Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- Die hypothekarische Belastung [Nachricht]
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 189 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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189 andere Zwecke freigemacht werden. Damit könne eine neue Epoche in der industriellen und kommerziellen Entwicklung der Stadt beginnen. Suprasky beschäftigt sich eingehend mit dem soeben behandelten Problem des hypothekarischen Kredits. Er gibt eine Reihe interessanter Daten: Tel-Aviv bedeckt eine Fläche von 6500 Dunam und zählt 3340 Häuser mit 21.400 Wohnräumen. Die Durchschnittskosten für den Bau eines Wohnrauins betrugen im Durchschnitt 178 Pfund. So ergibt sich, daß in die Bauten Tel-Avivs mehr als 4 Millionen Pfund investiert wurden; unter Berücksichtigung der Bodenpreise und der Ausgaben für Straßenbau und Wasserversorgung etwa 6 Millionen Pfund. Von diesem Betrage wurden 679.357 Pfund, also \11A%, in Hypotheken gegeben. Diese Hypothekenkredite fallen auf 1151 Häuser, also nur auf 35% aller Häuser. Die Behauptung, daß Tel-Aviv eine halb verlassene Stadt mit zahlreichen leeren Wohnungen sei, wird von Suprasky durch Ziffern widerlegt: im März 1927. also auf dem Höhepunkt der Krise, waren nur 8% der Wohnungen unbewohnt, was auch in Europa als eine normale Ziffer anzusehen sei. Dieser Ziffer ständen im übrigen zahlreiche Wohnungen gegenüber, wo nach europäischen Begriffen zu viel Menschen wohnten. Selbst ohrx> neue Einwanderung werde in Kürze eine neue Bautätigkeit beginnen müssen. D^sh.^lh s<>{ Hvoothekenkredit die Forderung der Stunde, zunächst mit der Aufgabe, die kurzfristigen Kredite in Höhe vor» 378.765 Pfund in Hvpothekenkredit umzuwandeln Dann werrU die zweite Aufgabe sein, den Eigentümern der bisher unbelasteten Häuser Hvnothekenkredit 7ax geben, um ihnen eine anderweitige Verwendung ihres Kapitals zu erm'ögr.chen. Die freiwerdenden Kapitalien sollten in der Hauptsache für zwei Aufgaben verwendet werden: zur Kreditgewährung an mittlere und kleinere Industrieunternehmungen in Tel-Aviv und zur Anlage neuer Pflanzungen in der Umgebung. Haifa. Das Budget. Für 1928 akzeptierte der Stadtrat folgendes Budget: Ausgaben 44.368 Pfund, Einnahmen 32.466 Pfund. Das Defizit von 12.000 Pfund betrifft eine Auslage für öffentliche Arbeiten und soll entweder von der Regierung gedeckt werden, andernfalls die Arbeiten unterlassen werden sollen. Die Bautätigkeit. Im Jahre 1927 wurden 210 Baulizenzen erteilt fl926: 486). Nablus (Sichern). Neues Viertel. Die Samaritanergemeinde, deren Häuser durch das Erdbeben vom Juli zerstört wurden, hat 20 Dunam Boden zum Preise von 1000 Pfund gekauft, um darauf ein neues Wohnviertel, das den Namen „Hohenpriester" führen wird, zu errichten. Industrie. Rutenberg-Werk. Seit Inangriffnahme der Arbeiten (August 19271 sind 28 Häuser für die Arbeiter und 12 für die Beamten fertiggestellt worden, ferner der Gleisanschluß an die [Bahn Haiifa—Semach, die eine eigene Station, Jordambalt, eröffnete, die erforderlichen Straßen auf dem Gelände, eine provisorische Kraft- und' Bekuchtungsair.ila.ge, die Brunnen für Trinkwasser usw. Gegenwärtig werden bereits die Ausbaggei-ungsarbeiten im Jordan vorgenommen. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter betrug in dien letzten Monaten durch schnittlidh 250 bis 300 und wird in nächster Zukunft voraussichtlich um 200 ansteigen. Der Mindestlchn der jüdischen ungelernten Arbeiter ist 30 Piaster (6.30 Mark) per Tag. (lieber die geplante Anlage haben wir in Nr. 3, 1927, ausführlich, mit Kartenanlage, berichtet. — Die Red.) Städtische Kooperativen. Wie der ,,Kuntres" mitteilt, gibt es gegenwärtig 76 städtische Kooperativen mit 827 Arbeitern, Das Gründungskapital ist 25.O0O Pfund, das Unvlaufkapital 18.C0O Pfund, a*i Löhnein; wurden monatlich 10.600 P'ifund geziaihlt. Totes Meer. Ing. Novomejsky erklärte dem ,,Haarez*', daß Major Tulloch die Frage des Abtransportes der Salze studiert. Gleichzeitig wird für das Syndikat eine Untersuchung der zahlreichen Minerals cihlätze in den Bergen unter Leitung des bekannten englischen Geologen, Prof. Evans, 'ausgeführt. Bis jetzt ist der gebirgige Teil Palästinas sehr wenig hinsichtlich des Vorkommens von Mineralien untersucht worden. Obwohl bis jetzt über irgend welche iMinerallager in Palästina wenig bekannt geworden ist, darf man die Möglichkeit nicht außer acht lassen, -daß eine weitere Nachfor-