Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- Die Heuschreckengefahr in Palästina [Nachricht]
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 186 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
- Hebron 1× ep/1047559
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186 den Kampf gegen die Heuschrecken, da sie ihre Brut vernichten. [Wie bekannt, haben im Kriegs)ahr 1917 Heuschreckenschwärme in Palästina großen Schaden angerichtet.) Meteorologische Beobachtungen« In der „Zeitschrift des Deutschen Palästina- Vereins4', Band 50, Heft 4, werden, wie alljährlich, diese Beobachtungen von Prof. Dr. M. Blankenborn zusammengestellt. Wir geben nachstehend die Zusammenfassung der Regenfälle aus diesen Tabellen, nach den Beoibachtungsstatiionen geordnet, wieder: Winter 1926/27 insgesamt mm Regentage Maximum mm Haifa.......... 637.6 64 59, am 8./XII. 26 Waldheim...... 692 54 135, am 9./X11. 26 Deutsch-Bethlehem . . 649 51 92, am 10./XII. 26 Nazareth ....... fc>32 60 81, am 9./XI1. 26 Dagania B...... 577 49 81, am 1Ö./XII. 26 Sarona........ 477.6 64 64.6, am 12./X1I. 26 Wiiheima....... 484.05 52 54.5, am 9./XII. 26 Jerusalem-Rephaim . . . 491.8 59 82, am lO./il. 27 Das südliche Palästina hatte im Winter 1926/27 wenig und das nördliche reichliche Niederschläge. Auffallend war die geringe Menge Frühregen in Jerusalem. Ungewöhnlich lange dauerte eine Regenperiode im Februar vom 6.—19. Vom 11.—13. Februar 1927 gab es auch Schnee in Jerusalem, vom 15___16. in Nazareth. Am 16. Februar 1927 war in Jerusalem Glatteis. (Auch in diesem Jahr, am 18. Februar, fiel in Jerusalem Schnee, — Die Red.) Zu günstiger Zeit kam der nachträgliche Spätregen Anfangs April, der die Ernte rettete und Ende April, der^ sie sogar zu einer guten machte. — Für den Winter 1927/28 berichtet die „Zilko": Infolge zeitweiligen Ausbleibens der Spätregen, war für eine Zeitlang in Palästina die Gefahr einer Dürre entstanden. Laut den letzten Meldungen sind jedoch im Jänner und Februar beträchtliche Regenmengen gefallen, sodaß die Gefahr einer Dürre als nicht mehr vorhanden betrachtet werden kann, obwohl noch immer die gefallenen Regenmiengen geringer sind, als im Vorjahre. Sie betrugen Mitte Jänner 200 Millimeter in Tel-Aviv, 175 in Hebron, 160 in Jerusalem; 155 in Haifa, 75 in Berseba und 45 in Jericho. Bezüglich Jerusalems gibt die meteorologische Anstalt in Beth-Hakerem folgende Zahlen an: Der diesjährige Frühregen stellte sich rechtzeitig Anfang November ein, wobei in 3 Tagen 30 Millimeter niedergingen. Dann gab es jedoch einen ganzen reigenlosen Monat und auch im Dezember gingen in 7 Tagen nur 70 Millimeter nieder, so wenig wie noch nie seit dem Jahre 5682. Im Jänner besserte sich jedoch die Lage, indem in 5 Tagen 79 Millimeter Regen zu verzeichnen waren. Insgesamt sind bis jetzt seit Anfang Oktober 181 Millimeter gefallen, also ungefähr ebensoviel wie in den letzten beiden Jahren (187 und 197), die Nornnaljahre waren. Entscheidend wird der Februar sein, der als Hauptregenmonat für die Ernteaussiichten von ausschlaggebender Bedeutung ist. (Inzwischen ist im Februar reichlich Regen gefallen.) 7 Sir John Rüssel über die landwirtschaftlichen Möglichkeiten. Sir John Rüssel, der hervorragende landwirtschaftliche Sachverständige und Leiter der Rothamsted- Versuchsstation, der sich vor kurzem als Experte der Jewisih Agency-Kommission in Palästina aufhielt (siehe seinen Bericht im Nr. 10/11, 1926, S. 508), hielt vor den Mitgliedern der Geographischen Gesellschaft im Hause der London Schoo! of Economics einen Vortrag über die landwirtschaftlichen Möglichkeiten Palästinas. Der hoffnungsvollste Zweig der landwirtschaftlichen Betätigung der Juden in Palästina, so führte er aus, wäre die Züchtung von Früchten hoher Qualität und früher Reife, die als Qualitätsprodukte auf die Auslandsmärkte kommen und nicht in den allgemeinen Rahmen der Versorgung der Weltmärkte mit Produkten mittelmäßiger Qualität fallen. Dies würde der Intelligenz, Individualität und Geschäftskenntniis der Juden freien Spielraum geben; die Erzeugung der gewöhnlichen landwirtschaftlichen Produkte würde den Arabern vorbehalten bleiben. Der Boden längs der Meeresküste eignet sich in hohem Grade für Obstzucht, insbesondere für Zitronen. Orangen, Bananen, Gewürze und Wein. Im südlichen Jordantal könnten Tropenfrüchte, wie Ananas, sehr gut gezüchtet werden. Die Erschließung des unfruchtbaren Berglandes dürfte ungeachtet der Aufforstungsarbeiten schwer und langsam1 vor sich gehen; wenn aber erst Berge und Hügel bewaldet sind, so würde ein normaler Regenfall die Fruchtbarkeit des ganzen Landes heben. Das Hügelland, in Nord und West, das mehr Regen erhält, wird von den Arabern kultiviert; es gedeihen dort Oliven, Feigen, Wein u. a.