Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 184

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Article
Untersuchung über Orangen [Nachricht]
Date
1928-03-01
Page
Seite 184 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2379786-2379867-2379870--06755-2386277
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

184 verschiedene Daten: Das Gesamtareal, das mit Orangen bepflanzt ist, betrug 1923 24.000 Dunam, In den Jahren 1924 bis 1927 wurden weitere 21.000 Dunam bepflanz^ so daß es heute 45.000 Dunam sind. Das Gesamtkapital, das darin investiert ist, wurde 1925 auf äg. Pfund 2,662.000.— geschätzt; seither kamen 1,000.110 hinzu. Die Kosten eines Dunams bis zur Frucihttragung (ohne Boden) sind äg. Pfund 76..—. (Vgl die Zahlen in Nr. 1/2 1927, Seite 22 bis 25 und jene von Dr. Brünn in Nr. 8/9, 1927, Seite 398 ff.) Jährliche Aribeitskosten 10 bis 15 Pfund pro Dunam. Durch verbesserte Bewässerungismethoden und die Einführung von Maschinen konnten diese Kosten wesentlich herabgesetzt werden. Die mittlere Ernte ist 100 Kisten pro Dunam. Die Kosten des Pflückens sind 5lA bis VA Piaster per Kiste, der Transport vom Garten bis England kostet 12 bis 14 Piaster. Von einem Durchschnittsverkaufspreis von 14 Schilling (70 Piaster) für die Kiste Orangen in England entfallen auf Vermittlungsprovision und dergleichen.....15 Prozent, Fracht ....................20 Prozent, restliche 65 Prozent erhält der Pflanzer als Bruttonutzen. Hievon sind 50 Prozent für die Pflanzungskosten, 25 Prozent für Pflücken und Packen abzurechnen, verbleiben 23 Prozent Nettogewinn. Der Bericht empfiehlt der Regierung, der Pflanzungswirtschaft mehr Aufmerksamkeit zu widmen und die von Col. Sawer schon vor Jahren vorgeschlagene Versuchsstation für diese endlich zu eröffnen. Die Kosten können durch eine kleine Exportabgabe hereingebracht werden. (Inzwischen hat sich die Regierung dazu entschlossen. Siehe endstehende Nachricht.) Besonders eindringlich wird auf die Kreditfrage hingewiesen. Die Regierung sollte die Banken veranlassen, den Pflanzern Vorschüsse zu raisonablem Zinsfuß zu geben, ferner die Bildung von Genossenschaften fördern. In keinem anderen zivilisierten Land muß der Pflanzer all seine Operationen in allen Stadien, vom Pflanzen bis zum Verkaufe, selbst finanzieren. In dieser Hinsicht waren die Landwirte sogar unter dem türkischen Regime besser daran. (Der Bericht meint damit wahrscheinlich, daß damals eine staatliche Agrarbank existierte. Deren Tätigkeit war aber eine sehr geringe. Siehe darüber Ruppin, Syrien III, 3.) — Der Empire Marketing Board (Reichswirtschaftsrat) hat kürzlich zwei Experten der Citrusindustrie nach Palästina entsendet. Von diesen hat Prof. Powell (Transvaal) einen ausführlichen Bericht erstattet, auf den wir noch zurückkommen werden. Die Versuchsanstalt der Regierung für Citrusbäume,, Das Landwirtschaftsd>epartement der Regierung gründete im Kreise Jaffa eine Versuchsstation für Citrusbäume, deren Zweck es ist, die Kultur der Orangen in Palästina zu fördern. Die Fläche der Versuchsstation, deren Errichtung auf Pfund 11.000 zu stehen kommen wird, wird 150 Dunam betragen. (Die zionistische Versuchsstation, besitzt zwei Felder für Citruskultur, in Petach-Tikwah und ein zweites bei Jaffa, Litvinskys Orangengarten.) Aegyptische Agrarbank. Diese erhielt die Konzession, Filialen in Jerusalem, Haifa und Jaffa zu errichten. Die Bank gewährt 6prozentige Darlehen auf Böden bei Rückzahlung in 20 Jahresraten. Verschiebung der Regierungsanleihe für Pflanzungsarbeiten. Wie „Haarez" und ,.Dawarberichten, hat die Palästina-Regierung ihren Plan, Pfund 30.000 als Anleihe für Bodenbesitzer, die durch Vornahme von Pflanzungsarbeiiten 300 jüdischen Arbeitslosen Beschäftigung geben würden, zu gewähren, wieder fallen gelassen, da die der Regierung angebotenen Garantien von dieser nicht als ausreichend angesehen werden. (Wir sind der Meldung von vornherein skeptisch gegenübergestanden, siehe unsere Bemerkung hiezu in Nr. 1/2, S. 89, — Die Red.) Tafeltrauben. Laut dem „Haarez" sind in Palästina gegen 40.000 Dunam mit Tafeltrauben angebaut. Davon gehören den Juden nur gegen 5000 Dunam. Dagegen sind die mit Weintrauben bebauten Flächen zum überwiegenden Teil in jüdischem Besitz. Der Tabakanbau in Galiläa, Die „Ziko" berichtet hierüber: Die Tabakanbaufläche in Palästina ist dieses Jahr bedeutend zurückgegangen, da sich die ursprünglichen Erwartungen der Anbauer nicht erfüllt haben. In Judäa wird fast überhaupt kein Tabak mehr angebaut, dagegen pflegen die Siedler Galiläas auch weiterhin so ziemlich den Tabakbau; da sich der galiläische Tabak gegenüber dem judäischen durch seine besondere Qualität auszeichnet. Die Tabakernte der früheren Jahre wurde ins Ausland (Deutschland) und auch an die Zigarettenfabriken in Haifa verkauft, allerdings zu solch niedrigen Preisen, daß sie nicht einmal die Anbaukosten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.