Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- Der Konflikt in Petach-Tikwah [Nachricht]
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 194 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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194 Orten haben müssen. Der interessante Wortlaut 'dieses Teiles der Urteiikbegründiung lautet: ,,;Es liegt ihiier kein Rassenkonflikt vor. Der Konflikt entstand durcih die anormale wirtsdhaiftliche Lage, die im Lande (herrscht Es 'gibt eine Anzahl hungriger Arbeiter ohne Arbeit; es wurden Arbeiter von .außerhalb herangezogen, mm «die iPflückarbeit durchzuführen. Die iRejgel, daß die ortsansässigen Arbeiter vor den auswärtigen zu berücksichtigen sind, muß an allen Orten herrschen. Die Arbeiter von Petach - Tikwa!h hatten auf Gruinid eines natürlichen iund normalen 'Gesetzes ein Vorrecht/' — DDiaß es nicht unbedingt nötig ist, daß die Früchte an arabische Händler verkauft werden ohne Vorsorge zu treffen, daß jüdische Arbeiter beim 'Pflücken beschäftigt werden, zeigt folgende Tabelle: Beschäftigung jüdischer Arbeiter in Petach -Tikwah b«i Saisonarbeiten: Gruppe Anzahl d. Pflanzer Anzahl d. Dumam Prozents'atfz der beschäftigten jüd. Arbeiter 1 40 1600 100 2 50 300 35 3 70 4000 . — 4 26 900 — Die Besitzer der (Kategorie 3 mit 60 Prozent der Plantagen sind jene, weiche die Verkäufe olbne Vorsorge für jüdische Arbeiter .abgeschlossen!; halben. Die Besitzer der Kategorie 4 halben keinerlei Abmachungen ,getro'ffen, beschälftilgen alber dennoch keine jüdischen Arbeiter. Kolonisten für die jüdische Landarbeit. Unter dem Vorsitz von SuchovAzki Maigdiel fand 'kürzlich in Tel-Aviv eine Konferenz der „Nationalen Landwirte" statt, an d*er von zirka 700 organisierten Mitgliedern Vertreter von zirka 400 Kolonisten teilnahmen. Die Koniferenz, die tu, a. von iDr. iRuppin begrüßt wurde, war ganz >der Frage der jüdischen Arbeit in den Kolonien gewidmet. Es wurde beschlossen, in einem Aufruf «alle Kolonisten aufzufordern, jüdische Arbeiter zu besdhäftigen, ferner dlre Schaffung von Arbeitersiedlungen am Rande der bestehenden Kolonien zu fördern, usw. Es wurde auch ein Komitee gewählt. — Biezu bemerkt 'die „Jüdisclhe Runidschau", Berlin: „Es ist wohl sehr bemerkenswert, .daß in einer Zeit, wo die jüdische Arbeit heiß umstritten und von einem Teil der Lainidwirte wegen ihrer angeblichen ökonomischen Unmöglichkeit abgelehnt wird, ein anderer Teil der Landwirte, denselben lö'konoimiscjhen Gesetzen unterliegend, selbst die jüdische Arbeit für notwendig erklärt und Wege sucht, sie zu erm/öglicihen. Kulturelles Leben. Universität. Das Budget. Der Kanzler des Instituts, Dr. J. L. Magnes, gab in einer Pressekonferenz folgende Daten: Gesamtj-ahresbudget 46.000 Pfund, davon 14.000 für das Judaistische Institut, 15.000 für die naturwissenschaftlichen Zweige, 7000 für die Bibliothek und 9000 für andere Abteilungen, Administration und Ausrüstung. Gegenwärtig gibt es 43 Lehrer und zirka 200 Schüler. Bibliothek. Das Institut für intellektuelle Zusammenarbeit des Völkerbundes hat an die Jerusalemer Nationalbibliothek die Einladung ergehen lassen, an dem von dem Institut vorbereiteten Bande für historische Bibliographie des Jahres 1927 mitzuarbeiten. Gleichzeitig wurde die jüdische Nationalbiliothek eingeladen, im Verein mit den Nationalbibliotheken Deutschlands und Oesterreichs die Abteilung für Religionsgeschichte des erwähnten Bandes ziu redigieren. — Das Gebäude, das von der David Wolfsohn-Stiftung für die Bibliothek errichtet wird, soll in diesem Jahre fertiggestellt werden. Technikum. Der Rücktritt Direktor Heckers. Wir haben in Nr. 10/11, 1927. S. 554, über diesen berichtet. Ing. Hecker gibt in Nr. 9/10 von ,,Construction and Industry* in einem längeren Artikel die Gründe seines Rücktrittes an. Nach seinen Darlegungen ist hauptsächlich der gegen seinen Willen gefaßte Beschluß des Verwaltungskomitees daran schuld, das Institut zu einem normalen Technikum mit vierjährigem Studien-