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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 304

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Schlechte Ernteaussichten [Nachricht]
Date
1928-05-01
Page
Seite 304 (sequence 2)
Language
German
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304 im mittleren und östlichen Teil des Emek und im Jordantale. Auch die Aussichten für das Sommergetreide sind ungünstig. Man erwartet, daß die Regierung durch Ermäßigung der Steuern resp. Stundungen, die schwere Lage erleichtern wird, so wie sie es zur Zeit der Mißernte in Südpalästina getan hat. — Die Getreide-und Mehlpreise sind infolge dieser schlechten Ernteaussichten in Palästina in letzter Zeit gestiegen. Die arabischen Zeitungen verlangen, die Regierung solle die Getreideausfuhr sperren und für ein Jahr von der Eintreibung der Schulden bei den Bauern Abstand nehmen, wie auch bei Beginn der Saison kleinere Darlehen gewähren, damit die Bauern nicht in die Hand von Wucherern fallen. Auch die Zionistische Exekutive hatte eine Unterredung mit Lord Plumer wegen Vornahme von Arbeiten und Vorkehrungen gegen den infolge der Dürre zu erwartenden Notstand. Durch die Dürre ist in den schwerst getroffenen jüdischen Kolonien das Abernten des Getreides nicht lohnend. Der Verlust, den die Siedlungen im Emek und am Tiberiassee erleiden, wird auf zirka 30.000 Pfund geschätzt. Die Heuschreckenplage. In den letzten Wochen sind an verschiedenen Orten Palästinas wiederum Heuschreckenschwärme erschienen. Die Bekämpfung wird von der Regierung mit energischen Mitteln durchgeführt, wobei jeweils auch die ortsansässige Bevölkerung zum Kampf gegen die Heuschrecken mobilisiert wird. In der Nähe von Jericho kam es dieser Tage beim Hantieren mit den Flammenwerfern zu einem Unglücksfalle, wobei ein Araber getötet und ein Jude schwer verwundet wurde. Die Einfälle waren besonders stark in Transjordanien, doch zogen die Schwärme auch westwärts über die Ebene Jesreel, nach Sichron, Balfouria, Tulkerem usw. Zur Zeit sind 45 Flammenwerfer gegen sie in Tätigkeit. Fortschritte in den zionistischen Siedlungen. Die Leitung des K. H. berichtet: Ungeachtet der schwierigen finanziellen Lage der Zionistischen Exekutive war das Landwirtschaftliche Departement imstande, aus Keren Hajessod-Mitteln den Beginn der Arbeit in den ersten fünf Monaten programmäßig durchzuführen und den Siedlern die notwendigen Mittel zur Durchführung, Fortsetzung und zum Ausbau ihrer Arbeit zur Verfügung zu stellen. Von dem Gesamtbudget, das für dieses Jahr bestimmt ist, sind im Laufe dieser ersten fünf Monate 78.349 Pfund ausgegeben worden. Wie immer, sind die Ausgaben für die landwirtschaftliche Kolonisation in den ersten Monaten bedeutend höher als gegen Schluß des Arbeitsijahres. Die Ausgaben, die igjemiacht wurden, waren für Bauten, für Ergänzung des toten und lebenden Inventars, für Aussaat, für Futter und Betriebskapital sowie für ähnliche Zwecke bestimmt. — Die Lage in den landwirtschaftlichen Siedlungen ist nur teilweise gut. Die Regenfälle im Jänner und Februar sind genügend gewesen, um an vielen Orten eine gute Ernte zu sichern. Ein besonders guter Fortschritt ist in den judäischen Siedlungen zu verzeichnen, die vom K. H. Anleihen für die Ausdehnung der Orangenpflanzungen erhalten haben, insbesondere Magdiel, Herzlia und Nachlath Jehuda. In Herzlia und Nachlath Jehuda wurden mit Hilfe des K. H. auch neue Brunnenanlagen durchgeführt. Das Pflanzungsgebiet in diesen Kolonien wird noch beträchtlich erweitert werden, sobald die Palestine Electric Corporation mit Hilfe des K. H. die Bewässerungsanlagen am Jarkon durchgeführt haben wird. Dagegen ist die Lage in den Siedlungen im Ost-Emek und im Jordantale infolge der wegen unzureichenden Regens schlechten Ernteaussichten sehr schwer. — Pflanzungen: In den Weingärten von 15 K. H.-Siedlungen wurden 46.080 neue Reben an Stelle von nicht erfolgreichen Reben gepflanzt und 24.860 Reben wurden in den neuen Siedlungen des letzten Jahres so angelegt, daß auf jede Familie ein Dunam Weingarten entfällt. Der größte Teil dieser Reben wurde von der vom K. H. gegründeten Mädchenkwuzah in Nachlath Jehuda geliefert, die sich sehr gut entwickelt hat. — In den neuen, im letzten Jahre vom K. H. gegründeten Siedlungen wurden 1976 Fruchtbäume und ungefähr 75.000 Waldbäume zur Festsetzung der Grenzen und als Gemeindeforste gepflanzt. Auch diese Setzlinge wurden von den Baumschulen der vom K. H. angesiedelten Mädchen-Kwuzoth gekauft. — Die landwirtschaftlichen Siedlungen der Arbeiterinnen haben sich während des letzten Jahres sehr günstig entwickelt und ihre Bilanzen sind im allgemeinen aktiv. Einer der ertragreichsten Zweige in diesen Siedlungen ist 'die Baumschule. Die Orangensetzlinge wurden meist zu sehr guten Preisen verkauft. Die palästinensische Regierung hat im Zusammenhang mit ihren Aufforstungsarbeiten eine große Anzahl von Waldbaumsetzlingen gekauft. Auch die syrische Regierung hat bei den Mädchenkwuzoth Setzlinge bestellt. — Milchwirtschaft: Die Instruktoren des Landwirtschaftlichen Departements haben ihre Aufmerksamkeit der Verbilligung der Viehfütterung gewidmet, um eine Senkung

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