Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- Der Rücktritt Direktor Heckers [Nachricht]
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 195 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379867-2379870--06877-2386288- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
195 gang auszubauen, wofür nach Ansicht Ing. Heckers die Vorbedingungen fehlen. Auch fror. Weizmann schloß sich seiner Ansicht an. (Ebenso die gesamte Exekutive.;— Die. Red.) Ing. Hecker wurde daraufhin von den Studenten heftig angegriffen und fand bei der Exekutive keinen Schutz. An Stelle von Ing. Hecker wurde eine provisorische Leitung, bestehend aus einem Vertreter des Lehrkörpers und einem der Verwaltung, berufen. Auch die finanzielle Fundierung des Instituts ließ zu wünschen übrig, ebenso hat das Verwaltungskomitee nur eine sehr schwache Tätigkeit entwickelt, wollte aber stets die Befugnisse des Direktors einschränken. — Wie bereits in N* 12. S. 613 gemeldet, hat die Jahresikonferenz des . Vereins palästinensischer Ingenieure und Architekten ausgesprochen, daß die realen Vorbedingungen für die Ausgestaltung des Technikunis zu einer Hochschule noch nicht gegeben sind und sich damit vollkommen auf Seite Ing. Heckers gestellt. Es wurde eine Enquete zur Befragung bedeutender ausländischer jüdischer Techniker beschlossen. Wie aus dem Artikel von Ing. Arje in diesem Hefte hervorgeht, fehlen der palästinensischen Industrie die technisch vorgebildeten Facharbeiter, Werkmeister, Betriebsleiter. Kurse zur Ausbildung solcher sind übrigens schon durch lange Zeit am Technikum vorhanden. (Siehe den Artikel von Ing. Hecker in Nr. 4/5 d. Bl.) Die Vertreter des Ausbaues des Technikums z.ui einer Hochschule sind dagegen der Ansicht, daß diejenigen europäischen Studenten, denen durch den numerus clausus und andere Beschränkungen der Beauch der Hochschulen ihres Landes unmöglich gemacht wird, Gelegenheit rinden müssen, in Palästina zu studieren. Auch könnten die Absolventen, wenn auch Palästina heute mit Ingenieuren etc. überfüllt ist, im ganzen vorderen Orient Verwendung finden. Jüdisches Naitionalmuseum, Spende griechischer Antiquitäten* Vor kurzem starb in Griechenland einer der bekanntesten Sammler historisch wertvoller griechischer Antiquitäten, Jizchak Ben Elieser Archanti. Seine Mutter spendete nun dem jüdischen Nationalmuseum Jerusalems eine Sammlung auserlesener Stücke aus der Hinterlassenschaft. In der Sammlung befinden sich verschiedene Figuren, Statuetten, Krüge, Lampen, eine wunderschöne Menorah, Bronzegeräte u. a. m. Großen Wert besitzen die der Sammlung beigegebenen 26 griechischen und römischen Kupfer- und Bronzemünzen. Freunde des jüdischen Nationalmuseums in Griechenland führen jetzt aussichtsreiche Verhandlungen mit Frau Archanti wegen Ueberweisung auch der restlichen Teile der von ihrem Sohne hinterlassenen reichhaltigen Sammlung. Pietätsakte für Achad Haam. Am ISonntag den 22. Jänner, ein Jahr nach dem Ableben des hebräischen Philosophen und Begründers des Kulturzionismus, Achad Haam (Ascher Ginsburg), wurde auf dessen Grabe in Tel-Aviv ein Gedenkstein gesetzt. Die feierliche Zeremonie wurde von der Stadtverwaltung von Tel-Aviv, die auch den Grabstein gestiftet hat, arrangiert. Auf dem Friedhof hatten sich tausende jüdische Bürger von Tel-Aviv und Abordnungen aus anderen Städten eingefunden. Die Schüler und Schülerinnen der Tel'-Aviver Schulen zogen in Reih und Glied zutm Friedhof. Der Dichter Chaim Naohman Bialik hielt die Gedenkrede auf den jüdischen, geistigen Führer. — Montag den 6. Februar wurde das1 Haus Achad Haams in Tel- Aviv in feierlicher Weise vom Stadtrat als nationales Eigentum in Obhut genommen. Das Arbeitszimmer Achad Haamis und seine Bibliothek werden genau so erhalten bleiben, wie sie zu seinen Lebzeiten waren; der übrige Teil des Hauses soll ein Aufbewahrungsort für alle Schriften über Judentum und Palästina werden. Ausgrabungen. Ureinwohner Palästinas. In einem Aufsatz der Wiener ..Stimme" beispricht der Archäologe F. Turville-Petre den Fund eines Schädels des Neanderthalmenschen in Palästina, des einzigen außerhalb Europas und schließt daraus im Zusammenhang mit anderen Funden (Feuerst ein Werkzeugen), daß in der Steinzeit das ganze Mittelmeerbecken sowie West- und Mitteleuropa ein einheitliches Kulturgebiet gebildet haben muß. Die Neanderthalrasse soll ihr Entwicklungszentrum in Afrika gehabt haben. Presse. Eine Fachzeitschrift für Orangen. Soeben (Febrular 1928) ist Nr. 1 einer neuen Zeitschrift in englischer und hebräischer Sprache erschienen, die ausschließlich der Citruskultur gewidmet ist: „The Palestine Citrograph", Jaffa. (Hebräisch: ,,Hehadar'\) Abonnementspreis 12 Schilling engl.