und Käse um 10 bis 20% herabgesetzt. Der Petroleumpreis. Dieser war wegen des Krieges der Trusts auf 130 Müs per die Gesellschaften wieder kartelliert und einen Einheitspreis von 150 Müs iestgeseizi. 4-Gailonnenbehälter in den Kolonien und 110 in Jaffa gefallen. In Palästina haben sich Inzwischen ist er wieder auf 140 Müs gefallen. Bekanntlich wird die Bewässerung in den Orangengärten fast ausschließlich durch Pumpen, die von Petroleummotoren betrieben werden, bewerkstelligt. Die Lebenskosten, Der offizielle Bericht konstatiert, daß sie 1927, gemessen an den Detailpreisen, um 22.6% gegen 1922 und um 4.7% gegen 1926 gefallen sind. Der Index (Jänner 1922 — 100) der letzten Monate 1927 zeigt folgendes Bild: Dezember 1927: 77.3, Jänner 1928: 78.7, Februar 1928: 76.9. Die Struktur des Handels von Tel-Aviv- Wie bekannt, ist in Tel-Aviv die „Uebersetzung" der einzelnen Händlerberufe sehr groß, was eine Folge der allzugroßen Mittelstandseiinwanderung des Jahres 1925 ist. Die ,,Ziko" stellt einen Bericht des städtischen Statistikers über diese Verhältnisse zusammen, der im „Haarez" abgedruckt war. Im September 1925 zählte man in Tel-Aviv 502 verschiedene Geschäfte mit 841 beschäftigten Personen und im September 1926 656 Geschäfte mit 1048 beschäftigten Personen. Im Laufe des erwähnten Jahres ist somit die Zahl der Geschäfte um 30.69 Prozent gestiegen, die Zahl der dabei Beschäftigten aber nur um 24.5 Prozent. Noch charakteristischer sind die Zahlen über die Händler in Kiosken. Solche zählte man im September 1925 mit 68 und 35 daibei Beschäftigten und im September 1926 mit 107 und 120 Beschäftigten. Die Zahl der Kioske stieg somit um 55.3 Pro-