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Palästina · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 181

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Article
Der Hafenbau in Haifa [Nachricht]
Date
1928-03-01
Page
Seite 181 (sequence 1)
Language
German
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181 Verkehr. Der Haienbau in Haifa. Wie palästinensische Blätter berichten, soll es zwischen dem englischen Hafenbausachverständigen Pailmer und der Palästina-Regierung zu Differenzen gekommen sein, bezüglich des Zeitpunktes des Beginnes des Hafenbaues in Haifa, wie auch darüber, wer diesen Bau ausführen soll. Das Regierungsdepartement für öffentliche Arbeiten will ihn in eigener Regie ausführen, während Ing. Palmer für Ausführung durch einen Privatunternehmer ist. Die Entscheidung soll das Colonial Office treffen. Die Palästina-Regierung will mit den Vorbereitungsarbeiten sofort beginnen, während Palmer erst die Bestätigung des genauen Planes abwarten will. Auch mit dem Hauen der Steine könne seiner Ansicht nach nicht begonnen werden, da man, ehe nicht der endgültige Plan feststeht, die Art der nötigen Steine nicht bestimmen könne. Die Wasservermessungen sind bereits beendet und die betreffenden Karten und Tabellen wurden nach London übersandt. Man hofft, daß die Sachverständigenkommission in London ihre Arbeiten in 2 Monaten beenden wird, sodaß man dann an die Aufschüttungsarbeiten wird gehen können. Es soll eine Fläche von gegen 1 Million Quadratmeter aufgeschüttet werden. Gleichzeitig mit dem Beginn des Hafenbaues soll auch der Bau der Eisenbahnlinie Haifa—Bagdad in Angriff genommen werden. Wie wir von anderer Seite hören, sieht der Bauplan vor, daß die Küste um 150 Meter nach der See zu erweitert werden soll, bei 12 Meter Tiefe, An dem Kai werden Schiffe bis 5000 Tonnen anlegen können. 1Y> Mill. Steine werden zum Bau des Hafens gebraucht werden. Die gesamte Oberfläche des Hafens wird 200 acres (ca. 80 ha) betragen und 40 große Schiffe darin Platz haben. Unterseekabel. Das neue Kabel Haifa—Cypern—England wurde am 14. Jänner der Benützung übergeben. Eisenbahnverkehr London—Palästina. Der direkte Dienst auf dieser von uns in Nr. 12/1927 (S. 603) gemeldeten Route wurde am 15. Jänner durch die Internationale Schlafwagengeseilsehalt eröffnet. Luftverkehr. Die Regierung ermächtigte die Imperial Airways Ltd., einen regelmäßigen Luftdienst von, nach und in Palästina einzurichten. Das Abkommen gilt für 5 Jahre. Vernachlässigung von Tel - Aviv, M. Dizengoff, der frühere Bürgermeister von Tel-Aviv schreibt in „Palästine and Near East" über die Vernachlässigung von Jaffa— Tel-Aviv durch die Eisenbahnlinienführung. Kleine Dörfer in der Umgebung liegen an der Trasse, indes Rischon le Zion isoliert ist und Petach-Tikwah nur durch eine kleine Seitenlinie mit seinem Hafen verbunden ist. Jaffa—Tel - Aviv haben keine direkte Verbindung mit Aegypten. Nach größeren Vorarbeiten wurde plötzlich auch der Plan, den Eisenbahnknotenpunkt von Ludd nach Tel-Aviv zu verlegen, fallen gelassen (siehe unsere Meldung Nr. 1/2, Seite 86). Ein Komitee von den Gemeinderäten von Tel-Aviv und Jaffa, den jüdischen Handelskammern, Kolonien u. a. wurde eingesetzt, um bei der Regierung die Durchführung des ursprünglichen Plans zu urgieren und öffentliche Protestversammlungen abzuhalten. — Unser Korrespondent, Herr Dr. Kurt Grunwald, schreibt über diese Angelegenheit: In dem der Regierung überreichten Memorandum wird auch die Verbesserung des Hafens und der Bau eines Kais entlang der Straßen in Jaffa und Tel-Aviv gefordert. Unterstützt wird das Projekt von Sir Alfred Mond. — Welchen Nutzen würden die beiden Städte von einer Verlegung bsben? Sicherlich wird das Bestehen einer großen Station allein schon einer Reihe von Leuten Exislenzmöglichkeit geben, was man ja auch an dem kleinen Ludd sieht. Weiters wird es unmöglich sein, den vielen Touristen, die von Aegypten kommen, die Existenz eines Tel-Aviv zu verschweigen, wie das oft geschieht. Sieht man nach langer Reise durch die Wüste plötzlich eine europäische Stadt vor sich, so wird man ihr gerne einen Besuch abstatten. Besonders wenn die Bahn nach Syrien ausgebaut sein wird, ist die Lage an der Bahnstrecke London—Cairo von großer Bedeutung. Wichtig ist ferner, daß die Fahrtdauer nach Haifa, das mit Jaffa noch keine gute Straßen Verbindung hat, wesentlich verkürzt werden wird, Ebenso wird darauf hingewiesen, daß Jaffa mit seinem Hinterland, i. e. Petach-Tikwah u. a. Kolonien keine gute Verbindung habe. Dabei sei hier der Haupthandelsplatz ein Industriezentrum, das nach Ausbau der Bahn nach Bagdad von größter Bedeutung sein werde. — Dieser Ansicht steht eine andere gegenüber, die von sehr klugen Männern vertreten wird. Diese meinen, man solle keinen Lärm machen mit der Bahn. Schafft man wirklich diese gute Verbindung, so wird die Baihnverwaltung durch eine kluge TarifpoLitik den Orangenhandel nach Haifa ablenken, um alles zur intensivsten Ausnützung und Amorti- 12

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